Samstag, 27.09.2008

Bundesliga - 6. Spieltag

Hannover schlägt harmlose Bayern

Erneute Blamage statt Wiedergutmachung: Der FC Bayern München hat in der Bundesliga erneut gepatzt und am Samstag bei Hannover 96 mit 0:1 (0:1) verloren.

Hannover 96, Bayern München
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Blamage statt Wiedergutmachung: Der FC Bayern München hat in der Fußball-Bundesliga wieder gepatzt und am Samstag bei Hannover 96 mit 0:1 (0:1) verloren. Wie bei der 2:5- Pleite gegen Werder Bremen spielten die Bayern vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena zu behäbig und ideenlos.

Die nicht einmal besonders starken Hannoveraner blieben zum zehnten Mal in Folge zu Hause ungeschlagen und feierten den ersten Heimsieg gegen die Bayern seit 20 Jahren durch ein Tor von Szabolcs Huszti (23.). Zuletzt hatte es am 16. April 1988 einen 96-Heimsieg gegen München gegeben.

"Alles andere als angenehm"

"Der Anblick der Tabelle ist nicht schön. Das nervt mich, gar keine Frage. Ich glaube nicht, dass diese Niederlage etwas mit Rotation zu tun hat. Man kann nicht sagen, dass die Mannschaft, die auf dem Platz stand, schlechter ist als Hannover 96", sagte Bayern- Manager Uli Hoeneß.

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"Die Art und Weise ärgert uns", meinte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel. "Wir haben nicht schlecht begonnen, das Gegentor hat uns den Rhythmus genommen, danach kamen wir nicht wieder rein. Das ist alles andere als angenehm."

Bayern mit fünf Neuen

Hannovers Nationaltorwart Robert Enke kommentierte hingegen glücklich: "Nur so geht's, egal, ob gegen Bayern oder sonstwen. Man muss gucken, dass man hinten wenig zulässt und vorne macht man dann halt mal einen Freistoß rein."

Die Bayern spielten in Hannover erneut viel zu nachlässig und zu langsam. Auch mit fünf neuen Spielern im Vergleich zur deutlichen Niederlage gegen Bremen ließen sie das notwendige Tempo vermissen und schafften es nicht, Druck aufzubauen.

Klinsmann verzockte sich zudem, ließ rotieren und mit Ze Roberto und Lucio sogar zwei seiner Brasilianer daheim in München, um sie für das Champions-League-Spiel gegen Olympique Lyon zu schonen.

"Hinterher ist man immer schlauer"

Doch mit den überraschend beginnenden Breno in der Innenverteidigung und Jose Ernesto Sosa im Mittelfeld gab es keine Besserung. "Hinterher ist man immer schlauer", kommentierte Klinsmann die vielen Wechsel.

Die Bayern, die nach einer knappen Viertelstunde den verletzten Christian Lell durch Massimo Oddo ersetzen mussten, blieben völlig harmlos und ohne Durchsetzungsvermögen.

Bezeichnend war, dass es in der ersten Halbzeit nur eine einzige Chance gab, als Martin Demichelis den Ball in der 7. Spielminute aus knapp fünf Metern über das Tor schoss.

Wunderheilung in Hannover

Danach blieb es für 96-Keeper Robert Enke, der Mitte der ersten Halbzeit völlig unbedrängt einen Ball zu Miroslav Klose spielte, unerwartet lange ruhig. Auch mit den Einwechslungen von Franck Ribery und Lukas Podolski wurden die Bayern nicht gefährlicher.

Die Hannoveraner, die während der Woche mehr als ein Dutzend Ausfälle beim 0:2-Pokal-Aus gegen Schalke 04 beklagt und dann eine wundersame Heilung fast aller Spieler erlebt hatten, spielten mit fünf neuen Spielern zurückhaltend und auf Konter lauernd.

Freistoß nicht unhaltbar

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Ohne Valerien Ismaël und Arnold Bruggink agierten die Gastgeber vor allem anfangs betont defensiv und wirkten in vielen Szenen nervös. Steve Cherundolo, Jiri Stajner und Frank Fahrenhorst erwiesen sich zu Beginn als Unsicherheitsfaktoren. Doch als die 96er merkten, wie schwach die Bayern agierten, drehten sie auf und gewannen an Sicherheit.

Nach dem direkt verwandelten Freistoß von Huszti, der für Torwart Michael Rensing nicht unhaltbar wirkte, legten die Gastgeber den Respekt ab. Allein Mikael Forssell hätte bei seinen drei großen Chancen (30./34./75.) für das beruhigende 2:0 sorgen können.

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