Pantelic schießt Hertha auf Platz zwei

Von Thomas Gaber / Rene Scheufen
Freitag, 28.11.2008 | 22:24 Uhr
Hertha-Kapitän Arne Friedrich (l.) leistete beim Kölner Ausgleich Schützenhilfe
© Getty
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Ausgerechnet Marko Pantelic hat Hertha BSC Berlin am 15. Spieltag der Bundesliga zumindest vorübergehend auf Tabellenplatz zwei geschossen. Der in der 69. Minute eingewechselte Serbe erzielte in der 86. Minute den 2:1-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln.

Gojko Kacar hatte Berlin in der 23. Minute in Führung geschossen, Milivoje Novakovic zwischenzeitlich ausgeglichen (45.). Mit 30 Punkten kletterte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre auf Platz zwei, der 1. FC Köln bleibt mit 19 Zählern auf Rang zehn.

Der SPOX-Spelfilm:

Vor dem Anpfiff: Berlin mit der Elf, die zuletzt in Bochum 3:2 gewann. Für Marko Pantelic bleibt erneut nur ein Platz auf der Bank. Beim FC beginnen Miso Brecko, Thomas Broich und Fabrice Ehret für Kevin McKenna, Nemanja Vucicevic und Rodar Antar.

14.: Erste Ecke für Berlin von links. Kacar hält den Schädel hin, Mondragon faustet das Ding zur nächsten Ecke.

23., 1:0, Kacar: Wome spielt auf Höhe der Mittellinie ohne Bedrängnis einen albernen Querpass in die Füße von Raffael. Woronin zieht zwei Kölner auf sich, bekommt den Ball von Raffael und steckt durch auf den mitgelaufenen Kacar. Der lässt Mondragon keine Chance und schiebt lässig rechts unten ein. Traumtor!

27.: Rumms! Brecko knallt die Pille aus rund 20 Metern an die Latte. Da hätte Drobny alt ausgesehen - er stand nämlich etwas zu weit vor seinem Kasten.

45., 1:1 Novakovic: Ehret flankt von links in den Strafraum, Novakovic schraubt sich hoch und köpft den Ball wie aus dem Lehrbuch in den rechten Winkel. Keine Chance für Drobny, aber Friedrich und Simunic schauen nur zu.

51.: Guter Schuss von Woronin: Der Stürmer hält aus 20 Metern einfach mal drauf. Der Ball springt tückisch auf, doch Mondragon ist zur Stelle und dreht den Ball um den rechten Pfosten.

69.: Cicero macht Platz für Pantelic. Favre gibt seinem Sorgenkind eine Chance.

72.: Und da ist er doch schon drin. Pantelic! Aber es zählt nicht. Woronin spielt Pantelic an, der lässt Mondragon aus 13 Metern keine Chance. Doch der Schiri-Assi wedelt wild mit seinem Fähnchen. Pantelic stand Millimeter im Abseits. Korrekte Entscheidung.

86., Pantelic: Jetzt aber! Ebert bringt eine Ecke von links an den ersten Pfosten, wo sich Pantelic sauber durchsetzt und den Kopfball unter die Latte setzt. Da hat Novakovic nicht aufgepasst.

So lief das Spiel: Anständige Anfangsphase der Kölner. Gute Raumaufteilung, solides Passspiel. Chancen gab's allerdings keine für den FC, meist probierten es die Gäste aus der zweiten Reihe. Die Hertha wartete erstmal ab und lauerte auf Fehler der Kölner. Wome tat der Hertha den Gefallen mit seinem schlimmen Fehlpass und prompt war der Ball nach einer herrlichen Kombination über Raffael, Woronin und Vollstrecker Kacar im Tor (23.). Der FC war nicht geschockt, im Gegenteil. Breckos Hammer landete an der Latte (27.). Köln blieb dran und wurde durch Novakovic' neuntes Saisontor mit dem Ausgleich belohnt (45.).

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Köln hielt gut dagegen, den Berlinern fiel im Spiel nach vorne nicht viel ein. Beide Teams gingen verbissen in die Zweikämpfe und hielten den Gegner vorm eigenen Tor fern. Folgerichtig fiel der Siegtreffer nach einer Standardsituation.

Star des Spiels: Herthas Führungstreffer. Einmalig. Nach Womes Fehlpass ging alles zu schnell für die Kölner. Raffael läuft auf die FC-Viererkette zu und wartet geduldig mit dem Abspiel bis Woronin in Position gelaufen ist. Kacar hetzt währenddessen in den Sechzehner und bekommt den Ball von Woronin mustergültig serviert, der Abschluss ist eiskalt. Diesen Angriff kann man gar nicht oft genug sehen.

Gurke des Spiels: Das Zuschauerinteresse in Berlin. Die Hertha spielt seit Wochen erfolgreichen Fußball und stand vor dem Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Und doch blieb etwa die Hälfte der 75.000 Plätze frei. Den Oberrang des Olympiastadions hätte man gleich zusperren können. Was gibt es für einen Fußball-Fan denn schöneres als ein Flutlichtspiel am Freitagabend?

Lehren des Spiels: Hertha BSC Berlin bleibt seiner Linie treu. Wer Hurra-Fußball sehen will, darf nicht zur Hertha gehen. Vielleicht machen's deshalb auch nicht viele. Effektivität heißt das Stichwort. Der erste Fehler der Kölner wurde gleich kompromisslos bestraft.

Sachlich spielten die Berliner ihren Stiefel runter, unüberlegte, überhebliche Ballstafetten sieht man nie. Im Angriff hat Trainer Favre mit Andrej Woronin einen sehr guten Fußballer, der kaum vom Ball zu trennen ist und instinktiv meist das richtige mit der Kugel anstellt. Siehe das 1:0 von Kacar.

Der FC kämpfte leidenschaftlich, brachte sich aber durch individuelle Fehler um die Früchte der Arbeit. Spielerische Defizite gleicht der FC durch Robustheit und Einsatz aus. Auf die Kölner Lebensversicherung Milivoje Novakovic ist Verlass, doch dessen neuntes Saisontor war zu wenig.

Hertha - Köln: Daten und Fakten zum Spiel

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