Fussball

Bobic: FC Bayern wird Trainer aus dem Ausland holen

SID
Fredi Bobic hat keine Angst vor einem Abgang von Niko Kovac

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat keine Angst, seinen Trainer Niko Kovac an den FC Bayern zu verlieren. Stattdessen ist er überzeugt, dass die Münchner einen anderen Plan verfolgen.

"Die Bayern werden schon jemanden finden, aber sicherlich im Ausland", mutmaßte Bobic im Interview mit dem kicker auf die Frage, welche Ablösesumme er für Kovac als Nachfolger von Jupp Heynckes aufrufen würde: "Die sollen einen richtig großen Trainer holen mit einem großen Namen. Das gehört auch zu Bayern. Das ist eine globale Marke."

Bei den Spekulationen in den Medien müsse er "immer wieder schmunzeln: Erst war Julian Nagelsmann schon fast in München, jetzt Niko Kovac, Ralph Hasenhüttl zwischendrin auch noch - der hat gleich abgewinkt. Und der Nächste ist dann Domenico Tedesco..." Kovac habe Vertrag in Frankfurt, deswegen mache er sich darüber "keinen Kopf".

Kovac: "Wir können bei der Eintracht etwas Größeres machen"

Kovac, dessen Vertrag noch bis 2019 läuft, wisse "sehr zu schätzen, dass er hier damals die Chance bekommen hat - und wir jetzt gemeinsam etwas aufbauen und entwickeln können", sagte Bobic: "Er kann in Frankfurt viel testen und sich seine Strukturen so bauen, wie er sich das vorstellt und wünscht. Wir haben in vielen Bereichen ein ähnliches Denken, deswegen hat es bisher auch so gut funktioniert. Wir können bei der Eintracht aus etwas Kleinem etwas Größeres machen."

Als große Qualität des kroatischen Trainers bezeichnete Bobic dessen "gutes Gespür für die Jungs. Auf der einen Seite ist er ganz klar der Fußballlehrer, auf der anderen Seite gefühlt aber immer noch wie ein Spieler. Gerade auf die vielen verschiedenen Nationalitäten und Mentalitäten bei uns im Kader geht er gut ein. Du kannst einen Südamerikaner nicht genauso wie einen Franzosen behandeln. Die einen brauchen mehr Herzlichkeit, andere eher klare Ansagen."

Bobic hatte "keine Bauchschmerzen" bei Boateng

Die Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng sieht Bobic derweil als Volltreffer - vor allem, weil dieser nicht sei wie sein Ruf: "Er ist viel ruhiger geworden. Er ist froh, wenn er ab und zu was postet, ein bisschen Spaß hat. Er macht viele vernünftige Sachen und will abends gar nicht gesehen werden. Das schafft er, weil er abends auf der Couch sitzt und dort mit Familie und Freunden seinen Spaß hat."

Vor dem Transfer habe es in den Gremien keine Schwierigkeiten gegeben: "Aber als ich ihn im Mai das erste Mal den Eintracht-Gremien vorgeschlagen habe, hatte jeder eine Meinung zu ihm - dabei kennen ihn nur ganz wenige. Der Vorteil war: Niko und ich kennen ihn - genauso Nikos Bruder Robert, der mit ihm in Dortmund zusammengespielt hat. Deswegen hatten wir gar keine Bauchschmerzen."

Als er Boateng zu seinen Stuttgarter Zeiten nach der WM 2010 einmal angerufen habe, erzählte Bobic, seien "alle um mich herum fast durchgedreht."

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