Gomez rettet Stuttgart

Von Andreas Lehner / Philipp Dornhegge
Sonntag, 09.11.2008 | 19:02 Uhr
Stuttgarts Mario Gomez hatte in Frankfurt einen schweren Stand, erzielte aber kurz vor Schluss den Ausgleich
© Getty
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Der VfB Stuttgart hat sich am 12. Spieltag der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt ein 2:2 (1:0) erkämpft.

Vor 49.000 Zuschauer in der Frankfurter Arena sorgte der griechische Stürmer Nikos Liberopoulos mit einem Doppelpack (18./66.) für die komfortable Führung der Gastgeber. Doch Martin Lanig (70.) und Mario Gomez (87.) glichen jeweils per Kopf aus.

Frankfurt liegt in der Tabelle mit 13 Punkten weiter auf Rang zwölf. Der VfB liegt mit 17 Zählern einen Platz vor den Hessen.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Armin Veh mit nur einer Änderung im Vergleich zum UEFA-Cup gegen Partizan Belgrad. Hitzlsperger beginnt für Hilbert. Osorio ersetzt den verletzten Tasci in der Innenverteidigung und Elson auf der Spielmacherposition.

17.: Marica setzt sich auf rechts durch und spielt flach in den Strafraum. Gomez nimmt den Ball aus acht Metern direkt, aber Russ blockt den Schuss ab.

18., 1:0, Liberopoulos: Öffnender Ball von Fink auf den rechten Flügel zu Ochs. Der bringt den Ball flach in den Rücken der Abwehr. Fenin nimmt den Ball direkt, Lehmann lässt nach vorne abklatschen und Liberopoulos staubt aus drei Metern ab.

23.: Toller Freistoß von Elson! Denkbar knapp streicht der Ball am rechten Winkel vorbei.

26.: Lanig zieht aus 22 Metern voll Spann ab. Nikolov kann nur zur Mitte prallen lassen, aber kein Stuttgarter da, um einzuschieben.

36.: Elson schlägt eine Ecke von rechts. Lanig steigt in der Mitte am höchsten. Seinen Kopfball lenkt Nikolov mit den Fingerspitzen über die Latte.

43.: Nach einer Flanke von Träsch aus dem Halbfeld prallt der Ball von Gomez zu Marica, der aus der Drehung aus elf Metern abzieht. Nikolov fliegt ins rechte Eck und lenkt den Ball um den Pfosten.

66., 2:0, Liberopoulos: Auf der rechten Seite spielt Fenin Magnin und Pardo wie Schuljungen aus. Der Tscheche kommt im Fünfer bis zur Grundlinie und grätscht den Ball halbhoch zur Mitte. Dort köpft Liberopoulos aus zwei Metern per Flugkopfball ein.

69.: Nach einer Ecke von links durch Korkmaz kommt der Fenin gegen Magnin zum Kopfball, aber Lehmann taucht schnell ab und fängt den Ball.

70., 2:1, Lanig: Elson flankt mit links von rechts, Lanig überspringt Fink und nickt aus vier Metern ein.

82.: Gelbe Karte für Ochs. Nach einem Ballverlust war er zu einem taktischen Foul gezwungen. Der anschließende Freistoss bleibt ohne Folgen, die Karte allerdings wird Ochs im nächsten Spiel zum Zuschauen zwingen - es war seine fünfte.

87., 2:2, Gomez: Eine Cacau-Flanke von links köpft Gomez am langen Pfosten gegen die Laufrichtung von Nikolov ins linke Eck. Schiedsrichter Babak Rafati gibt den Treffer wegen Foulspiels zunächst nicht. Nach Rücksprache mit seinem Assistenten entscheidet er doch auf Tor. Was war passiert? Köhler ging nach dem Zweikampf mit Gomez zu Boden, war aber kein Foul. Der Treffer wurde letztendlich völlig zu Recht gegeben.

90.+3: Ein Simak-Schuss landet auf dem Kopf von Gomez. Der zielt aus acht Metern Richtung langes Eck, aber der Ball geht knapp am rechten Pfosten vorbei.

So lief das Spiel: Frankfurt war von Beginn an auf Sicherheit gepolt und überließ den Stuttgartern das Spiel. Der VfB hatte aber sichtbare Probleme im Spielaufbau und produzierte eine Menge Ballverluste. Elson war zwar bemüht, das Spiel zu ordnen, hatte damit aber wenig Glück.

Es entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen kleinen Fouls und Unterbrechungen, so dass kein richtiger Spielfluss zustande kam. Die Eintracht nutzte den ersten strukturierten Angriff zur Führung und setzte danach noch mehr auf eine kompakte Defensive, gegen die sich der VfB nie durchsetzen konnte.

Nach der Pause wirkte das Stuttgarter Spiel verzweifelt. Die Eintracht hatte den Schwaben mit ihrer Spielweise den Zahn gezogen und erzielte verdient den zweiten Treffer. Der Anschlusstreffer fiel aus dem Nichts und holte die Schwaben wieder ins Spiel zurück. Danach warfen die Schwaben noch mal alles nach vorne und erarbeiteten sich den Ausgleich. Gomez hatte sogar noch den Sieg auf dem Fuß.

Star des Spiels: Martin Fenin. Der Tscheche stand zwar aufgrund der zwei Treffer von Liberopoulos ein bisschen im Schatten des Griechen, war aber an beiden Toren als Vorlagengeber beteiligt und stellte die Stuttgarter Defensive immer wieder vor unlösbare Probleme.

Gurke des Spiels: Thomas Hitzlsperger. Der Nationalspieler steckt in der Krise. Obwohl ihm Veh im UEFA-Cup eine Erholungspause verordnete, wirkte er in Frankfurt nicht spritzig und konnte dem Spiel keine Impulse geben. Der Kapitän wurde folgerichtig nach einer Stunde ausgewechselt.

Lehren des Spiels: Der VfB hinkt seinen Ansprüchen weiter meilenweit hinterher. In Frankfurt wurde die Ideenlosigkeit und fehlende spielerische Klasse schonungslos aufgedeckt.

Gegen einen sehr defensiven Gegner schafften es die Stuttgarter nicht, Druck aufzubauen und sich Chancen zu erspielen. Besonders das Flügelspiel klappte überhaupt nicht. Aufgrund der guten Moral und der Frankfurter Nachlässigkeiten reichte dies aber dennoch zu einem Punkt.

Die Eintracht hat ihre anfänglichen Probleme endgültig überwunden und einen Stil zugelegt, der viele Mannschaften große Schwierigkeiten bereiten kann. Aus einer kompakten Defensive kontern die Frankfurter über die schnellen Korkmaz und Fenin geschickt und sind jederzeit gefährlich. Gegen den VfB kosteten die Nachlässigkeiten in der Defensive am Ende den Dreier.

Frankfurt - Stuttgart: Alle Daten und Fakten

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