Bundesliga - 24. Spieltag

Depression in der Hauptstadt

SID
Samstag, 27.02.2010 | 21:07 Uhr
Hertha BSC hat in dieser Saison einen einzigen Heimsieg erzielt - am ersten Spieltag gegen Hannover
© Getty
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Berlin am Boden: Anstatt dem rettenden Ufer entscheidend näher zu kommen, findet sich Hertha BSC nach der 0:2-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim weiter am Tabellenende.

Als der Alptraum Gewissheit war, blickten sich Arne Friedrich und Co. nur noch ratlos an und schlichen voller Frust aus dem Olympiastadion. Zum elften Mal in Folge hatten die Berliner in der Bundesliga zu Hause nicht gewonnen und wieder einmal den Sprung zum rettenden Ufer verpasst.

Nach dem 0:2 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim sank die Hoffnung auf Rettung auf ein Minimum. "Wir wollten heute unbedingt siegen. Es ist ganz bitter, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen", sagte ein enttäuschter Kapitän Arne Friedrich.

Kringe "sprachlos"

"Dass wir dieses Spiel verlieren, ist besonders frustrierend", erklärte ein niedergeschlagener Steve von Bergen. "Ich bin einfach nur noch sprachlos", sagte Mittelfeldspieler Florian Kringe.

Der Stachel der Enttäuschung saß tief, da Hertha mit einem Sieg erstmals seit dem 20. September 2009 das Tabellenende verlassen hätte. "Wir haben wieder eine Chance vertan. Das war genau das, was wir nicht wollten", meinte Friedrich.

Auch der sonst so optimistische Trainer Friedhelm Funkel musste eingestehen: "Das war ein Rückschlag. Wir haben auf Nürnberg und Freiburg jeweils einen Punkt verloren", sagte Funkel, der jedoch versprach: "Der Kampf geht weiter."

Zuhause desolat

Angesichts einer erneut erschreckend schwachen Heimvorstellung stellt sich jedoch die Frage, wie Hertha tatsächlich doch noch die Wende im Abstiegskampf schaffen will.

Nach gutem Beginn mit mehreren Torchancen wirkte der Gegentreffer von Demba Ba (35.) schon wie ein K.O.-Schlag. "Danach tat sich die Mannschaft schwer, weil sie unbedingt den Ausgleich erzielen musste", sagte Funkel, der in der Nachspielzeit das 0:2 durch Vedad Ibisevic mit ansehen musste.

Vor 37.391 Zuschauern erwies sich vor allem der Sturm der Berliner als laues Lüftchen. Wintereinkauf Theofanis Gekas war so gut wie nicht zu sehen, auch Adrian Ramos blieb blass.

Schwache Außen

Auf den Außenbahnen konnten Friedrich und Lewan Kobiaschwili keine Akzente setzen, weil sie weder ein Laufduell gewannen, noch eine gute Flanke schlugen.

Abwehrspieler Lukasz Piszczek zog sich einen Innenbanddehnung im Sprunggelenk zu und wird wohl zwei Wochen fehlen. "Das ist ganz bitter für Hertha, aber so ist Fußball", sagte Hoffenheims Abwehrstratege Josip Simunic, der bis zum letzten Sommer neuneinhalb Jahre für die Hertha gespielt hatte.

"Berlin bleibt für mich immer etwas Besonderes. Als ich ins Stadion kam, hatte ich eine Gänsehaut", sagte der Kroate, der der Hoffenheimer Abwehr viel Stabilität gab.

Rangnick: "Dieser Sieg tut gut"

"Wir haben heute ab der 15. Minute so gut wie lange nicht mehr verteidigt", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, dessen Team mit der Empfehlung von nur einem Sieg aus den letzten elf Pflichtspielen nach Berlin angereist war.

"Dieser Sieg tut gut, weil wir vorher so viele Punkte liegen gelassen haben", meinte auch Keeper Timo Hildebrand.

Nach zuvor vier Auswärtspleiten in Folge konnten die Kraichsgauer dank einer cleveren Vorstellung den Abwärtstrend stoppen, doch Manager Jan Schindelmeiser mahnte zu Bescheidenheit:" Wir wollen jetzt nicht wieder von internationalen Plätzen sprechen. Wichtig ist jetzt, dass wir in unseren beiden nächsten Heimspielen gegen Mainz und Bremen nachlegen".

Einen Wermutstropfen gab es dennoch für die Gäste. Mittelfeldspieler Isaac Vorsah zog sich im Knie einen Abriss des Innenbandes zu und fällt mehrere Wochen aus.

Hertha - Hoffenheim: Daten zum Spiel

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