Das Problem der fehlenden Lobby

Donnerstag, 20.07.2017 | 13:29 Uhr
Rafinha (r.) wird in der kommenden Saison wohl erneut im Schatten eines deutschen Nationalspielers stehen
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Rafinha hat sich öffentlich über die Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge beschwert, dass Joshua Kimmich Stamm-Rechtsverteidiger beim FC Bayern München wird. Vielmehr sei er überzeugt davon, die Qualität für regelmäßige Einsatzzeiten zu haben. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass Rafinha eine echte Alternative ist. Allerdings zeigt die Situation um die Rummenigge-Aussagen ein Problem, das der Brasilianer in München seit Jahren hat: die fehlende Lobby.

19 Feldspieler. Der Kader des FC Bayern München für die neue Saison ist alles andere als aufgebläht. In Planspielen, wie die Mannschaft des Rekordmeisters aussehen könnte, ist nicht einmal jede Position doppelt besetzt.

Für die Rolle des Rechtsverteidigers hat der Rekordmeister nur noch einen ausgebildeten Spezialisten im Kader: Rafinha.

Dieser wird den Posten rechts in der Viererkette allerdings nicht einnehmen. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte zunächst immer wieder, dass Joshua Kimmich künftig dort spielen werde. Alle Beteiligten wüssten Bescheid. "So plant es Carlo Ancelotti", führte Rummenigge aus.

Rafinha verärgert über Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge

Rafinha selbst kann diese Ansagen über die Kanäle der Öffentlichkeit nicht mehr hören. "Rummenigge kann sagen, was er will", sagte der 31-Jährige am Rande der Asienreise der Münchner gegenüber Sky und legte nach: "Ich glaube, er hat hier seine Aufgaben, aber der Trainer ist Carlo Ancelotti. Er entscheidet, wer spielt, oder nicht."

Seine Leistungen sieht Rafinha durch die Parteinahme des Klubbosses für einen gelernten Mittelfeldspieler nicht genügend wertgeschätzt.

Philipp Lahm war immer erste Wahl

Eine Situation, die er kennt. Seit seinem Wechsel zum FC Bayern hatte Rafinha stets die zweite Geige hinter Philipp Lahm gespielt. Und doch verlor er nie seinen Optimismus, seine Freude am Spiel und seinen Einsatzwillen.

Im letzten Herbst sagte Rafinha im SPOX-Interview, angesprochen auf seine Einsatzchancen: "Jeder hier will spielen, das ist ganz klar. Es macht keinen Spaß, wenn du auf Dauer nur auf der Bank sitzt. Aber ich mache mir keine Sorgen. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich meine Spiele machen werde."

Besonders wegen seiner Einstellung sei er immer eine Option: "Ich bin ein Typ, der immer bereit ist und alles gibt. Wenn ich meine Chance bekomme, spiele ich gut."

Rafinha statistisch mindestens auf Augenhöhe mit Lahm

Tatsächlich musste sich Rafinha in der vergangenen Saison bei seinen 20 Ligaeinsätzen (zehn von Beginn an) nicht hinter Lahm verstecken. Zumindest statistisch.

In defensiven Werten wie Passquote (89,7 Prozent zu 90), Zweikampfquote (64,1 Prozent zu 55,3), Luftzweikampfquote (52,9 Prozent zu 40,9) oder Tackle-Erfolg (72 Prozent zu 63,4) war er laut Opta mindestens auf Augenhöhe. Und auch offensiv konnte er hinsichtlich der Flankenquote (32,4 Prozent zu 27,6) oder der Schussgenauigkeit (60 Prozent zu 50) mithalten.

Starke Auftritte wie im Herbst gegen den 1. FC Köln, als Rafinha der beste Mann auf dem Platz war, blieben nachhaltig in Erinnerung. Und doch erreichte er nie das Standing, das er einst unter Pep Guardiola genoss.

In den ersten beiden Jahren unter der Leitung des Katalanen, in denen dieser Lahm häufig im zentralen Mittelfeld aufbot, kam Rafinha auf 25 bzw. 24 Startelf-Einsätze in der Bundesliga, war also Stammspieler.

Opfer des geringen Standings

Unter Ancelotti spielte Lahm wieder hinten rechts und die Hackordnung war klar. Lahm war die Nummer eins, Rafinha der Ergänzungsspieler. Immer. Unumstößlich.

Dabei befindet sich der frühere brasilianische Nationalspieler in einem Dilemma, für das er selbst nur bedingt verantwortlich ist: Er ist Opfer seines geringen Standings und der fehlenden Lobby.

Wenngleich er zu ähnlich starken Leistungen imstande war wie Lahm, ist dieser eine Identifikationsfigur des Vereins. Rafinha spielt seit 2011 für die Bayern, so lange trug Lahm bereits die Binde. Als Kapitän führte Lahm die Bayern zum Triple 2013 und die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Er war der uneingeschränkte Führungsspieler bei den Bayern, ihm den Status des Stammspielers zu entziehen, war keine Alternative - egal für welchen Trainer. Da hätte Lahm schon in jedem Spiel ein Gegentor verschulden müssen.

Dessen war sich Rafinha bewusst. Und er hatte sich damit arrangiert: "Ich weiß, dass ich den besten Rechtsverteidiger der Welt vor mir habe. Philipp macht keine Fehler und ist sehr wichtig für die Mannschaft", sagte er im Herbst zu SPOX.

Im Vergleich zu Lahm konnte Rafinha imagemäßig logischerweise nicht mithalten. Zwar schätzen Verein und Umfeld den Brasilianer für seinen nimmermüden Einsatz, seine Gute-Laune-Mentalität und seine Loyalität. Seine gelegentliche Hitzköpfigkeit jedoch warf ihn im Ansehen zurück.

Dazu kommt ein in der Fußball-Branche nie ganz zu unterschätzender Faktor: Rafinha war nie ein großer Star, hat gerade einmal vier Länderspiele für Brasilien und kostete im Jahr 2011 schmale 5,5 Millionen Euro Ablöse. Positiv formuliert ein Schnäppchen für eine langjährige Konstante. Weniger schmeichelhaft ausgedrückt, hatte Rafinha dadurch nie diesen Glamour auf seiner Seite, die Öffentlichkeitswirksamkeit, die einen Spieler manchmal vielleicht doch eher ins Team spült. Eben nicht die Lobby.

Kimmich nach Lahms Karriereende der neue Rechtsverteidiger

Nach Lahms Karriereende sollten die Karten auf der Rechtsverteidiger-Position schließlich neu gemischt werden. Im Frühjahr stellte Rafinhas Landsmann, Bayern-Ikone Paulo Sergio, ihm auch noch eine positive Prognose aus: "Er kann locker der Nachfolger von Lahm werden."

Im Laufe der Monate kristallisierte sich jedoch mehr und mehr heraus: Bayern plant mit Rafinha, der seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2018 verlängerte, erneut nicht für die erste Elf, sondern "nur" als Backup. Denn der Lahm-Nachfolger rechts in der Viererkette soll - wie in der deutschen Nationalmannschaft - Kimmich werden.

Und erneut hat die Diskussion eine derartige Eigendynamik angenommen, dass Rafinha eigentlich nur machtlos zusehen kann.

Kimmich ist einer der vielversprechendsten jungen deutschen Spieler. Obwohl dieser im vergangenen Herbst im Mittelfeld überzeugte, fand Trainer Carlo Ancelotti im Frühjahr dort keinen Platz mehr für ihn. Weil Kimmich seine Unzufriedenheit äußerte, war Bayern gezwungen, ihm eine Perspektive zu bieten, wenn sie ihn halten wollten.

Die Position des Rechtsverteidigers bot sich an, um ihm diese aufzuzeigen. Zumal Kimmich genau dort in der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Joachim Löw mittlerweile seinen festen Platz gefunden hat. Die starken Leistungen bei der EM in Frankreich im letzten Jahr sorgten bereits dafür, dass einige Experten forderten, Kimmich müsse auch im Verein hinten rechts spielen.

Kimmich die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft

Und die Zahl der Fürsprecher explodierte in diesem Sommer: Dass der 22-Jährige beim Confed Cup in Russland als einziger Spieler jede Spielminute auf dem Platz stand und als Rechtsverteidiger Leistungsträger und sogar Führungsspieler war, stärkte seine Position.

Der FC Bayern kann, will und wird es sich nicht leisten, einen Spieler am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, der bereits mit 22 Jahren eine feste Stütze in der deutschen Nationalmannschaft ist. Und da dieser mit seinem Spielverständnis, seinem Offensivdrang und seinem immer besser werdenden Zweikampfverhalten perfekte Voraussetzungen für die Rolle des Rechtsverteidigers mitbringt, wird dort zumindest vorerst seine Zukunft liegen.

So wird Rafinha auch in der neuen Saison Ergänzungsspieler bleiben. Obwohl er zu Recht darauf hinweist, die Qualität für mehr zu haben. Und obwohl die Bayern mit nur 19 Feldspielern eher schwach auf der Brust sind.

Doch manchmal geht es im Fußball um mehr als um Leistung...

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