Van Bommels gute Tat

Von Thomas Gaber / Henning Maid
Samstag, 23.08.2008 | 22:26 Uhr
van bommel, bayern münchen, bundesliga, rote karte, borussia dortmund
© Getty
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Dortmund/München - In drei Minuten und sieben Sekunden kann man im Fußball so einiges erledigen. Drei Tore schießen wie James Hayter im Februar 2004 für den englischen Drittligisten FC Bournemouth. Oder ein Champions-League-Finale verlieren wie der FC Bayern anno 1999.

Man kann sich in dieser Zeit aber auch zwei Gelbe Karten abholen, die gemäß FIFA-Statuten eine Rote ergeben und das Spiel für den Sünder unweigerlich beenden. So wie für Mark van Bommel am Samstag in Dortmund.

Schon wieder Gelb-Rot für van Bommel

In der 23. Minute sah der Kapitän des FC Bayern Gelb-Rot, einem gestreckten Fuß gegen Sebastian Kehl folgte 187 Sekunden später ein Ellbogen-Wischer über Tamas Hajnals Scheitel. Schiedsrichter Herbert Fandel kannte nach Rücksprache mit Assistent Mike Pickel kein Erbarmen. Van Bommels dritter Platzverweis in den letzten zehn Bundesligaspielen. Stark rekordverdächtig.

"Die Aktion gegen Hajnal war keine Absicht. Ich hatte ihn ja nicht mal gesehen. Wenn es Absicht gewesen wäre, dann treffe ich ihn anders", sagte van Bommel. Was hätte er denn dann gemacht? Valdez die Augenhöhle zerschmettert?

Jürgen Klinsmann nahm seinen Kapitän ganz diplomatisch in Schutz. "Er ist kein Sicherheitsrisiko. Er wollte seine Leaderqualitäten unter Beweis stellen", so der Bayern-Coach. Sagen wir's so: Er hat sie in Dortmund falsch interpretiert.

Zwei Redakteure - zwei Meinungen: Das Blog-Duell zum Thema van Bommel

Warum Klose?

Dem Spiel gab van Bommel durch sein Verhalten jedenfalls ein neues Gesicht. Zuvor hatte die Systemumstellung von Klinsmann im Vergleich zum 2:2 gegen den HSV wenig geholfen, das Bayern-Spiel stabiler, attraktiver - schlichtweg besser zu machen.

Statt Raute ließ Klinsi im Mittelfeld mit Doppelsechs spielen, van Bommel wurde von Andreas Ottl unterstützt. Defensive Lücken ergaben sich dennoch und der BVB machte sich diese durch Kubas sehenswertes 1:0 (9.) auch zunutze.

Lukas Podolski musste sich das alles von der Bank aus ansehen, Klinsmann entschied sich für Miroslav Klose im Angriff neben dem genesenen Luca Toni. Keine gute Idee. Klose rechtfertigte das Vertrauen in keinster Weise. Der Ex-Bremer fiel in der ersten Halbzeit nur einmal auf, als er eine vielversprechende Kontersituation der Bayern durch einen albernen Fehlpass auf Hamit Altintop abrupt zunichte machte.

"Unsere drei Stürmer befinden sich in einem ständigen Wettbewerb. Diesmal haben wir uns gegen Lukas entschieden. Das nächste Mal trifft es vielleicht einen anderen", sagte Klinsmann. Bleibt der Coach seinem Leistungsprinzip treu, kann es nur Klose sein.

Borowski bringt die Wende

Dass Klinsmann den Nationalstürmer nach der Pause in der Kabine ließ, hatte aber noch einen anderen Grund als nur Kloses maue Vorstellung. Klinsmann wollte etwas verändern. Abermals machte er sich am System zu schaffen. Stürmer Klose raus, Mittelfeldspieler Tim Borowski rein. 4-4-1 statt 4-3-2.

Mit zehn Mann bei 0:1-Rückstand. Kalkuliertes Risiko statt Sturmlauf ins mögliche Verderben. Mit diesem taktischen Schachzug ersparte sich Klinsmann eine äußerst ungemütliche Woche.

Die Bayern waren in Hälfte zwei Chef im Ring, Borowski gab dem Offensivspiel Struktur und erzielte seinen ersten Treffer für den neuen Arbeitgeber.

"Das Unentschieden war hoch verdient. Wir haben 70 Minuten in Unterzahl gespielt und waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft", urteilte Manager Uli Hoeneß.

Schweinsteiger gelobt Besserung

Mit zwei Punkten aus zwei Spielen haben die Bayern das Klassenziel aber erstmal klar verfehlt. "Wir sind natürlich unzufrieden mit der Ausbeute. Wir wollen jedes Spiel gewinnen", sagte Bastian Schweinsteiger.

Bei den Beteiligten dominiert auch nach Bundesligaspiel zwei unter Klinsmann das Wort Geduld. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Nächste Woche machen wir das besser", prophezeite Schweinsteiger. Auch Klinsmann ist sich sicher, "dass wir gegen Hertha den ersten Sieg einfahren".

Uli Hoeneß gefällt die Rolle des Jägers bestens, der Manager fühlt sich wohl in den Niederungen der Tabelle (Platz zehn, punkt- und torgleich mit Arminia Bielefeld).

"Wenn wir jetzt schon oben wären, wäre die Bundesliga doch schon wieder langweilig", sagte Hoeneß gewohnt bissig. So redete sich am Samstag jeder beim FC Bayern die Situation schön.

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