Bundesliga - 23. Spieltag

Rene Adler: "Das nehme ich auf meine Kappe"

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Sonntag, 21.02.2010 | 19:20 Uhr
Augen zu und durch - keine gute Idee von Rene Adler. Der Ball rutscht ihm durch, Pizarro staubt ab
© Getty
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Bayer Leverkusen hat sich die Tabellenführung der Bundesliga zurückerobert. Die Werkself verspielte am 23. Spieltag bei Werder Bremen beim 2:2 (1:1) in der Nachspielzeit allerdings zwei wichtige Punkte im Titelkampf.

Vor 39.000 Zuschauern im Bremer Weserstadion erzielten Eren Derdiyok (29.) und Toni Kroos (57.) die Tore für den Spitzenreiter. Claudio Pizarro hatte in der 34. Minute nach einem groben Patzer von Bayer-Keeper Rene Adler, der einen harmlosen Aufsetzer durch die Hosenträger rutschen ließ, den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt.

"Der Platz ist sicherlich nicht im besten Zustand, aber das liegt an der Jahreszeit. Das muss ich einfach besser machen. Das nehme ich auf meine Kappe. Das habe ich den Jungs auch in der Halbzeit gesagt. Man muss auch mal Fehler zugeben können. Und das 1:1 war meiner", sagte Adler auf "SKY".

Per Mertesacker gelang in der Nachspielzeit das glückliche 2:2 für Bremen (90.+2).

Völler überraschend entspannt

Trotz der zwei verlorenen Punkte bleibt Bayer auch nach 23 Spieltagen weiter ungeschlagen und stellt damit den Rekord der Bayern aus der Saison 1988/89 ein. Trainer damals wie heute: Jupp Heynckes. Werder dagegen verliert nach zwei Siegen in Folge diesmal wichtige Zähler im Kampf um die internationalen Plätze.

Bayer-Sportdirektor Rudi Völler nahm das Remis gegenüber SPOX überraschend locker: "Wer schon mal Fußball gespielt hat, der weiß, wie es ist. Sowas kommt eben vor. Es ist schade um die zwei Punkte, im Endeffekt haben wir aber auch einen Punkt gewonnen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Werder ohne den verletzten Hunt. Dafür beginnt Borowski im rechten Mittelfeld. Ansonsten keine Änderungen bei Bremen.

Bayer muss auf Abwehrchef Hyypiä verzichten (5. Gelbe Karte). Reinartz dafür neben Friedrich in der Innenverteidigung. Castro wieder links in der Viererkette an Stelle von Kadlec. Helmes muss wegen eines Muskelfaserrisses passen.

8.: Marin versetzt auf der linken Seite Schwaab und bringt den Ball scharf und hoch vor das Tor. Friedrich klärt gerade noch per Kopf.

15.: Vidal vertändelt in der eigenen Hälfte den Ball an Niemeyer, der vom linken Strafraumeck Richtung Tor flankt. Die Flanke gerät zum Torschuss und Adler klärt per Flugparade über die Latte.

20.: Kroos kommt an der Sechzehnmetergrenze nach einem Abpraller zum Abschluss, sein Schuss geht aber auf Mertesacker, der den Ball fast ungewollt rausköpft.

28.: Toller Angriff von Bayer. Bender und Barnetta rechts im Zusammenspiel. Bender flankt flach zur Mitte. Kießling lässt tropfen, Barnetta sofort mit links aus elf Metern. Knapp am linken Winkel vorbei.

29., 0:1, Derdiyok: Freistoß aus 25 Metern. Der Schweizer zieht den Ball mit Zug über die Mauer, in die linke Ecke. Wiese ist noch dran, der Ball flutscht neben dem linken Pfosten aber ins Netz.

34., 1:1, Pizarro: Freistoß Naldo aus 25 Metern. Strammer Schuss, der noch kurz vor Adler aufsetzt. Dem Nationalkeeper rutscht der Ball durch die Beine und hoppelt in Richtung Torlinie. Adler will nachfassen, aber Pizarro ist da und staubt aus fünf Zentimetern ab.

45.: Marin vernascht schon wieder zwei Leverkusener und flankt auf den Elfmeterpunkt. Naldo köpft auf den langen Pfosten, aber Adler ist da und klärt zur Ecke.

Halbzeit-Fazit: Unterhaltsames Spiel in Bremen. Bayer eine halbe Stunde lang Herr der Lage, Adlers Fehler aber hat zu einem kleinen Bruch im Spiel geführt.

57., 1:2, Kroos: Barnetta zieht von rechts zur Mitte. Pass auf Kroos. Mertesacker rückt zu spät raus, Kroos zieht aus 22 Metern satt ab. Der Ball fällt fies, Wiese kommt beim Sprung aber auch nicht vom Fleck. Links unten schlägt's ein.

83.: Konter Bayer. Derdiyok ist rechts durch. Rückpass auf Kießling. Dessen Granate aus zwölf Metern fischt Wiese aber magisch aus dem rechten Eck.

89.: Verwirrung im Bayer-Fünfer. Adler ist eine Millisekunde vor Pizarro am Ball und fummelt dem das 2:2 vom Kopf.

92., 2:2, Mertesacker: Langer Ball in den Sechzehner. Marin völlig frei, lupft an den Fünfer. Mertesacker schraubt sich hoch und köpft den Ball rechts ins Netz.

Fazit: Leverkusen sah mit seiner reiferen Spielanlage und kühler Effizienz lange wie der sichere Sieger aus. Erst in der Schlussphase verlor das Team die Ordnung und musste den bitteren Ausgleich schlucken.

Der Star des Spiels: Tranquillo Barnetta. Der Schweizer war auffälligster Leverkusener Offensivspieler. Immer anspielbar, quirlig und mit den nötigen Ideen. Zuerst Pasanen und in der zweiten Halbzeit Abdennour konnten Barnetta nur selten aus dem Spiel nehmen.

Die Gurke des Spiels: Tim Borowski rutschte durch Hunts Verletzung ins Team und nutzte seine Chance abermals nicht. Vom ehemaligen Nationalspieler gingen null Impulse im Offensivspiel aus, von Borowskis einstigen Stärken wie Passsicherheit, körperlicher Präsenz oder Torgefahr war absolut nichts zu sehen. Seine auffälligste Szene hatte er bei einem rüden Foul an Bender im Mittelfeld. Der als Leistungsträger geholte Borowski ist momentan nur ein Mitläufer.

Die Pfeife des Spiels: Michael Weiner hatte eine schwierige, teilweise hektische Partie mit vielen Nickeligkeiten und kleinen Fouls zu leiten. Er verrichtete seinen Job gewohnt kleinlich und leider allzu oft überkorrekt, vor allem mit der Vorteilsregel stand er einige Male auf Kriegsfuß.

Die Lehren des Spiels: Werders Spiel war unheimlich linkslastig. Özil unterstützte Marin dort immer wieder geschickt und riss damit Vidal aus der Zentrale. Nur stießen Frings oder Borowski kaum in die freiwerdenden Lücken, weil ihnen schlicht das Tempo im Antritt dazu fehlte.

Über die rechte Seite ging kaum etwas nach vorne, weil Fritz sich hauptsächlich um Kroos kümmerte und Borowski sich auf eigene Faust aber auch gar nichts zutraute. Nach dem erneuten Rückstand fand sich im Bremer Team niemand, der beherzt das Heft in die Hand nehmen wollte - oder konnte.

Bayer versuchte es zunächst oft mit dem langen Ball in die Spitze, änderte dieses Stilmittel aber schnell ob der Überlegenheit der Bremer Innenverteidigung im Luftkampf.

In der Defensive offenbarte der Spitzenreiter ebenfalls einige Probleme in der Luft, vor allem bei Standards wurde es gefährlich. Das Fehlen von Hyypiä war doch einige Male zu bemerken.

Vor allem in der Schlussphase hatte Bayer kaum noch Ordnung und Struktur im Spiel und wurde vom Bremer Druck erdrückt. Im Endeffekt stehen zwei verlorene Punkte und kein gewonnener Punkt. Die könnten am Ende noch sehr schmerzen...

Bremen - Leverkusen

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