"Mannschaft wird ein neues Gesicht bekommen"

SID
Samstag, 03.04.2010 | 20:51 Uhr
Christian Gross (l.) ist seit dem sechsten Dezember 2009 Trainer des VfB
© Imago
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Kaum hatte der VfB Stuttgart einen weiteren Schritt Richtung Europa gemacht, drehte sich das schwäbische Personalkarussell schon wieder auf Hochtouren. Nach dem mühevollen 2:1 (0:1)-Arbeitssieg gegen Borussia Mönchengladbach kursierte der Name Albert Bunjaku als Ersatz für den scheidenden Nationalspieler Cacau.

Und der als "Double" für Alexander Hleb aufgebotene Robert Hilbert erneuerte sein Interesse an einer Vertragsverlängerung. "Wichtig ist, dass sich die Mannschaft auf das Spielen konzentriert, und das hat sie heute gemacht. Das war erneut ein Sieg des Charakters, wir arbeiten alle auf ein Ziel hin", sagte Trainer Christian Gross.

Das heisst Europa-League-Qualifikation, was für die Mannschaft gleichzeitig eine Prämie von zwei Millionen Euro bedeuten würde. Unter der Woche hatte der gestrenge Coach des besten Rückrundenteams der Bundesliga die Wechseldiskussionen um eine Handvoll seiner Spieler intern kritisiert und gleichzeitig "große Veränderungen für den Verein" angekündigt: "Die Mannschaft wird im neuen Jahr ein ganz anderes Gesicht bekommen."

Khedira und Tasci begehrt

Neben den sicheren Abgängen Hleb und Cacau - er hatte am Mittwoch der Woche seinen Abschied nach sieben Jahren angekündigt - werden auch die Nationalspieler Sami Khedira (Gross: "Der Verein unternimmt alles, um ihn zu halten") und Serdar Tasci ("Was aus ihm wird, muss man sehen") umworben.

Torhüter Jens Lehmann hat sein Karriereende verkündet, auch wenn im Umfeld des Spiel über ein dickes Angebot von Red Bull New York spekuliert wurde.

Ob Roberto Hilbert ('Meine Kinder gehen hier zur Schule und meine Familie fühlt sich wohl") einen neuen Vertrag erhält, ist laut Gross eine "Entscheidung des Managements".

Molinaro soll verpflichtet werden

Den von Juventus Turin für die Rückrunde ausgeliehenen Cristian Molinaro will der Verein nach guten Leistungen wahrscheinlich verpflichten - das könnte geschätzte vier Millionen Euro kosten."Wir verhandeln mit seinen Beratern. Wenn wir ihn halten wollen, gibt es eine Kaufoption", sagte Sportvorstand Horst Heldt.

Über die Personalie Albert Bunjaku, Schweizer Landsmann von Gross und Torjäger beim 1. FC Nürnberg, sagte Heldt: "Ich möchte nichts zu Spielern sagen, deren Vereine im Abstiegskampf sind." Seine Stuttgarter verbesserten mit dem dritten Sieg in Serie dagegen ihre Chance auf das internationale Geschäft.

Den 0:1-Rückstand durch Marco Reus (33.) drehten Ciprian Marica (66.) mit seinem siebten Saisontreffer und Zdravko Kuzmanovic (83.) noch um. Eine Woche nach der 2:1-Gala bei Bayern München war der Triumph aber diesmal ganz harte Arbeit.

Leise Träume von der Champions League

"Sieg ist Sieg", sagte Matchwinner Kuzmanovic, der schon den Ausgleich mit einem Freistoß vorbereitet hatte: "Wir haben noch fünf Spiele, da müssen wir fünf Siege feiern." Mit Blick auf die nur noch neun Punkte Rückstand zum Dritten Bayer Leverkusen, der nach dem Heimspiel gegen Tabellenführer Bayern München nach Stuttgart kommt, kommen sogar leise Träume von der Champions League auf.

"Das ist sehr eng und vorn gewinnen sie auch. Wir müssen halt einfach durchziehen", sagte Heldt dazu. Bei Borussia Mönchengladbach wurde die Schuld für die unnötige Pleite beim Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer gesucht, der sein 175. und letztes Bundesliga-Spiel leitete. "Aus meiner Sicht war das vor dem 1:1 nie ein Foul", kritisierte Kapitän Filip Daems den Freistoßpfiff vor dem Ausgleich.

Stuttgart - Gladbach: Daten zum Spiel

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