Fussball

Poker um Lucas Hernandez: Warum der FC Bayern gute Chancen hat

Lucas Hernandez steht noch bis 2024 bei Atletico unter Vertrag.

Der FC Bayern München warb in der zurückliegenden Wintertransferperiode um Lucas Hernandez. Eine Verpflichtung kam jedoch nicht zustande. Jetzt erklärt der Abwehrspieler von Atletico Madrid, warum - und kündigt eine baldige Entscheidung über seine Zukunft an. Dass den Spaniern aus finanzieller Sicht aktuell die Hände gebunden sind, erhöht die Chancen des deutschen Rekordmeisters.

"Wenn ich ehrlich bin, haben sich meine persönlichen Umstände geändert und wenn ich eine Entscheidung treffen muss, kann ich nicht mehr nur an mich denken. Es ist wahr, dass ich im Winter ein bedeutendes Angebot hatte, für eine andere Mannschaft zu spielen, und das Erste, was ich tat, war dem Klub Bescheid zu sagen", sagte der französische Weltmeister, der im vergangenen Jahr Vater wurde, der spanischen Sportzeitung AS.

Der 22-Jährige weiter: "Vom ersten Moment an sagten sie mir, dass es keine Option sei, die sie in Betracht ziehen könnten. Und die Wahrheit ist, dass sie mit der Situation sehr verständnisvoll umgegangen sind und wir alles vor dem Ende dieser Saison bewerten wollen."

Atletico Madrid: Gehaltslimit für diese Saison erreicht

Hernandez hat bei Atletico noch einen bis 2024 gültigen Vertrag. Darin ist eine Ausstiegsklausel in Höhe von 80 Millionen Euro verankert. "Wir haben eine gute Beziehung zum FC Bayern", hatte Atleticos CEO Miguel Angel Gil Marin Ende Dezember bei SPOX und Goal gesagt und ein Treffen mit den Münchenern bestätigt: "Wenn der Spieler wechseln möchte, werden wir darüber sprechen - aber nur über einen Wechsel im Juli."

Gil Marin und Co. versuchen, Hernandez von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen und dessen Jahressalär anzuheben. Ihr Problem: Das von der spanischen Liga festgelegte Gehaltslimit des Klubs ist für diese Saison erreicht. Das bestätigte Atleticos Vorstandsmitglied Clemente Villaverde bereits Mitte Dezember 2018 gegenüber dem TV-Sender Movistar.

Gut möglich, dass dem Klub im Sommer wieder mehr Geld zur Verfügung steht. Das hängt in erster Linie vom sportlichen Erfolg der Mannschaft von Diego Simeone ab. Mit dem von Inter Mailand umworbenen Routinier Diego Godin könnte aber beispielsweise ein Topverdiener am Saisonende gehen - und Atletico so die Möglichkeit bieten, Hernandez ein lukratives Angebot zu unterbreiten.

Lucas Hernandez' Ausstiegsklausel bleibt unverändert

305,1 Millionen Euro darf der Klub nach Angaben der spanischen Liga pro Jahr für Gehälter bezahlen. Nur der FC Barcelona (632,9 Millionen Euro) und Real Madrid (566,5 Millionen Euro) dürfen ihr Personal - dazu gehören übrigens auch alle Trainerstäbe und Mitarbeiter der Jugendabteilung - höher entlohnen.

Wie viel Hernandez aktuell verdient, ist nicht bekannt. Dem Madrider Sportblatt Marca zufolge bieten die Bayern ihm aber eine Summe von bis zu acht Millionen Euro. Offenbar genug, um ins Grübeln zu geraten.

"Ich weiß, dass es die Absicht der Bosse ist, eine Vereinbarung zur Verlängerung meines Vertrags zu treffen. Sie haben sich aber auch verpflichtet, meine zukünftige Entscheidung zu respektieren. Es ist aber auch klar, dass sie auf keinen Fall über meine Ausstiegsklausel verhandeln werden", so Hernandez, der in der laufenden Spielzeit auf 21 Einsätze im Dress der Madrilenen kommt.

Lucas Hernandez lehnte Angebot von Real Madrid ab

"Hernandez ist ein sehr interessanter Spieler", sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuletzt. Allerdings haben nicht nur die Münchner den als Innen- und Außenverteidiger einsetzbaren Linksfuß im Visier. Juventus Turin und die Manchester-Klubs City und United gelten als weitere potentielle Abnehmer.

Eine Offerte von Stadtrivale Real habe er bereits vor zwei Jahren abgelehnt, berichtete Hernandez. Er sei Atletico "viel zu dankbar" und "viel zu verbunden", um einen Wechsel innerhalb der spanischen Hauptstadt in Erwägung zu ziehen. Hernandez spielt seit seinem elften Lebensjahr für die "Rojiblancos".

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung