1. Spieltag

Gladbach verpatzt Bundesliga-Rückkehr

Von Daniel Börlein / Stefan Rommel
Sonntag, 17.08.2008 | 18:54 Uhr
© Getty
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Aufsteiger Borussia Mönchengladbach hat seine Bundesliga-Rückkehr verpatzt. Das Team von Trainer Jos Luhukay kassierte gegen den VfB Stuttgart im heimischen Borussia-Park eine 1:3 (0:3)-Niederlage.

Mönchengladbach - Vor 47.028 Zuschauern erzielten Thomas Hitzlsperger (15.), Ciprian Marica (26.) und Mario Gomez (44.) die Treffer für die Schwaben.

Rob Friend gelang in der 60. Minute lediglich der Anschlusstreffer für die Borussia, die damit noch auf den ersten Bundesliga-Sieg seit März 2007 warten muss.

In einer offensiv geführten Begegnung offenbarten beide Teams Schwächen in der Abwehrarbeit, die die Gäste konsequenter ausnutzten.

"Nun sind wir in der Bundesliga angekommen. Da geht alles viel schneller, das haben wir heute leider gesehen", sagte Gladbachs Patrick Paauwe nach dem Spiel.

Der SPOX-Spielfilm:

7.: Gomez setzt sich gegen Daems durch, steht dann ziemlich frei vor dem Tor, wird aber noch von Brouwers bedrängt und schiebt die Pille deshalb neben das Tor.

8.: Nach einem Pressschlag landet der Ball bei Friend, der lässt die Kugel einmal aufspringen und zieht dann aus 16 Metern ab. Zwei Meter vorbei.

15., 0:1, Hitzlsperger: Schöne Kombination der Stuttgarter über Marica, Osorio und Hitzlsperger, der aus gut 20 Metern direkt abzieht. Der Ball rutscht Heimeroth unter dem Körper durch. Klarer Torwartfehler!

21.: Matmour lässt zwei Mann stehen und zieht dann mit links ab. Lehmann taucht ab und fischt die Kugel noch aus der Ecke. Starke Parade!

26., 0:2, Marica: Simak setzt an der Außenlinie gegen Jaures nach, holt sich den Ball und passt in den Rücken der Abwehr. Dort steht Marica und zieht ab. Ndjeng irritiert Heimeroth und fälscht den Ball ins eigene Tor ab.

34.: Friend alleine vor Lehmann, der allerdings Sieger bleibt. Den Nachschuss von Matmour kratzt Boka von der Linie.

44., 0:3, Gomez: Ndjeng gibt die rechte Seite frei, Gomez löst sich und stößt in die Lücke, zieht dann Richtung Tor, lässt Brouwers mit einer Körpertäuschung stehen und trifft mit einem trockenen Linksschuss durch die Beine vom Heimeroth zum 0:3.

48.: Ganz starkes Tempo-Dribbling von Marin über den halben Platz mit anschließendem Querpass auf Friend. Doch der Kanadier scheitert einmal mehr an Jens Lehmann.

52.: Weite Flanke von Osorio, Gomez bringt die Kugel per Fallrückzieher in die Mitte, wo Marica den Ball aus sechs Metern neben das Tor setzt. Muss man eigentlich machen.

60., 1:3, Friend: Der Ball kommt vom rechten Flügel nach innen. Brouwers verlängert per Kopf auf Friend, der dieses Mal aus acht Metern cool bleibt und ins linke Eck einschiebt.

71.: Klasse Konter der Stuttgarter. Gomez lässt Brouwers einmal mehr stehen, scheitert dann aber aus zwölf Metern an Heimeroth.

So lief das Spiel: Beide Mannschaften von Beginn an offensiv, beide Abwehrreihen mit unglaublichen Schwächen. Gladbach vor allem über die rechte Seite mit dem agilen Matmour gefährlich. Boka hatte defensiv erhebliche Probleme gegen den Algerier. Nach der Führung zog sich der VfB unverständlich weit zurück und offenbarte vor allem in der Schnittstelle zwischen Boka und Delpierre immer wieder große Lücken. Das 0:2 fiel wie aus dem Nichts.

Gladbach blieb trotzdem weiter dran und deckte etliche Stellungsfehler in der Stuttgarter Viererkette auf - einzig Lehmann verhinderte mit mehreren Paraden zunächst einen Treffer. Stuttgart blieb dafür bei seinen Kontern immens gefährlich, versuchte es gegen den verunsicherten Heimeroth auch immer wieder aus der zweiten Reihe.

Gladbach ließ sich selbst durch das 0:3 nicht entmutigen und nahm in der zweiten Halbzeit die Zweikämpfe endlich beherzter an.

Der Star des Spiels: Jens Lehmanns Comeback in der Bundesliga war fast perfekt. Stuttgarts neuer Keeper rettete gleich dreimal hervorragend und war - trotz dreier Auswärtstore der Schwaben - der eigentliche Garant für den Sieg. Lehmann strahlte in der oft fahrig wirkenden Stuttgarter Abwehr als einziger Ruhe und Souveränität aus.

Die Gurke des Spiels: Einen gebrauchten Tag hat sich Christofer Heimeroth da andrehen lassen. Das erste Tor geht klar auf seine Kappe, beim zweiten fälschte Ndjeng unglücklich ab, beim dritten bekam er Gomez' Ball aus spitzem Winkel durch die Hosenträger.

Viele Experten sehen auf der Torhüterposition einen Schwachpunkt beim Aufsteiger. Heimeroth konnte diese These im ersten Saisonspiel nicht widerlegen.

Die Lehren des Spiels: Stuttgart kann richtig ordentlich angreifen. Der Ball läuft gut und direkt, die Außen rücken immer wieder gefährlich mit nach vorne.

Die Raumaufteilung in der Offensive war perfekt, der Halbraum vor dem Gladbacher Tor gehörte einzig dem VfB, was dieser immer wieder mit Fernschüssen nutzen konnte.

Allerdings täuscht das Ergebnis auch über einige Probleme in der Stuttgarter Defensive hinweg. Der VfB machte sich das Leben immer wieder selbst schwer.

Der entscheidende Unterschied an diesem Tag: Die sich bietenden Möglichkeiten nutzte Stuttgart eiskalt aus, während Gladbach zu viele Chancen teilweise fahrlässig liegen ließ.

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