Fussball

Rummenigge: Kahn als Chef des FC Bayern? "Wichtig ist, was Oli will"

Uli Hoeneß wünscht sich einen Verbleib von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandschef.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat im Zuge der Gerüchte um eine Verpflichtung von Oliver Kahn als neuen Klubchef den Ball dem früheren Torhüter zugespielt. Kahn müsse sich zuerst Gedanken über seine Zukunft machen.

"Oli hat eine großartige Karriere als Fußballer hinter sich und anschließend ein Studium gemacht. Wichtig ist, was er für seine Zukunft will", sagte Rummenigge am Donnerstagabend im Rahmen der Übergabe des neuen Mannschaftsbusses des FCB am Münchner Odeonsplatz.

Die Sport Bild und die Süddeutsche Zeitung hatten zuvor übereinstimmend berichtet, dass der ehemalige Welttorhüter ab 2020 Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden ablösen könnte. Der Plan habe schon konkrete Züge angenommen.

Hoeneß für Rummenigge-Verbleib über 2019 hinaus

"Dass sich der Aufsichtsrat Gedanken über die Zukunft des FC Bayern machen muss, ist mit Sicherheit das Normalste der Welt", erklärte Rummenigge und sprach den Entscheidern sein vollstes Vertrauen aus. Der Aufsichtsrat sei "mit das Beste, was es im Fußball oder möglicherweise in der gesamten Welt gibt", schwärmte der frühere Stürmer, und werde die Personalie Kahn, sollte sie denn auf den Tisch kommen, zum Wohle des Klubs abarbeiten.

Er selbst habe Kahn aber "seit mehreren Monaten" nicht mehr persönlich gesprochen und kenne deshalb "seine Vorstellung, die er von seiner Zukunft hat, überhaupt nicht".

Zu seiner eigenen Zukunft bezog der 63-Jährige hingegen Stellung. Rummenigge verriet, dass Präsident Uli Hoeneß und andere Mitglieder des Aufsichtsrats ihn gebeten hätten, seinen am 31. Dezember 2019 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Darüber werde er sich in den kommenden Monaten "in Ruhe Gedanken machen".

Rummenigge über James: "Werden beizeiten entscheiden"

Das Gleiche stellte Rummenigge auch für die Situation um James Rodriguez klar, der aktuell noch von Real Madrid ausgeliehen ist und Gerüchten zufolge eine Rückkehr zu den Königlichen anstreben soll. "Wir haben eine Vereinbarung, bei der es eine Option gibt, die wir bis zum 15. Juni 2019 aktivieren können", sagte Rummenigge: "Wir sind jetzt im November - und ich glaube, es macht jetzt keinen Sinn, im November schon über dieses Thema zu sprechen."

Ob man eine Entscheidung bezüglich einer festen Verpflichtung in naher Zukunft treffen werde, verneinte Rummenigge daher. Es sei angesichts des Datums der Option überhaupt nicht vonnöten, eine Entscheidung in naher Zukunft zu treffen: "Wir werden das beizeiten entscheiden."

James wird dem deutschen Rekordmeister voraussichtlich in diesem Jahr aufgrund eines Außenbandteilrisses im Knie nicht mehr zur Verfügung stehen. "Leider", wie Rummenigge betonte, denn der 27-Jährige sei "ein großartiger Fußballer".

Rummenigge über FCB-Umbruch: "Haben Pulver trocken"

Bezüglich des vielzitierten Vorwurfs des verpassten Umbruchs sieht Rummenigge hingegen "noch nicht die ganz große Problematik". Nach der 2:3-Niederlage der Bayern bei Borussia Dortmund wurden kritische Stimmen laut, die eine Überalterung der Mannschaft festgestellt haben wollen.

Die Kritik kommt in Teilen auch aus den eigenen Reihen, so hatte beispielsweise Kingsley Coman am Rande eines PR-Termins gesagt, dass die Mannschaft zwar "sehr gut" sei, aber "ein bisschen in die Jahre gekommen". "Ich sehe nicht diese Dramaturgie", erklärte Rummenigge dahingehend, stellte aber gleichzeitig klar, dass man spätestens im Sommer etwas machen müsse und auch werde. Allerdings solle das nicht zwingend heißen, dass der Verein einen Transfer im dreistelligen Millionenbereich abwickeln müsse.

"Wir haben nach unserer FC-Bayern-Philosophie immer vernünftig und solide gewirtschaftet. Das wird auch in Zukunft der Fall sein. Wir haben zumindest Pulver trocken, das man im Zweifelsfall einsetzen kann, wenn es notwendig ist", verriet Rummenigge. Abgesehen davon habe man mit Serge Gnabry, Leon Goretzka und Renato Sanches bereits im vergangenen Sommer "gute Spieler" dazubekommen. Den kanadischen Winterneuzugang Alphonso Davies wolle man hingegen behutsam an die Profis heranführen.

"Er ist ein junger und schneller Spieler. Wir hoffen, dass er für Furore sorgt. Man darf auch nicht vergessen, er ist 18 Jahre alt und hat in Amerika gespielt. Da wird man auch ein bisschen Geduld haben müssen", betonte Rummenigge.

Rummenigge nimmt FC Bayern in die Pflicht

Mit Blick auf die sportliche Situation nahm er die Spieler und auch Trainer Niko Kovac in die Pflicht, "verlorenes Terrain zurückzugewinnen". "Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück muss", sagte Rummenigge.

Am Samstag empfängt der deutsche Rekordmeister, der aktuell lediglich auf Platz fünf rangiert und bereits sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund hat, Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in der Allianz Arena (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER). Anschließend geht es für die Münchner in der Champions League gegen Benfica weiter (Di., 21 Uhr im LIVETICKER).

Die Spiele des FC Bayern bis zur Winterpause

DatumGegnerWettbewerb
24.11Fortuna Düsseldorf (H)Bundesliga
27.11Benfica Lissabon (H)Champions League
1.12Werder Bremen (A)Bundesliga
8.121. FC Nürnberg (H)Bundesliga
12.12Ajax Amsterdam (A)Champions League
15.12Hannover 96 (A)Bundesliga
19.12RB Leipzig (H)Bundesliga
22.12Eintracht Frankfurt (A)Bundesliga
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