Die beste Mannschaft Deutschlands

SID
Samstag, 29.11.2008 | 19:55 Uhr
1899 Hoffenheim fährt nach dem 3:0-Sieg gegen Bielefeld selbstbewusst nach München
© Getty
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1899 Hoffenheim überzeugte beim 3:0 gegen Arminia Bielefeld einmal mehr und fährt mit breiter Brust zum Spitzenspiel gegen die Bayern in die Allianz Arena. Bielefelds Trainer Michael Frontzeck wollte gar "die beste Mannschaft Deutschlands" gesehen haben.

Die Himmelsstürmer von 1899 Hoffenheim blasen vor dem direkten Duell endgültig zum Angriff auf Rekordmeister Bayern München, und "Kaiser" Franz Beckenbauer zeigt sich schon schwer beeindruckt.

Er sei überzeugt, "dass Hoffenheim am Ende der Hinrunde ganz vorne steht", meinte der Bayern-Präsident nach dem beeindruckenden 3:0 (2:0)-Heimsieg der Hoffenheimer gegen Arminia Bielefeld.

Hoffenheim strotzt vor Selbstvertrauen

Selbst bei einer Niederlage mit bis zu drei Toren Unterschied am Freitag in München würde der Neuling als Tabellenführer in den letzten Spieltag vor der Winterpause gehen, doch nach acht Siegen aus neun Spielen strotzen die Hoffenheimer Spieler vor Selbstvertrauen.

"Wir fahren da hin, um zu gewinnen. Wir wollen auch dort unser Spiel durchsetzen und attackieren", meinte Hoffenheims Kapitän Selim Teber mit Blick auf das Spitzenspiel.

Rangnick: "Wir haben auch in München eine Chance"

Nach der geglückten Generalprobe soll dort die Kür mit dem vorzeitigem Gewinn der Herbstmeisterschaft folgen und das Kraichgauer Weihnachtsmärchen vollendet werden.

Auf die Frage, ob er nach München reise, um dort drei Punkte zu holen, antwortete Trainer Ralf Rangnick wie selbstverständlich: "Na klar. Wenn wir couragiert auftreten, haben wir auch dort eine Chance."

Für Arminen-Trainer Michael Frontzeck ist Hoffenheim momentan sowieso "die beste deutsche Mannschaft". Die Favoritenrolle will sich der Primus aber dennoch nicht unterjubeln lassen.

Compper mahnt Mitspieler

Neu-Nationalspieler Marvin Compper vermutet hinter den lobenden Worten von Beckenbauer und Manager Uli Hoeneß ("Hoffenheim ist unser stärkster Konkurrent") sogar Taktik.

"Dieses Spielchen kennen wir, das interessiert uns nicht. Die Münchner Profis haben mehr Länder- als wir Bundesligaspiele. Deswegen sind wir nicht auf Augenhöhe mit ihnen", mahnte der Innenverteidiger zur Bescheidenheit und versicherte: "Die Herbstmeisterschaft ist bei uns gar kein Thema."

Ergänzungsspieler stechen

Trotzdem bewies die starke spielerische Leistung gegen Bielefeld, dass sich die Hoffenheimer vor dem Rekordmeister in vielfacher Hinsicht nicht verstecken müssen.

Zum Beispiel in punkto "starke Ergänzungsspieler". Selbst die Ausfälle der drei Leistungsträger Sejad Salihovic, Luiz Gustavo (beide gesperrt) und Chinedu Obasi (Knieblessur) kompensierten die Nordbadener, deren Präsident Dietmar Hopp im Kalifornien-Urlaub von dem neuerlichen Sieg erfuhr, mühelos.

Rangnick lobt den Teamgeist

"Die Spieler, die reinkommen, sind eben gut. Sie wissen, was sie zu tun haben. Außerdem ist der Teamgeist enorm. Von der Nummer eins bis zur Nummer 22 sind alle ein Teil dieser Mannschaft", erklärte Rangnick dieses Phänomen.

Bezeichnend, dass gegen die Ostwestfalen die ins Team gerückten Teber und Isaac Vorsah zu den überragenden Akteuren zählten. "Da haben wir ein Luxusproblem", konstatierte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser zufrieden.

Kapitän Teber, der erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf stand, bereitete die frühe Führung durch Vedad Ibisevic (5.) mustergültig vor.

Ibisevic auf Gerd Müllers Spuren

Der Bosnier wandelt nach seinem 17. Treffer im 15. Saisonspiel weiter auf den Spuren von Bundesliga-Rekordtorschütze Gerd Müller. Der Brasilianer Carlos Eduardo (11.) und der eingewechselte Francisco Copado (89., Fouelfmeter) machten den elften Saisonerfolg perfekt.

Vom M(eisterschafts)-Wort will Rangnick zwar nach wie vor nichts wissen. Trotzdem hat der "Professor" auch für die Rückrunde schon konkrete Ziele.

"Wir haben eine richtig gute Konstanz. Jetzt geht es darum, diese in den nächsten 19 Spielen fortzusetzen", meinte Rangnick, während Kontrahent Bielefeld in Person von Thorben Marx den Hut vor Hoffenheim zog. "Das wird ganz schwer für die Bayern", mutmaßte der Mittelfeldspieler.

1899 Hoffenheim - Arminia Bielefeld: Alle Daten und Fakten zum Spiel

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