Hoffenheim kann auch anders

Von Thomas Gaber/Andreas Lehner
Samstag, 31.01.2009 | 17:20 Uhr
Demba Ba erzielte den Treffer zum 1:0 gegen Energie Cottbus
© Getty
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Herbstmeister 1899 Hoffenheim hat durch einen 2:0 (1:0)-Sieg gegen Energie Cottbus am 18. Spieltag der Bundesliga die Tabellenführung verteidigt und diese durch die Niederlage des FC Bayern München in Hamburg sogar auf zwei Punkte ausgebaut. Die Tore für die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick erzielten vor 30.150 Zuschauern im neuen Stadion in Sinsheim Demba Ba (28.) und Neuzugang Boubacar Sanogo (63.).

Für die zweite prominente Hoffenheimer Neuverpflichtung verlief das Debüt dagegen unglücklich. Torhüter Timo Hildebrand musste mit einer Beckenprellung nach einer Stunde ausgewechselt werden.

Cottbus bleibt nach der 12. Saisonniederlage auf einem Abstiegsplatz.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Die Winter-Neuzugänge Timo Hildebrand und Boubacar Sanogo geben ihr Debüt für Hoffenheim. Bei Cottbus steht der ausgeliehene Jan Rajnoch in der Startelf.

4.: Freistoß von Teber von rechts mit Schnitt zum Tor. Jaissle lässt den Ball über den Scheitel rutschen, aber klar am langen Pfosten vorbei.

11.: Weis fährt Ziebig in die Parade und sieht den ersten Karton.

12.: Nächste Gelbe! Diesmal für Jula, der Beck mit gestrecktem Bein abräumt.

28., 1:0, Ba: Ecke durch Salihovic von links, Rajnoch springt unten durch und der Ball landet bei Teber. Der chippt den Ball von rechts nach innen. Ba köpft den Ball einmal in die Luft, die Cottbuser bleiben alle stehen und der Senegalese schiebt aus drei Metern ungehindert ein.

34.: Strittige Szene! Skela mit der Flanke von rechts. Hildebrand kann den Ball in Bedrängnis nicht festhalten, reißt dann Sörensen um und wirft sich auf den Ball. Kann man auch Elfer pfeifen.

51.: Latte! Ziebig mit einem langen Ball an den Strafraum. Jula köpft den Ball Richtung Tor. Compper will den Ball mit dem Hinterkopf zu Hildebrand zurückspielen, aber Rost grätscht dazwischen und drischt das Ding aus fünf Metern nur an die Latte.

60.: Wechsel bei Hoffenheim. Hildebrand muss nach einem Zusammenprall mit Rost runter. Der Oberschenkel macht Probleme. Für ihn kommt Haas.

63., 2:0, Sanogo: Langer Ball von Jaissle. Ba nimmt den Ball kurz an und leitet ihn dann mit der Hacke weiter in den Strafraum. Sanogo gewinnt den Zweikampf mit Wucht gegen Atan und netzt aus sieben Metern links unten ein.

75.: Konter der Hoffenheimer nach einem Cottbuser Freistoß über links mit Salihovic. Der Bosnier bedient Weis am Strafraum. Der nimmt den Ball mit der Brust runter und zieht von halbrechts ab. Der Schuss aber zu schwach und Tremmel hat die Kugel sicher.

So lief das Spiel: Stotterstart für den Herbstmeister. In der gesamten ersten Halbzeit war nichts zu sehen vom begeisternden Hochgeschwindigkeitsfußball der Hinrunde. Cottbus machte die Räume im Mittelfeld dicht, Hoffenheim wirkte behäbig und ideenlos. Torchancen entstanden eher zufällig, Salihovic und Beck probierten es aus der zweiten Reihe. Energies zaghafte Offensivversuche endeten spätestens am TSG-Strafraum. Hoffenheims Führungstor fiel aus dem Nichts.

Nach der Pause das gleiche Bild. Hoffenheim hatte die Partie zwar unter Kontrolle, vernünftige Spielzüge waren aber weiterhin höchst selten. Cottbus kam endlich auf die Idee, auch offensiv am Spiel teilzunehmen. Kapitän Timo Rost vergab die Riesenchance zum Ausgleich (51.). Nach Sonogos 2:0 (63.) war der Drops gelutscht. Hoffenheim verwaltete den Vorsprung gegen harmlose Gäste und hätte durchaus noch höher gewinnen können.  

Star des Spiels: Demba Ba. Der Senegalese fühlte sich auch ohne seine kongenialen Sturmkollegen Obasi und Ibisevic wohl. Er  verstand sich gut mit Sanogo, erzielte sein achtes Saisontor und legte seinem neuen Partner den Ball vor dem 2:0 mit der Hacke auf.

Gurke des Spiels: Jan Rajnoch. Energies Neuzugang aus Boleslav fiel schon im DFB-Pokal-Spiel in Leverkusen negativ auf. Auch bei seinem Bundesligadebüt gelang dem defensiven Mittelfeldspieler herzlich wenig. Rajnoch spielte oft Foul und leistete sich viele ungenaue Pässe. So ist Rajnoch keine Verstärkung.

Lehren des Spiels: In der Hinrunde verblüffte Aufsteiger Hoffenheim die Liga mit bedingungslosem, erfolgreichem Offensivfußball. Die Rangnick-Elf kann aber auch anders. Spielerisch war die Leistung gegen Cottbus überschaubar, aber äußerst effektiv. Lediglich drei, vier echte Torchancen erspielte sich der Herbstmeister, zwei davon wurden genutzt.

Ohne die verletzten Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic fehlte es dem Hoffenheimer Offensivspiel an Esprit und Tempo. Das Zusammenspiel des neuen Sturmduos Ba/Sanogo klappte aber schon ganz gut.

Cottbus konnte sich im Vergleich zum Pokalspiel in Leverkusen steigern, das Angriffsspiel der Lausitzer war aber abermals extrem harmlos. Gegen keinesfalls übermächtige Hoffenheimer wäre diesmal mit etwas mehr Mut ein Punkt drin gewesen.

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