Nur Magath sieht Schalke nicht als Titel-Anwärter

SID
Samstag, 06.03.2010 | 22:34 Uhr
Die Schalker feiern den überzeugenden Auswärtssieg mit den mitgereisten Fans
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Die Spieler von Schalke 04 schielen immer mehr auf die Schale, die Fans träumen längst vom ersten Meistertitel seit 52 Jahren - nur Felix Magath will von alldem weiter nichts wissen. Auch nach dem beeindruckenden 4:1 (2:0) bei Eintracht Frankfurt sieht der Trainer und Manager seine Mannschaft weder als Titel-Anwärter noch als Bayern-Jäger.

"Ich bin froh, dass wir uns in der Tabelle stabilisiert haben", sagte Magath nüchtern. Auf zwei Punkte ist Schalke an die Tabellenspitze herangerückt, doch Magath verwies auf die "Wochen der Wahrheit" mit den Spielen gegen den VfB Stuttgart, beim Hamburger SV, bei Bayer Leverkusen und letztlich gegen seinen Ex-Klub aus München.

"Erst danach können wir sagen, wohin wir uns orientieren können", sagte der 56-Jährige. Es könnte sein, dass die königsblauen Wunschträume dann Realität werden.

Neuer: "Wir wollen ganz nach oben"

Für die Spieler ist der Titel jedenfalls kein Tabu mehr. "Wir sind noch nicht ganz oben, aber da wollen wir hin. Wir haben Fortschritte gemacht", sagte Torhüter Manuel Neuer.

Und Kevin Kuranyi ergänzte: "Wir werden in den nächsten Wochen und bis zum Saisonende alles geben."

Eine Woche nach dem knappen 2:1 im Revierderby gegen Borussia Dortmund trumpften die Schalker vor 51.500 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena über weite Strecken im Stil einer Spitzenmannschaft auf.

Im Stile einer Spitzenmannschaft

Ruhig, ballsicher, abgeklärt, effektiv und einmal mehr vor allem bei Standardsituationen brandgefährlich. Es waren die Youngster Joel Matip (12.) und Benedikt Höwedes (15.), die jeweils per Kopfball mit einem Doppelpack innerhalb von drei Minuten für die frühe Führung sorgten.

Auf den Gegentreffer durch Alexander Meier (52.) gaben Ivan Rakitic (80.) und Kuranyi (89.) mit seinem 13. Saisontor nach mustergültigen Kontern die passende Antwort.

Doch Magath würde seiner Rolle als Mahner nicht gerecht, wenn er den Finger nicht in die Wunde legen würde. "Nach dem Anschlusstor sind wir ins Rudern geraten und haben die Kontrolle über das Spiel verloren", sagte Magath.

Gelungener taktischer Schachzug

Der Coach übte lieber Kritik an den schwächeren 20 Minuten nach der Pause: "Der Sieg erscheint klarer als er letztlich war." Auch Magath hatte mit einem gelungenen taktischen Schachzug großen Anteil am Erfolg. Er beorderte den Brasilianer Rafinha auf die linke Abwehrseite, der wiedergenesene Carlos Zambrano rückte nach rechts.

Kapitän und Nationalspieler Heiko Westermann feierte nach fünf Wochen Zwangspause sein Comeback und gab neben Höwedes der Abwehr, die ohne den verletzten Marcelo Bordon auskommen musste, die nötige Stabilität.

"Schalke hatte die bessere Qualität", sagte Eintracht-Stürmer Halil Altintop und sprach nach der Pleite gegen seinen Ex-Klub von "einem traurigen Tag".

Skibbe: "Bin maßlos enttäuscht"

Für die Hessen ist die Teilnahme an der Europa League in weitere Ferne gerückt. Eintracht-Coach Michael Skibbe wollte sich auch gar nicht mit dem Blick auf die Tabelle aufhalten.

"Ich hatte vor dem Spiel noch vor den Schalker Standardsituationen gewarnt, und dann bekommen wir dadurch zwei Gegentore", sagte Skibbe.

Und er hielt sich nicht mit Kritik zurück: "Ich bin vor allem über die erste Halbzeit maßlos enttäuscht. Wir haben deutlich unter dem Niveau gespielt, das wir in der Rückrunde zuvor gezeigt haben."

Frankfurt - Schalke: Daten zum Spiel

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