Samstag, 06.02.2010

Bundesliga - 21. Spieltag

Bochum stoppt Leverkusens Serie

Bayer Leverkusens Siegeszug durch die Bundesliga ist gestoppt. Am 21. Spieltag gelang der Werkself beim VfL Bochum nur ein 1:1 (0:1), womit die Serie von fünf Siegen in Folge beendet ist.

Eren Derdiyok (M.) erzielte kurz vor der Pause die Führung für Bayer Leverkusen
© Getty
Eren Derdiyok (M.) erzielte kurz vor der Pause die Führung für Bayer Leverkusen

Trotz der zwei verlorenen Punkte bleibt Leverkusen dank der leicht besseren Tordifferenz noch Spitzenreiter vor dem FC Bayern München und auch nach 21 Spieltagen die einzige ungeschlagene Mannschaft der Bundesliga.

Vor nur 22.176 Zuschauern brachte Eren Derdiyok (45.) die Gäste praktisch mit dem Halbzeitpfiff in Führung. Zlatko Dedic sicherte dem VfL, der zum fünften Mal nacheinander unbesiegt ist, einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf (68.).

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bochum zum ersten Mal mit Holtby im linken Mittelfeld. Dafür sitzt Azaouagh nur auf der Bank.

Leverkusen ohne eine einzige Änderung im Vergleich zum 3:1 aus der Vorwoche gegen Freiburg.

26.: Kießling spitzelt im Strafraum den Ball weiter auf Derdiyok. Der will per Kopf den anstürmenden Heerwagen aus sechs Meter überlisten, aber der Keeper lenkt den Ball gerade so über die Latte.

42.: Abpraller vor dem Bochumer Tor. Derdiyok volley aus ca. 18 Metern. Heerwagen fliegt schön durch die Luft und hält das Ding.

45., 0:1, Derdiyok: Vidal grätscht auf Kießling. Der spielt weiter zu Derdiyok. Der Schweizer im Sechzehner, wackelt kurz mit dem Körper. Maltritz schaut ganz, ganz schlecht aus. Derdiyok schiebt den Ball aus 13 Metern locker flach ins lange Eck.

Halbzeit-Fazit: Bayer führt verdient, weil die Mannschaft mehr für's Spiel tut, und Bochum bislang nur auf Torverhinderung aus war. Das dürfte sich jetzt bald ändern.

55.: Barnetta zieht aus 23 Metern volley ab. Noch leicht abgefälscht. Heerwagen schaut nur noch hinterher, der Ball fliegt aber aufs Tornetz.

68., 1:1, Dedic: Konter Bochum. Bayer ist etwas zu weit aufgerückt, Schwaab rückt nicht rechtzeitig ein. Der öffnende Pass von Holtby kommt auf Dedic, der freie Bahn hat und den Ball aus 15 Metern an Adler vorbeispitzelt. Vom linken Innenpfosten springt das Ding ins Netz.

89.: Barnetta nochmal aus der zweiten Reihe. Fieser Aufsetzer, aber Heerwagen fischt den Ball aus dem rechten Eck.

90.: Konter VfL. Sestak ist durch, lässt sich aber von Adler immer weiter nach außen abdrängen und haut den Ball dann aus spitzem Winkel weit über's Tor.

Fazit: Eindeutig zwei verlorene Punkte für Leverkusen, das lange Zeit alles im Griff hatte und nur einmal pennte.

Der Star des Spiels: Einen echten Star des Spiels gab es nicht. Trotzdem darf sich Toni Kroos zumindest als bester Spieler auf dem Platz feiern lassen. 67 Prozent gewonnener Zweikämpfe, 86 Prozent Passgenauigkeit, vier Torschüsse, zwei Torschussvorlagen. Nur der eine, entscheidende Vorstoß wollte auch Kroos nicht gelingen.

Die Gurke des Spiels: Marcel Maltritz. Bochums Kapitän gewann für einen Verteidiger ganz schwache 25 Prozent seiner Zweikämpfe und unterstrich seine dürftige Vorstellung bei seiner Nicht-Abwehrleistung vor Derdiyoks 0:1, als er sich durch eine simple Körpertäuschung wie ein C-Schüler austanzen ließ.

Die Pfeife des Spiels: Lutz Wagner hatte in einem echten Kampfspiel einige knifflige Szenen zu bewerten, lag dabei aber im Großen und Ganzen richtig. Spielentscheidende Fehler unterliefen Wagner keine.

Die Lehren des Spiels: Bayer blieb seiner Linie lange treu: Das ist alles nicht spielerisch spektakulär, aber eben spektakulär effizient. Umso verblüffender, dass Bochum die Gäste quasi mit den eigenen Waffen schlug.

Im Prinzip hatte der VfL keine Torchancen, nutzte aber die einzige wirkliche Unkonzentriertheit des Tabellenführers eiskalt aus. Vielleicht ist es nur eine Nuance, aber ein richtig abgezocktes Team fängt sich gegen einen derart harmlosen Gegner kein Tor ein und verwaltet so eine Partie auch mal nach Hause.

Was Bochum aber richtig gut machte: Sie ließen Bayer nie in Ruhe, waren immer bissig und unangenehm hart am Mann. Dem spielerischen Element der Gäste war dies alles andere als zuträglich; am Ende hatte Bayer seine gesamte Offensiv-Armada auf dem Platz, wurde aber vom VfL schlicht entnervt.

Dadurch hat Bochum nach dem FC Schalke (2:2) auch dem zweiten großen Konkurrenten der Bayern zwei wichtige Punkte geklaut.

Bayer dagegen konnte sich nach drei erfolgreichen Konterattacken dem Angriff der Bayern nicht erwehren und hat seinen Vorsprung auf den Rekordmeister aufgebraucht.

Bochum - Leverkusen: Daten zum Spiel

Christian Günthner/Stefan Rommel

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