Fussball

Hoffenheim rettet Punkt

Von Haruka Gruber / Rene Scheufen
Hoffenheim rannte bis kurz vor Schluss vergeblich auf das Tor der Gladbacher an
© Getty

Herbstmeister 1899 Hoffenheim hat bei Abstiegskandidat Borussia Mönchengladbach dank eines Tores kurz vor dem Schlusspfiff  ein 1:1 (0:1) gerettet.

Vor 42.421 Zuschauern im Borussia-Park erzielte Alexander Baumjohann, der nächste Saison zum FC Bayern wechselt, per Distanzschuss die Führung für die Fohlen (44.).

In der 89. Minute gelang Hoffenheims Joker Wellington doch noch der Ausgleich.

Für Aufregung sorgte eine Entscheidung von Schiedsrichter Lutz Wagner in der 69. Minute: Erst zeigte er nach einem Zweikampf zwischen Obasi und Galasek für Hoffenheim auf den Elfmeterpunkt, nach Absprache mit dem Linienrichter nahm er den Strafstoß jedoch zurück.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gladbach mit zwei Änderungen: Marin und Dorda für Paauwe und Brouwers. Bei 1899 ersetzt Haas den angeschlagenen Hildebrand. Obasi immerhin auf der Bank.

15.: Haarsträubender Ballverlust von Gohouri vor dem eigenen Sechzehner. Salihovic geht an die Grundlinie und flankt an den  zweiten Pfosten auf Teber, der volley abzieht. Der Ball geht knapp links vorbei.

22.: Dicke Chance für Sanogo: Teber flankt von rechts auf den an der Fünfer-Linie freistehenden Neuzugang. Die Direktabnahme geht zwei Meter links vorbei.

29.: Bradley vernascht mit einem Übersteiger Gustavo und spielt direkt auf Baumjohann ab. Der passt umgehend auf Matmour, der von Beck zu viel Platz bekommt. Hass pariert den Schuss aus acht Metern.

31.: Schöner Freistoß von Salihovic aus 25 Metern. Bailly taucht ab und klärt zur Ecke.

44., 1:0, Baumjohann: Galasek mit dem öffnenden Pass auf Baumjohann. Der zukünftige Münchner hält aus 20 Metern drauf, Haas steht einen halben Meter zu weit draußen, der Ball senkt sich hinter ihm zentral ins Tor. Haltbar!

55.: Gefährlicher Schuss von Salihovic, aber auch stark pariert von Bailly. Der Keeper taucht in sein linkes unteres Eck ab und faustet zur Ecke.

60.: Strittige Szene im Sechzehner der TSG: Friend im Zweikampf mit Jaissle. Der Kanadier fällt, aber Wagner zeigt nicht auf den Elfmeterpunkt. Im Anschluss geht Matmours Schuss vorbei.

62.: Neuville kommt für Publikumsliebling Marin, Pfeifkonzert gegen Meyer. Bei 1899 feierst Obasi sein Comeback, Teber geht.

69.: Umstritten! Wagner zeigt nach einem Zweikampf zwischen Galasek und Obasi auf den Elfmeterpunkt. Nach  Rücksprache mit seinem Assistenten nimmt er die Entscheidung aber wieder zurück. Knifflig!

78.: Ba nimmt den Ball mit dem Rücken zum Tor an und schießt mit einem Fallrückzieher den Ball an die Latte.

89., 1:1, Wellington: Doch noch der Ausgleich! Compper verlängert einen Freistoß von rechts auf den zweiten Pfosten. Wellington, kurz zuvor eingewechselt, köpft ein. Doch das Tor hätte nicht zählen dürfen, denn Wellington stand bei der Kopfballverlängerung knapp im Abseits.

So lief das Spiel: Beide Teams begannen auf überschaubarem Niveau. Gladbach - überraschend offensiv aufgestellt - agierte zu verschnörkelt und kompliziert, Hoffenheim zog daraus jedoch keinen Nutzen. Das Spiel des Herbstmeisters war vorhersehbar, zudem gesellten sich unnötig viele Fehlpässe dazu.

Nachdem Borussia aus dem Nichts das 1:0 gelungen war, zeigte sich Hoffenheim in der zweiten Hälfte deutlich verbessert. Die bis dahin sehr zurückhaltenden Außenverteidiger schalteten sich häufiger nach vorne ein, auch Weis und Salihovic entwickelten mehr Offensivdrang.

Ab Minute 60 schnürte 1899 den Gastgeber in deren Hälfte ein, erhöhte das Tempo - und entblößte so die Verteidigung. Doch die sich daraus ergebenden Konter spielte die Borussia fahrlässigerweise nicht konsequent zu Ende, was mit dem 1:1 bestraft wurde.

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Der Star des Spiels: Hans Meyer. Sein Verständnis von Menschenführung sorgte in den letzten Wochen für Erstaunen, wenn nicht Kopfschütteln. Doch offenbar erreicht er mit seiner kauzigen Art nach wie vor seine Spieler. Sonst wäre eine derart couragierte Leistung wohl nicht zu erklären. Respekt vor der mannschaftlich geschlossenen Leistung - trotz des Ausgleichs kurz vor dem Schlusspfiff.

Die Gurke des Spiels: Luiz Gustavo. Sinnbildlich für die Leistung der Hoffenheimer. Bemühte Leistung, doch dem sonst so zuverlässigen Brasilianer unterliefen im Aufbauspiel etliche Fehlpässe. Zudem wirkte er als Abräumer im defensiven Mittelfeld überfordert, verlor einige wichtige Zweikämpfe.

Die Lehren des Spiels: Hoffenheim - die neue Fighter-Truppe der Liga. Lange sah es nach einem Ausrutscher der TSG aus, doch dank einer fulminanten Schlussoffensive rettete 1899 den Punkt. Das Remis legte aber schonungslos offen, dass das grandiose Offensivspektakel der TSG erstmal Geschichte ist.

Ohne Ibisevic, Eduardo und Obasi in der Startelf fehlt schlicht die Qualität für Zauberfußball. Was hinzukam: Ungewohnt fehlerhaftes Aufbauspiel von Gustavo und den Innenverteidigern Compper/Jaissle.

Gladbach zeigte keine überragende Leistung. Doch anders als in der Vergangenheit stand Gladbach einigermaßen kompakt - was aber die fußballerischen Defizite der Mannschaft nicht übertünchen kann, wenn Marin oder Baumjohann nicht am Ball sind. Stellvertretend dafür die Leistung von Galasek. Fleiß: Note 1. Technik: Note 5.

Gladbach-Hoffenheim: Daten & Fakten

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