Bundesliga - 11. Spieltag

In Gladbach wird's trist

Von Haruka Gruber / Markus Hoffmann
Sonntag, 02.11.2008 | 18:55 Uhr
Bundesliga, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Baumjohann, Fink
© Getty
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Befreiungsschlag verpasst: Borussia Mönchengladbach hat das Duell der Fehlstarter gegen Eintracht Frankfurt am 11. Bundesliga-Spieltag mit 1:2 (1:1) verloren.

Vor 44.737 Zuschauern im Borussia-Park verschuldete Frankfurts Marco Russ per Eigentor (12.) zunächst die Führung der Gladbacher, bevor Martin Fenin (16.) der Ausgleich gelang. Der Siegtreffer der Frankfurter besorgte in der 52. Minute Michael Fink.

Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel liegt die Eintracht auf Platz zwölf, Gladbach verharrt auf dem vorletzten Rang.

"Wir haben Probleme im Kopf. Uns fehlt der Glaube an uns. Ich werde versuchen, mit der Mannschaft bis Weihnachten nicht den Anschluss zu verlieren", so Borussia-Coach Hans Meyer bei Premiere.

Ähnlich enttäuscht Marko Marin: "Wir haben sehr stark angefangen und das frühe Tor gemacht. Das hätte uns eigentlich Sicherheit geben müssen. Stattdessen bekommen wir direkt ein Gegentor. Das darf nicht passieren. Da war die Unsicherheit wieder da."

Frankfurts Christoph Spycher sagte: "Meine Mannschaft hat unglaubliche Moral bewiesen. In allen Spielen hat sie den Glauben an sich, an die eigene Stärke nicht verloren."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Gladbach-Coach Hans Meyer kehrte vom erfolglosen 5-4-1-System in Wolfsburg zurück zum 4-2-3-1. Marin, Levels, Baumjohann und Gospodarek stehen neu in der Startelf. Bei Frankfurt nur eine Änderung zum letzten Spieltag: Ljubicic für Toski.

12., 1:0, Russ (Eigentor): Blackout des Frankfurter Abwehrspielers! Marin mit einer Flanke vom rechten Flügel und Russ köpft den Ball beim Versuch, zur Ecke zu klären, ins eigene Netz. Völlig unnötig, denn Nikolov stand hinter ihm bereit.

14.: 1:1, Fenin: Die direkte Antwort der Gäste. Korkmaz mit einem starken Dribbling auf der rechten Seite und dem klugen Rückpass in den Rücken der Abwehr. Dort lässt sich Fenin aus 14 Metern die Gelegenheit nicht nehmen und schiebt halbhoch ein.

24.: Korkmaz wirbelt die Defensive der Borussia durcheinander. Seine Hereingabe klärt Svärd als Kerze in den Nachthimmel. Fenin kommt daraufhin aus zehn Metern zum Kopfball, den Gospodarek gerade noch an den Querbalken lenkt.

44.: Matmour hebt butterweich den Ball vom linken Strafraumeck an den langen Pfosten. Dort kommt Baumjohann an das Leder, schiebt dieses jedoch aus fünf Metern vorbei.

52., 1:2, Fink: Freistoß für die Eintracht von der halbrechten Seite durch Steinhöfer. Am Fünfmeterraum deckt Friend nicht eng genug Gegenspieler Fink, der volley in den rechten Winkel trifft.

56.: Meyer reagiert: Der defensive Mittelfeldspieler Svärd geht für den offensiver ausgerichteten Bradley.

71.: Gute Freistoß-Flanke von Marin. Doch Bradley köpft das Leder aus sieben Metern am langen Pfosten vorbei.

77.: Gladbach versucht alles, doch zwingend ist das nicht. Neuville legt auf Alberman ab, dessen Schuss aus 17 Metern geht deutlich über den Kasten.

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So lief das Spiel: Von Verunsicherung keine Spur, beide Teams begannen forsch und offensiv. Die Fohlen zunächst mit den brauchbareren Aktionen, doch mit dem Ausgleich spielte Eintracht befreiter auf, so dass es leistungsgerecht mit 1:1 in die Kabine ging.

Nach der Pause jedoch übernahm Frankfurt das Kommando und erzielte die Führung, die Gastgeber hingegen plötzlich von der Rolle. Ohne viel Mühe überbrückte die Eintracht das Mittelfeld und hätte sich mit mehr Präzision beim letzten Pass deutlich mehr Torchancen erspielen können.

Der Star des Spiels: Ümit Korkmaz. Furioser Beginn des österreichischen Fußballer des Jahres. Dribbelte im Minutentakt seine Gegenspieler aus und bereitete mustergültig das 1:1 vor. Zudem sehr emsig im Spiel gegen den Ball, stahl das eine oder andere Mal im Mittelfeld den Gladbachern das Leder.

Mit zunehmender Spieldauer ging dem 23-Jährigen zwar etwas die Luft aus, nach seinem langwierigen Mittelfußbruch war das aber auch zu erwarten. Korkmaz, der Hoffnungsträger der Eintracht.

Die Gurke des Spiels: Tobias Levels. Er spielte nicht miserabel, dennoch steht der 21-Jährige sinnbildlich für das größte Problem der Gladbacher: die Rechtsverteidiger-Position.

Levels wurde erstmals nach dem 3. Spieltag wieder eingesetzt, doch den Beweis, dass er besser als Gohouri oder Ndjeng ist, blieb er schuldig. Konzentrierte sich rein auf die Verteidigung von Gegenspieler Korkmaz - und wurde dennoch häufig genug düpiert.

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Die Lehren des Spiels: So wird's nichts, liebe Borussia. Defensiv mit individuellen Fehlern und Probleme in der Abstimmung. Stellvertretend die Szene, als Daems den Ball zur Ecke köpfte, obwohl Gospodarek direkt hinter ihm stand.

Und auch nach vorne gestaltete sich das Gladbacher Spiel reichlich unkreativ. Gefahr entstand häufig nur, wenn der formverbesserte Marin das Dribbling suchte. Von einem System jedoch keine Spur. Oder anders formuliert: Wo bleibt der Hans-Meyer-Effekt?

Umgekehrte Vorzeichen bei der Eintracht. Nach dem schwachen Saisonstart krabbelt die Mannschaft dank des dritten Siegs im vierten Spiel so langsam Richtung Tabellen-Mittelfeld. Wenn sich das Lazarett endlich lichtet, sollte Frankfurt Fahrt aufnehmen. Korkmaz macht schon mal Hoffnung.

Mönchengladbach - Frankfurt: Daten & Fakten

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