Plant Lehmann den Rücktritt vom Rücktritt?

SID
Samstag, 06.03.2010 | 20:52 Uhr
Jens Lehmann stand in dieser Bundesliga-Saison in 22 Partien für den VfB im Tor
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Erst zwei Tore kassiert, dann die Hintertür zum Rücktritt vom Rücktritt geöffnet - als Jens Lehmann über seine sportliche Zukunft beim VfB Stuttgart fabulierte, trat das 2:2 (2:0)-Unentschieden der Schwaben bei Werder Bremen schnell in den Hintergrund.

"Eigentlich plane ich ja, am Ende der Saison aufzuhören. Aber man weiß das ja nie ganz genau", sagte der Stuttgarter Torhüter und lächelte vielsagend dazu. Was folgte, war der relativierende Hinweis auf seinen designierten Nachfolger Sven Ulreich, dem er "aber auf keinen Fall den Weg verbauen" wolle.

Doch der U21-Torhüter fällt wegen einer Knieverletzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bis zum Ende dieser Spielzeit, selbst eine Rückkehr in den VfB-Kader beim Trainingsauftakt im Sommer ist derzeit nicht sicher.

Lehmann rettet mehrfach

Und so scheint es durchaus nicht ausgeschlossen, dass man beim VfB noch einmal an den 40 Jahre alte ehemaligen Nationalkeeper herantreten könnte.

Wie wertvoll der routinierte Schlussmann für die Stuttgarter immer noch ist und möglicherweise auch in Zukunft sein könnte, stellte Lehmann gegen den deutschen Pokalsieger unter Beweis.

Mehrfach machte er allerbeste Torgelegenheiten der Hanseaten zunichte, sah allerdings auch beim ersten Bremer Tor durch den eingewechselten Hugo Almeida (75.) nicht ganz glücklich aus.

Grün-weiße Aufholjagd

"Diesen Ball hätte ich halten können", räumte Lehmann unumwunden ein. Es war der Anfangspunkt einer grün-weißen Aufholjagd, die Mannschaftskapitän Torsten Frings mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 81. Minute zu einem schmeichelhaften Remis für die Norddeutschen abschloss.

Lehmann: "Gefühlt war es für uns eine Niederlage." Beim Bundesliga-Sechsten waren die Gefühle naturgemäß genau umgekehrt.

Rosenberg in der Viererkette

"Für uns war es irgendwie ein gefühlter Sieg", erklärte Nationalspieler Per Mertesacker, der selbst nicht seinen besten Tag erwischt hatte, aber trotzdem noch viele Patzer seiner Nebenleute ausbügeln musste.

Die Personalnot in der Defensive war bei Werder so groß, dass in der Schlussphase sogar der gelernte Stürmer Markus Rosenberg die Bremer Viererkette komplettierte.

"Unter diesen Umständen haben wir es verpasst, in Bremen drei Punkte zu holen", sagte VfB-Trainer Christian Gross. Der Schweizer ärgerte sich mächtig darüber, dass seine Schützlinge nach den Toren von Pawel Pogrebnjak in der 15. und Sami Khedira in der 43. Minute mehrfach die Chance zu einem vorentscheidenden Treffer vergaben.

Auch Torjäger Cacau, zuletzt sechsmal in den vergangenen beiden Spielen erfolgreich, versagte zweimal in aussichtsreichster Lage.

Damit hielt er vor 36.664 Zuschauern im Weserstadion die mehr als eine Stunde lang umständlich und durchsichtig agierenden Platzherren in der Partie.

"Wir dürfen einfach nicht einen so langen Anlauf brauchen, um zu unserem Spiel zu finden", kritisierte Werder-Coach Thomas Schaaf, lobte sein Team aber auch dafür, sich bis zum Schluss gegen die Heimniederlage gestemmt zu haben: "Dafür ist sie am Ende dann auch belohnt worden."

Bremen - Stuttgart: Daten zum Spiel

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