Fussball

Rummenigge über Bayern-Krise: Habe Xabi Alonso "am meisten vermisst"

Von SPOX
Xabi Alonso beendete im Sommer 2017 seine aktive Karriere.

Karl-Heinz Rummenigge erklärt im kicker-Interview, wieso er Xabi Alonso in den vergangenen Wochen vermisst hat. Außerdem lässt der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in die Umbruch-Pläne des deutschen Rekordmeisters blicken und schwärmt von Robert Lewandowski.

"Wichtig ist eine klare Hierarchie. Die war bei uns zwischenzeitlich etwas verschwommen", sagte Rummenigge auf die Frage, worauf es beim Umbruch des FC Bayern ankomme.

Daher habe er in der zurückliegenden, sportlichen Krise einen Spieler "am meisten vermisst": Xabi Alonso. "Er war 35, der General im Mittelfeld. Er hat jeden Ball angezogen, die Bälle magisch verteilt, das Spiel mal langsam, mal schnell gemacht. Ihm haben sich alle unterstellt. Xabi hat schnell gedacht und schnell gespielt", erklärte Rummenigge.

Vom Spanier würde er sich wünschen, "dass er irgendwann zum FC Bayern zurückkehrt": "Ich glaube, er wird ein super Trainer. Xabi strahlt eine natürliche Autorität aus, hatte selbst Top-Trainer, spricht mehrere Sprachen. Eine herausragende Persönlichkeit."

Xabi Alonsos Bilanz beim FC Bayern

  • 117 Pflichtspiele (78 S, 18 U, 21 N)
  • 9 Tore, 12 Vorlagen
  • Titel: 3 Mal Deutscher Meister, 1 Mal Deutscher Pokalsieger, 1 Mal Deutscher Ligapokalsieger, 1 Mal Deutscher Superpokalsieger

Lewandowski ein "Mensch mit Klartextcharakter"

Alonsos Führungsrolle im Mittelfeld könnten laut Rummenigge mehrere Spieler übernehmen: "Thiago kann alles. Kimmich kann es auch werden. Mit seinen 23 Jahren braucht er aber Geduld. Oder James."

Bisher habe der FC Bayern "nur" Manuel Neuer im Tor und Robert Lewandowski gehabt. "Ansonsten war nicht so klar, wer Häuptling und wer Indianer ist", meint Rummenigge.

Gerade Lewandowski habe sich in der jüngsten Vergangenheit "als unglaublich positiv herauskristallisiert": "Er ist ein Mensch mit einem Klartextcharakter, wie ich ihn im Fußball selten erlebt habe. Und er hat sich vollkommen pro FC Bayern geäußert. Er ist jetzt ein Führungsspieler." Daher geht Rummenigge von einem Verbleib des Polen aus, dessen Vertrag noch bis 2021 läuft.

Rummenigge: "Mit Dortmund hat man mehr Geduld"

Ob die Bayern (in erster Linie im Sommer) weitere fertige Spieler wie Lewandowski verpflichten oder auf junge Spieler setzen werden, ist für Rummenigge weniger eine Frage der Kaufkraft als eine der Philosophie: "Man muss sich darüber klar sein, was man will. Gibt man den Spielern Zeit, sich zu entwickeln? Und kriegen diese Spieler von der Öffentlichkeit diese Zeit? Mit Dortmund hat man in der Öffentlichkeit mehr Geduld. Bei Bayern erwartet man, dass ein Spieler sofort funktioniert."

Daher zählt für Rummenigge "primär die Qualität". Selbst Franck Ribery könnte auch in der kommenden Saison im Bayern-Kader stehen.

"Die Verträge mit Ribery und Arjen Robben hatten wir im März 2018 verlängert. Jupp Heynckes hat uns dringend dazu geraten, weil sie bei richtiger Dosierung noch immer Spiele entscheiden können. Franck hat das eindrucksvoll unter Beweis gestellt", sagte Rummenigge.

Zudem habe man bei Bastian Schweinsteigers Abschiedsspiel gesehen, "dass die Fans es lieben, wenn verdiente Spieler im Klub weiterhin eine Rolle spielen".

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