Bundesliga - 11. Spieltag

VfB und Bayern treten auf der Stelle

Von Für SPOX in Stuttgart: Stefan Rommel
Samstag, 31.10.2009 | 17:22 Uhr
Nichts unbedingt was für Ästheten: Miro Klose und Artur Boka im Infight
© Getty
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Der VfB Stuttgart und Bayern München haben sich beim Süd-Klassiker am 11. Spieltag der Bundesliga leistungsgerecht 0:0 getrennt.

Vor 42.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena zeigten die Gastgeber zwar mehr Herz und Leidenschaft, die Bayern aber konzentriert-nüchternen Fußball und die reifere Spielanlage.

So wartet der VfB und Trainer Markus Babbel weiterhin auf den längst überfälligen Befreiungsschlag und dümpeln mit neun Pünktchen weiter tief im Keller, während die Bayern mit nunmehr 19 Punkten in Reichweite zur Spitze bleiben - mehr aber auch nicht.

So diskutierten die mySPOX-User

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Babbel bringt Kuzmanovic auf der Sechs und Marica neben Schieber im Zweier-Sturm. Träsch beginnt im rechten, Hitzlsperger im linken Mittelfeld. Die Bayern wie zuletzt im 4-4-2, allerdings darf Gomez an alter Wirkungsstätte von Beginn an neben Klose ran, Schweinsteiger zentral dahinter.

3.: Lahm verliert den Ball leichtfertig in der Vorwärtsbewegung an Hitzlsperger, der auf den zweiten Pfosten flankt. Träsch rauscht heran und zieht aus vollem Lauf mit rechts ab. Butt lenkt den Schuss mit den Fingerspitzen über den Querbalken.

5.: Marica setzt Badstuber unter Druck und erobert die Kugel. Der Rumäne flankt von rechts halbhoch nach innen. Van Buyten und Butt klären gemeinsam in höchster Not.

43.: Die Bayern kontern über Klose. Gomez läuft in Position und Klose spielt seinem Sturmpartner in den Lauf. Gomez nimmt die Kugel mit und versucht's mit Gewalt. Sein Linksschuss aus spitzem Winkel geht ans Außennetz.

Halbzeit-Fazit: Stuttgart mit starkem Beginn, die Bayern erst nach gut 20 Minuten im Spiel und mit viel Ballkontrolle - allerdings im Offensivspiel harmlos.

50.: Boka flankt von links butterweich auf den zweiten Pfosten. Hilbert enteilt Badstuber und Braafheid und köpft dann aus vollem Lauf aufs Tor. Butt lenkt die Kugel reflexstark über die Latte.

70.: Toni bringt gleich frischen Wind. Nach einem Eckball von links will der Italiener aufs Tor köpfen, doch er trifft den Ball drei Meter vor dem Gehäuse nur mit der Schulter - knapp drüber.

Fazit: Kein schönes Spiel, weshalb es das passende Ergebnis dazu gab. Die Bayern mit mehr Ballbesitz, der VfB mit mehr Leidenschaft, beide ohne Druck im Angriff.

Der Star des Spiels: Anatolji Tymoschtschuk. Der Ukrainer durfte - oder musste - wieder im rechten Mittelfeld ran und machte seine Sache gegen Hitzlsperger oder Hleb in der Defensive ganz vorzüglich. Als erster Störspieler rückte Tymoschtschuk auch oft auf den ballführenden Verteidiger oder Mittelfeldspieler und zwang den zum langen, hohen Ball - den dann van Buyten dankend wieder klärte. Lediglich bei einer veritablen Konterchance schloss Tymoschtschuk kurz nach der Pause überhastet ab. Sonst eine ganz starke Partie.

Die Gurke des Spiels: Leichter hätte es für Thomas Müller eigentlich gar nicht kommen können. Zuerst verletzte sich Osorio, danach auch noch Träsch - beide defensivstarken Außenspieler des VfB also. Die dafür eingewechselten Hilbert und Gebhart sind in der Rückwärtsbewegung keine Riesen. Trotzdem fand der Bayern-Youngster nie wirklich in die Partie und blieb bei seinen wenigen Ballkontakten zudem recht farblos.

Die Pfeife des Spiels: Michael Kempter hatte im Großen und Ganzen alles soweit im Griff, allerdings machten es ihm beide Mannschaften auch relativ leicht. Bisweilen nur etwas zu kleinlich in der Spielleitung.

Die Lehren des Spiels: Stuttgart mit der Blaupause der letzten Wochen: Ganz nett, mit den besseren Chancen, aber ohne Entschlossenheit, wenn's ums Wesentliche geht. Im Angriffszentrum sind Marica und Schieber entweder zu umständlich oder ihnen fehlt die schnelle Auffassungsgabe.

Babbel versuchte sich mit der Raute bei Ballbesitz und einem 4-1-4-1, wenn die Bayern den Ball hatten. Das verlieh defensive Stabilität, machte schnelles Umschalten nahezu unmöglich, weil die Lücke zwischen Marica und den aufrückenden Mittelfeldspielern viel zu groß war.

Sehr auffällig: Dem VfB fehlte es besonders in den letzten 20 Minuten sowohl an geistiger als auch an körperlicher Frische. Bayern hatte über weite Strecken der Partie die Spielkontrolle, der emsige Schweinsteiger konnte das Offensivspiel aber nicht mit den nötigen Impulsen anreichern, weshalb sich die Gäste nicht eine hundertprozentige Torchance erspielen konnten.

Die Bayern haben sich immer noch nicht entschlossen, welchen Weg sie denn nun gehen wollen. Dafür stottert es noch viel zu oft im Offensivspiel, ist im 4-4-2 zu wenig Fluss und Kreativität im Spiel. Und sie bleiben sich ihrer Regel treu: Auf ein oder zwei gute folgt auch immer wieder ein schlechteres Spiel. Serie geht anders.

Stuttgart - Bayern: Daten zum Spiel

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