Fussball

FC Bayern - Hoeneß verrät: Darum habe ich zur Ausbootung von Hummels, Boateng und Müller geschwiegen

Von SID/SPOX
Hielt sich nach der Ausbootung seiner Spieler von Bundestrainer Joachim Löw zurück: Uli Hoeneß.

Die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw, Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller nicht mehr in die Nationalelf zu berufen, kam beim FC Bayern nicht gut an. Präsident Uli Hoeneß hat nun verraten, warum er die Entscheidung dennoch nicht kommentierte.

"Hätte ich gesagt, was ich denke, hätte das Internet erst einen Salto rückwärts gedreht und dann vorwärts", sagte der Bayern-Präsident im Vereinsmagazin 51. "Das wollte ich mir ersparen - und Jogi Löw übrigens auch."

Vor der Länderspielpause war Löw für einen kurzen Besuch an die Säbener Straße gereist, um den drei alternden Stars der Bayern mitzuteilen, dass sie in seinen Plänen keine Rolle mehr spielen. Hoeneß war daraufhin am Rande des Bundesliga-Spiels der Bayern gegen Mainz zum Thema gefragt worden.

Der Bayern-Boss wollte zu diesem Zeitpunkt keinen Kommentar abgeben und erst "unter vier Augen" mit Löw sprechen, kündigte aber nach dem Champions-League-Rückspiel gegen den FC Liverpool ein Statement an. Das blieb jedoch aus.

Bleibt Uli Hoeneß Präsident des FC Bayern?

Über eine erneute Kandidatur als Präsident von Bayern München hat Hoeneß noch nicht entschieden, sieht seinen Abschied aber bald kommen. "Ich habe mal gesagt: 'Das war's noch nicht!' Aber der Tag ist nicht mehr fern, an dem ich sage: 'Das war's!' Und zwar, weil ich a) loslassen kann und b) der Zeitpunkt bald passen wird."

Dass ihm Leute vorwerfen, er könne nicht loslassen, sei falsch. "Ich bin das klassische Beispiel, wie man die nächste Generation heranführt", sagte der 67-Jährige und führte die Übergabe seiner Wurstfabrik an seinen Sohn Florian an. Er greife nur ein, "wenn ich sehe, dass etwas falsch läuft. Aber wenn es läuft, kann ich wunderbar loslassen. In zwei, drei Jahren, vielleicht noch früher, wird Hasan Salihamidzic sagen: Das hat der Uli super geregelt."

FCB-Jahreshauptversammlung: Hoeneß betroffen

Hoeneß führte weiter aus, dass er keinen Wert auf eine Statue lege, sondern er wolle einen "blühenden Verein, der den Leuten Spaß macht und der Gesellschaft Werte vermittelt", hinterlassen. "Ich setze mich nicht so vehement für diesen Verein ein, weil es mir um irgendein Lebenswerk geht", sagte Hoeneß, an dem die Verbalattacken bei Jahreshauptversammlung immer noch nagen.

"Diese neuen und überraschenden Erfahrungen werde ich in meine Überlegungen, ob ich zum Jahresausklang nochmal kandidiere, mit einbeziehen. Spätestens Ende der Saison ist dieser Gedankengang abgeschlossen", sagte Hoeneß, der irgendwann selbst einen Vorschlag für seine Nachfolge machen werde, letztlich müsse aber der Verwaltungsbeirat des FC Bayern darüber befinden.

Die Reaktionen auf die Beschimpfungs-Pressekonferenz im Herbst 2018 seien für ihn "ein tiefer Einschnitt in meinem Leben" gewesen. Klartext sei heute nicht mehr erwünscht, er werde sich künftig zurückhalten.

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