Samstag, 27.02.2010

Bundesliga - 24. Spieltag

Stuttgart übt sich in Understatement

Als Doppel-Torschütze Cacau in der 88. Minute nach der wohl besten Woche seiner Karriere den Platz verließ, wurde er von den Fans frenetisch gefeiert.

Sieben Tore in acht Tagen: Cacau schießt den VfB derzeit im Alleingang nach oben
© Getty
Sieben Tore in acht Tagen: Cacau schießt den VfB derzeit im Alleingang nach oben

Mit sieben Treffern ist der 28 Jahre alte Angreifer derzeit maßgeblich daran beteiligt, dass der VfB Stuttgart seinen Rückrunden-Höhenflug fortgesetzt hat und nach dem 2:1 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt wieder von internationalen Zielen träumen darf.

Gross bleibt zurückhaltend

Doch trotz des siebten Sieges unter Trainer Christian Gross aus den vergangenen acht Spielen verzichteten die Schwaben auf großspurige Kampfansagen.

"Es ist toll, dass wir ein Punktepolster nach hinten haben. Unser Ziel muss es nun sein, den Abstand zu den vorderen Mannschaften zu verringern", sagte Gross vorsichtig.

Fünf Punkte beträgt der Abstand des VfB nur noch auf den Tabellenfünften Dortmund. Dennoch war auch Sportdirektor Horst Heldt um Zurückhaltung bemüht - zumal dem VfB im März in Bremen, bei Schalke und bei Bayern München drei schwere Auswärtsspiele bevorstehen.

Cacau trifft und trifft und trifft

"Wir müssen sehen, dass wir jetzt den nächsten Schritt machen. Nach den Spielen im März können wir sagen, wo die Reise hingeht", meinte Heldt.

Derzeit geht die Reise der Stuttgarter eindeutig nach oben - dank Gross und vor allem dank Cacau. Der Nationalspieler ist beim VfB der Mann der Stunde.

Vier Treffer am vergangenen Samstag in Köln, ein Tor beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona - und nun gegen Frankfurt zwei Treffer.

Personifizierte Lebensfreude

In der 41. Minute glich der gebürtige Brasilianer vor 41.000 Zuschauern in einem über weite Strecken müden Spiel zunächst die überraschende Führung von Benjamin Köhler (39.) nach schwerem Patzer von Sami Khedira per Kopf aus.

Dann traf Cacau mit einem sehenswerten Rechtsschuss (45.) und rechtfertigte spätestens da auch das Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw, der den Angreifer für das Länderspiel am Mittwoch in München gegen Argentinien berief.

"Er personifiziert die Lebensfreude. Er geht gut mit der Konkurrenzsituation um, ist lauffreudig und aggressiv. Er ist auf dem Weg, seiner Karriere einen weiteren Impuls zu geben", lobte Gross.

"Er hat einen Lauf und hilft uns derzeit sehr", sagte Heldt zur Darbietung von Cacau, mit dem der VfB derzeit um eine Fortsetzung des im Sommer auslaufenden Vertrags verhandelt.

"Wir sind im Gespräch"

Heldt unterstrich nach dem Frankfurt-Spiel noch einmal ausdrücklich das Interesse der Schwaben an einer Verlängerung. Cacau meinte dazu nur lapidar, "dass wir im Gespräch sind". Er genoss vielmehr den Augenblick: "Ich bin sehr glücklich. Zur Zeit ist es auf dem Platz einfach nur schön."

Gleichzeitig lobte er die "tolle Moral" des VfB, "obwohl es nach dem Spiel gegen Barca schwer war. Jetzt können wir durchatmen."

Hleb bleibt "zu null Prozent"

Auch Gross machte seinem Team ein "Riesen-Kompliment für die Willensleistung". Nach dem Highlight gegen Barcelona könne man den Sieg gegen Frankfurt "gar nicht hoch genug einstufen".

Nur Alexander Hleb wollte sich der kollektiven Stuttgarter Jubelstimmung nicht anschließen. Den von Barcelona bis zum Saisonende ausgeliehenen Weißrussen hatte seine erneute Auswechslung in der 61. Minute trotz einer bis dahin ordentlichen Leistung verärgert.

"Ich bleibe zu null Prozent in Stuttgart", sagte der Mittelfeldspieler und fügte mit einem Schmunzeln an: "In meinem Vertrag steht wohl, dass ich nur 60 Minuten spielen darf."

Skibbe trotz Niederlage zufrieden

Gross wich auf Nachfragen zu Hleb, der nach eigener Aussage trotzdem "kein Problem mit dem Trainer hat", aus.

Er wolle keine Polemik aufbauen, so der Schweizer: "Ich gehe mit allen Spielern gleich um. Ich will die Spiele gewinnen, auch mit Alex.

"Während die Stuttgarter weiter im Aufwind sind, war es für die Eintracht ein Rückschlag. Nur noch einen Zähler liegen die Hessen als Tabellensiebter vor dem VfB.

Dennoch war Coach Michael Skibbe "zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir mit spielstarken Teams mithalten können. Und Stuttgart ist eine der stärksten Mannschaften in Deutschland."

Stuttgart - Frankfurt: Daten zum Spiel


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