Cacau lässt Stuttgart von Europa träumen

Von Stefan Rommel / Andreas Allmaier
Samstag, 27.02.2010 | 17:26 Uhr
Cacau (l.) erzielte in den vergangenen drei Pflichtspielen des VfB Stuttgart sieben Tore
© Imago

Der VfB Stuttgart bleibt in der Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Am 24. Spieltag siegten die Schwaben im Duell der beiden Europa-League-Aspiranten gegen Eintracht Frankfurt mit 2:1 (2:1).

Vor 41.000 Fans auf der Baustelle Mercedes-Benz Arena war abermals Cacau der Matchwinner für die Schwaben. Der Nationalspieler drehte das Spiel nach der überraschenden Führung für Frankfurt durch Benjamin Köhler (39.) durch einen Doppelschlag noch vor der Pause (41./45.).

Durch den fünften Sieg in der Rückrunde hat Stuttgart jetzt mit 34 Punkten wieder Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen. Frankfurts Europa-Ambitionen haben dagegen einen kleinen Dämpfer erhalten.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Stuttgart mit derselben Startelf wie gegen Barcelona. Khedira also rechtzeitig wieder fit.

Frankfurt ohne den gesperrten Teber. Dafür rückt Jung in die Mannschaft und verteidigt rechts hinten. Kurz vor dem Anstoß fällt auch noch Franz aus. Chris rückt in die Innenverteidigung, Caio übernimmt dessen Platz im Mittelfeld.

2.: Ochs' abgefälschte Flanke landet bei Jung. Der ist am Fünfer völlig frei, nagelt den Ball aber volley knapp über die Hütte.

21.: Hleb legt schön in die Gasse auf Gebhart. Der wackelt Russ am Fünfer aus, verzieht dann aber etwas überhastet.

39., 0:1, Köhler: Khedira erkämpft sich den Ball im eigenen Sechzehner. Dann aber der Katastrophen-Fehlpass direkt in die Beine von Caio. Der geht zur Grundlinie, legt quer und Köhler schiebt aus einem Meter ins leere Tor ein.

41., 1:1, Cacau: Ecke Gebhart. Delpierre bekommt den Kopfball und verlängert an den zweiten Pfosten. Cacau steht da völlig frei und köpft das Ding aus drei Metern ins Netz.

45., 2:1, Cacau: Hleb bedient Cacau. Der dreht sich schnell und zieht dann aus 23 Metern halblinker Position ab. Strammer Schuss, Nikolov ist dran, der Ball schlägt trotzdem links oben ein. Sah nicht unhaltbar aus. Achtes Saisontor.

Halbzeit-Fazit: Lange Zeit ein langweiliges Spiel, das dann kurz vor der Pause doch noch explodierte. Stuttgarts Führung etwas glücklich.

50.: Hleb bedient sehr schön Gebhart, der zentral an der Strafraumgrenze den Abschluss sucht. Spycher und Russ sind da und klären.

58.: Gebhart auf Cacau. Schlenzer aus 16 Metern. Nikolov lässt nach vorne abprallen. Gebhart ist da und schiebt den Ball aus zehn Metern über das leere Tor.

68.: Korkmaz findet mit seiner Flanke von links den völlig freistehenden Meier. Der köpft aus elf Metern aber links am Tor vorbei.

86.: Dicke Chancen für den VfB. Drei Stuttgarter gegen einen Frankfurter, Pogrebnjak scheitert zweimal an Nikolov, dann kommt Kuzmanovic an den Ball - wieder Nikolov!

Fazit: Verdienter Sieg für den VfB, der allerdings zu schludrig mit seinen Chancen umging und deshalb lange zittern musste.

Der Star des Spiels: Cacau ist derzeit die Lebensversicherung für den VfB Stuttgart. Die Tore sechs und sieben in den letzten drei Pflichtspielen ermöglichten dem VfB sechs Punkte in der Liga und ein achtbares Remis gegen Barca. Der Nationalspieler lässt den VfB tatsächlich wieder von Europa träumen.

Die Gurke des Spiels: Alex Meier war in den letzten Wochen in beeindruckender Verfassung - in Stuttgart aber lieferte der beste Torschütze der Eintracht eine blasse Vorstellung ab. Meier strahlte bis auf eine Szene überhaupt keine Torgefahr aus und unterstützte Altintop in vorderster Front viel zu wenig.

Die Pfeife des Spiels: Jochen Drees hatte eine faire Partie jederzeit im Griff und leistete sich keinen einzigen größeren Fehler.

Die Lehren des Spiels: Stuttgart tat sich unheimlich schwer, den Schalter von Kür auf Pflicht, von Champions League auf Bundesliga, wieder umzuschalten. Der VfB war gedanklich nicht frisch genug, um Frankfurt sein Spiel aufzudrücken.

Gegen Ende der Partie schwanden zudem sichtlich die Kräfte, weshalb sich das Spiel zu einer echten Zitterpartie entwickelte. Es darf aber im Gegenzug auch als Qualitätsmerkmal des "neuen" VfB gelten, dass die Mannschaft auch weniger überzeugende Spiele gewinnt.

So hat sich der VfB nun wohl endgültig des Themas Abstiegskampf entledigt und darf sich jetzt wieder leise Hoffnungen auf Platz fünf machen.

Frankfurt zeigte im Prinzip ein klassisches Eintracht-Auswärtsspiel: Die SGE verschleppte immer wieder geschickt das Tempo und nahm dem VfB mit schnellem Verschieben im Mittelfeld Raum und Lust am Spiel.

Untypisch war allerdings, dass Frankfurt relativ schnell zwei "billige" Gegentore kassierte und sich damit für eine vernünftige Leistung nicht selbst belohnte. Die Serie von fünf Auswärtsspielen ohne Niederlage ist damit schon wieder Geschichte.

Stuttgart - Frankfurt: Daten zum Spiel

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