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Exklusiv: Aus von Niko Kovac als FC-Bayern-Trainer auch im Double-Fall - Mark van Bommel Top-Kandidat auf Nachfolge

Niko Kovac wird den FC Bayern München nach nur einem Jahr als Trainer verlassen müssen.

Das Aus von Niko Kovac nach nur einem Jahr als Trainer beim FC Bayern München steht nach exklusiven Informationen von SPOX und Goal fest - unabhängig von einem möglichen Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieg. Karl-Heinz Rummenigge dementiert. Mark van Bommel von der PSV Eindhoven gilt als Top-Kandidat auf die Nachfolge.

Die Verantwortlichen des FC Bayern haben in den letzten Wochen mehrfach ein klares Bekenntnis zu Niko Kovac vermissen lassen. Zuletzt war dies bei Sportdirektor Hasan Salihamidzic im ZDF der Fall, auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wich entsprechenden Fragen wiederholt aus und wollte Kovac keine Job-Garantie ausstellen.

Zwar würden Kovac und dem FCB ein Punkt am Samstag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt genügen, damit der Kroate seine erste Saison in München mit dem Meistertitel abschließt. In diesem Fall würde Kovac sogar zu Vereinsikone Franz Beckenbauer aufschließen - der Kaiser ist bislang der einzige, der als Spieler und Trainer die Schale mit den Bayern geholt hat. Am Samstag darauf besteht zudem noch die Möglichkeit auf den Gewinn des Doubles, wenn Kovac mit dem FCB in seiner Heimatstadt Berlin im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig antritt.

Doch der Ausgang dieser beiden Spiele ändert nach exklusiven Informationen von SPOX und Goal nichts mehr an Kovacs Aus beim deutschen Rekordmeister. Der FC Bayern wollte dazu auf Anfrage zunächst keine offizielle Stellungnahme abgeben. "Einen solchen Beschluss gibt es nicht", sagte Rummenigge später der Bild. "Diese Meldung ist eine totale Ente."

Es ist davon auszugehen, dass der Verein die Entscheidung aus nachvollziehbaren Gründen wohl erst nach dem Pokalfinale bekanntgeben wird.

Vorwurf gegen Kovac: Eintönige Trainingseinheiten

Doch Kovac fehlt nicht nur das uneingeschränkte Vertrauen der Vereinsspitze, er hat mittlerweile auch den Großteil der Kabine gegen sich. Gestandene Profis wie James Rodriguez, Jerome Boateng oder auch Franck Ribery, die Kovac selten berücksichtigt hat, haben ohnehin seit Monaten eine ablehnende Haltung gegenüber dem Trainer eingenommen.

Der Kreis an Kritikern ist zuletzt immer stärker angewachsen. Auch Joshua Kimmich, der lange öffentlich als Unterstützer des Coachs auftrat, soll sich intern zuletzt skeptisch geäußert haben.

Die Vorwürfe der Spieler: Kovac bringe ihnen im Training zu wenig bei, die Einheiten seien zu eintönig. Es wird vor allem Kovacs fehlende taktische Finesse bemängelt.

Hoeneß kam nach 1:1 in Nürnberg ins Grübeln

Kovacs Credo laute, in erster Linie die Defensive zu stärken, hinten gut zu stehen - und sich in der Offensive auf die individuelle Klasse der Spieler zu verlassen. Auch mangelnde taktische Reaktionsschnelligkeit wird ihm vorgeworfen, besonders nach dem Aus im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool (1:3).

"Was uns nicht gefallen hat, war das Rückspiel gegen Liverpool. Wir hätten so spielen müssen wie gegen Dortmund daheim", sagte auch Salihamidzic am vergangenen Samstag und antwortete zudem auf die Frage, ob Kovac Trainer bleibe, lediglich mit: "Er hat meine volle Unterstützung. Wir werden sehen."

Rummenigge dagegen hat sich intern schon länger gegen Kovac positioniert, wohingegen Präsident Uli Hoeneß erst nach dem enttäuschenden 1:1 beim 1. FC Nürnberg ins Grübeln gekommen ist und sich in der Folge ebenfalls gegen Kovac entschieden haben soll.

Mark van Bommel Favorit auf Kovac-Nachfolge

Favorit auf die Nachfolge von Kovac ist Mark van Bommel, zwischen 2006 und 2011 Spieler beim FC Bayern und seit Sommer 2018 Trainer der PSV Eindhoven. Auch Erik ten Hag, aktuell Trainer bei Champions-League-Überraschungsteam Ajax Amsterdam und von 2013 bis 2015 Coach der zweiten Mannschaft des FCB, gehört zum engeren Kandidatenkreis. Außenseiterchancen besitzt Julen Lopetegui, der im Oktober 2018 bei Real Madrid entlassen wurde.

Die anhaltenden Diskussionen in der entscheidenden Saisonphase werten Insider, die Kovac nahe stehen, im Gespräch mit SPOX und Goal als "vereinsschädigendes Verhalten": Die DNA von Bayern München sei immer gewesen, dass man alles dem Erfolg unterordnet habe. "Im Moment ist eher das Gegenteil der Fall. Der Trainer wird seit ein paar Wochen geschwächt. Dabei müsste man ihn in der jetzigen Situation eigentlich stark machen."

Am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub aus Frankfurt zeigte sich Kovac angesichts der Debatten über seine Zukunft emotional. "Es war sehr aufschlussreich, sehr lehrreich - ich habe viel mitgenommen", bilanzierte er sein Jahr als Bayern-Coach und fügte hinzu: "Ich habe auch gemerkt, wie schwierig es ist, Mensch zu bleiben. Der Mensch ist schon eine schwierige Spezies."

Mark van Bommel: Seine Karriere als Trainer im Überblick

JahrMannschaftFunktion
2014-2015Niederlande U17Co-Trainer
2015-2017Saudi-ArabienCo-Trainer
2017-2018PSV Eindhoven U19Cheftrainer
2018AustralienCo-Trainer
seit Sommer 2018PSV EindhovenCheftrainer
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