Fussball

Keine Konsequenzen für Ancelotti

SID
Carlo Ancelotti spendet 5000 Euro an die DFB-Stiftung

Der Fall Ancelotti ist ad acta gelegt: Der Coach von Bayern München spendet nach seiner Mittelfinger-Geste in Richtung Zuschauer in Berlin 5000 Euro an die Sepp-Herberger-Stiftung. Zuvor war der Italiener offenbar bespuckt worden.

Viel Aufregung, keine Konsequenzen: Bayern Münchens Trainer Carlo Ancelotti ist in der "Stinkefinger-Affäre" glimpflich davongekommen. Der Kontrollausschuss des DFB stellte am Dienstag das Verfahren gegen den 57 Jahre alten Italiener "mit Zustimmung des DFB-Sportgerichts ein". Ancelotti leistet jedoch eine Spende in Höhe von 5000 Euro an die Sepp-Herberger-Stiftung des Verbandes.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Der FC Bayern verteidigte indes seinen Coach. "Grundsätzlich halten wir die menschliche Reaktion mit der Geste von Carlo Ancelotti auf die üble Spuckattacke für emotional nachvollziehbar", hieß es in einer Erklärung der Münchner am Dienstag.

Ancelotti hatte nach dem Last-Minute-Ausgleich seines Teams am Samstag bei Hertha BSC (1:1) für einen Moment die Fassung verloren, weil er auf dem Weg in die Kabine offenbar von Berliner Fans angespuckt worden war. Der Bayern-Coach hatte den Vorfall in der ARD nach dem 1:1 bestätigt. Der Kontrollausschuss des DFB forderte den Coach daraufhin zu einer Stellungnahme bis Dienstagmittag auf.

Viel Unterstützung für Ancelotti

Eine Sperre für ihren Coach mussten die Münchner, die am Samstag gegen den Hamburger SV spielen, ohnehin nicht befürchten. Wegen eines ähnlichen Vergehens war Norbert Düwel im Dezember 2014 als Trainer des Zweitligisten Union Berlin vom DFB zu einer Geldstrafe in Höhe von 3500 Euro verurteilt worden.

Ancelotti hatte für seinen Aussetzer bereits von vielen Kollegen aus der Liga Unterstützung erfahren. "Ich kann den Kollegen absolut verstehen. Es ist respektlos, wenn man angespuckt wird. Keiner hat gerne die Spucke eines anderen im Gesicht. Die Hemmschwelle in den Stadien wird deutlich geringer", sagte etwa Gladbachs Trainer Dieter Hecking.

Wenn man gar nichts mehr machen dürfe "und als Aushängeschild dastehen muss, wird's auf die Dauer ein wenig unlustig. Ich denke auch, dass man da anders reagieren kann, aber es ist zumindest menschlich verständlich", meinte Kölns Trainer Peter Stöger.

Auch Augsburgs Manager Stefan Reuter positionierte sich in Sky90 für den Bayern-Coach. "Wenn du bespuckt wirst, ist es sehr schwer, dich unter Kontrolle zu haben. Er weiß heute selber, dass sich das nicht gehört, aber in diesem Moment war das einfach die Reaktion. Wir sollten das wieder vergessen", sagte der Weltmeister von 1990.

Alles zum FC Bayern München

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung