Bundesliga - 21. Spieltag

Auch der Meister wird ein Opfer

Von Thomas Gaber/Daniel Börlein
Samstag, 06.02.2010 | 17:20 Uhr
Bayerns Abwehrspieler Daniel van Buyten (r.) erzielte gegen Wolfsburg sein sechstes Saisontor
© Imago
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Der FC Bayern München hat seine Erfolgsserie mit einem 3:1 (2:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg am 21. Bundesliga-Spieltag ausgebaut. Arjen Robben (2.), Daniel van Buyten (26.) und Franck Ribery (57.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal, Grafite sorgte nur noch für Ergebniskosmetik (90.).

Wolfsburg bleibt auch unter dem neuen Trainer Lorenz-Günther Köstner sieglos. Der letzte Dreier gelang dem deutschen Meister am 7. November 2009 gegen Hoffenheim.

Bayern rückte in der Tabelle bis auf zwei Tore an den punktgleichen Spitzenreiter Bayer Leverkusen heran.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Wolfsburg mit der Anfangself, die 1:1 in Hamburg spielte. Neuzugang Rever fällt mit Handbruch aus. Afrika-Cup-Fahrer Martins sitzt auf der Bank, Ziani ist nicht im Kader.

Die Bayern erneut mit der Sieger-Elf der letzten Wochen, Ribery auf der Bank.

2., 0:1, Robben: Schweinsteiger chippt den Ball aus dem linken Mittelfeld auf den linken Flügel zu Müller. Der legt mit links von der Grundlinie zurück an den Sechzehner. Dort kommt Robben angerauscht und haut die Kugel mit links flach ins rechte Eck. Siebtes Saisontor.

9.: Grafite taucht alleine vor Butt auf, doch der Brasilianer scheitert aus 13 Metern an Butt. Denn Nachschuss versemmelt Dzeko.

20.: Erste Ecke für den VfL. Misimovic zielt scharf auf den ersten Pfosten. Butt mit leichten Problemen. Die nächste Ecke führt Misimovic kurz aus. Der Ball landet bei Gentner, doch der schlägt die Kugel auf die Tribüne.

 

26., 0:2, van Buyten: Ecke Robben von rechts. Madlung mit der Kopfballkerze. Riether und Grafite schauen nur zu, wie Olic den Ball zurück an den Fünfer köpft. Dort steht van Buyten ganz alleine und köpft den Ball in die linke Ecke.

45.: Gentner mit der halbhohen Hereingabe von links. Grafite lässt die Kugel über den Oberschenkel streifen. Butt reißt eine Hand hoch und pariert.

Halbzeit-Fazit: Verdiente Pausenführung für die Bayern. Wolfsburg nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug für den FCB.

46.: Ribery kommt zu Beginn der zweiten Halbzeit für Olic. Müller rückt in die Mitte hinter Gomez.

48.: Gomez legt von links ab auf Robben, der kurz verzögert und dann aus zwölf Metern abzieht. Der Ball wird noch leicht von Madlung abgefälscht und klatscht an den Pfosten.

55.: Hammer Schweinsteiger aus 25 Metern. Lenz kratzt den Flatterball aus dem linken Giebel.

57., 0:3, Ribery: Robben mit einem Weltklasse-Pass in die Gasse. Müller läuft ein, scheitert zunächst aber an Lenz. Ribery sprintet hinterher, lupft die Kugel über Lenz und drückt sie zusammen mit Barzagli über die Linie.

65., Elfmeter für Wolfsburg: Ribery grätscht Riether im 16er unbeholfen um. Richtige Entscheidung. Grafite läuft mit viel Tamtam an, herauskommt aber nur ein Schüsschen. Butt hält den Ball fest!

90., 1:3, Grafite: Dzeko flankt von rechts scharf nach innen, van Buyten grätscht dazwischen. Die Kugel landet vor der Nase von Grafite, der den Ball aus aus zwei Metern über die Linie nickt.

Fazit: Souveräne Bayern gewinnen bei schwachen Wölfen. Auch der deutsche Meister wird ein Opfer der Münchner Dominanz.

Der Star des Spiels: Thomas Müller. Wöchentlich muss der Youngster um seinen Stammplatz bangen, Ribery will schließlich auch irgendwann wieder von Beginn an spielen. Umso beeindruckender ist Müllers konstant gute Leistung. Kein Anflug von Nervosität, keine Anzeichen von Verkrampfung. Müller lief Hasebe und Riether in der ersten Halbzeit in Grund und Boden, bereitete Robbens Tor glänzend vor und fand sich auch nach der Pause im Zentrum bestens zurecht. In dieser Form aus der Bayern-Startelf nicht wegzudenken, auch wenn er defensiv ein wenig schwächelte.

Die Gurke des Spiels: Grafite. Das personifizierte Problem des deutschen Meisters. Es ist nach wie vor hübsch anzusehen, was Grafite am Ball kann. Ab und an blitzt die Klasse auf. Doch das meiste geht schief. Viele Ballverluste, kaum ein gewonnener Zweikampf und als Krönung der alberne Elfmeter. Da nützte auch sein 1:3 nicht.

Die Pfeife des Spiels: Manuel Gräfe war weitgehend Herr der Lage. Griff hart durch und verteilte in einer hitzigen Anfangsphase zwei Gelbe Karten für Hasebe (9.) und Olic (10.). Ließ in der Folge aber zu viel durchgehen.

Die Lehren des Spiels: Die Bayern gewannen ihr achtes Bundesligaspiel in Folge und das in erneut souveräner Manier.

Beide Mannschaften legten ein mörderisches Anfangstempo hin. Mit dem ersten Angriff trafen die Bayern, Wolfsburg konnte sich von dem Schock schnell erholen und erweckte zumindest zu Beginn den Eindruck, als erste Mannschaft seit langem die Bayern in Verlegenheit bringen zu können.

Das Strohfeuer loderte 20 Minuten, ehe eine katastrophale Zuordnung nach einer Ecke van Buytens sechstes Saisontor ermöglichte. Und wenn die Bayern mal 2:0 vorne liegen, sind sie nicht mehr zu stoppen.

Für den diesmal weniger auffälligen Robben sprang Müller ein, Schweinsteiger verteilte glänzend die Bälle. Wenn dann noch Dauerpatient Ribery sein Tor mit einem Lupfer über den Torhüter selbst einleitet, fällt es nicht ins Gewicht, dass die Abwehr bisweilen aufreizend lässig die Bälle vertändelte und Gomez erneut einige Chancen liegen ließ.

Gegen fußballerisch gute Mannschaften haben aber auch die Bayern Probleme. Wolfsburg war dennoch nicht in der Lage, seine individuelle Klasse gewinnbringend einzubringen. Jeder einzelne aus Köstners Team hat zu viel mit sich selbst zu tun, Selbstvertrauen und Leichtigkeit liegen tief vergraben. Das Schlimmste: Es ist keine Besserung in Sicht.

Wolfsburg - Bayern: Daten zum Spiel

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