"8.30 Uhr Bier trinken? Wir machen es!"

Freitag, 29.07.2016 | 11:11 Uhr
Die Bayern-Fans in den USA sind motiviert, Autogramme ihrer Stars zu bekommen
Advertisement
International Champions Cup
Sa21.07.
Topspiele im Livestream: FCB - PSG und BVB - Liverpool
Club Friendlies
Wolverhampton -
Ajax
Club Friendlies
Blackburn -
Liverpool
Club Friendlies
Besiktas -
Krasnodar
Club Friendlies
SV Werder Bremen -
1. FC Köln
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Club Friendlies
TSG Hoffenheim -
QPR
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
Club Friendlies
Inter Mailand -
Zenit
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon

Der FC Bayern München trifft auf der Audi Summer Tour auf viele US-amerikanische Fans. Die Wiederkehr in die Staaten hat sich bereits bezahlt gemacht: Die Anzahl der Anhänger und der Enthusiamus steigen. Jedoch ist die Atmosphäre in den Stadien das etwas andere Erlebnis - und stößt Fußball-Romantikern mitunter sauer auf.

Keine Frage, ein übliches Trainingslager ist die US-Reise des FC Bayern München nicht. Zwar stehen mit den Auftritten im International Champions Cup drei Testspiele gegen die prestigereichen Weltklubs AC Milan, Inter Mailand und Real Madrid an. Und logischerweise schwitzen die Profis auch im Fitnessraum sowie bei öffentlichen Trainingseinheiten in den Stadien.

Darüber hinaus geht es für den Verein jedoch auch darum, sich selbst zu präsentieren und im wichtigen US-Markt zu etablieren. Dazu gehört Kontaktpflege zu Sponsoren, aber vor allem auch Nähe zu den Fans.

Beides vereint der Klub dieser Tage bei diversen Angeboten in den Städten. Der gesamte Kader ist eingespannt, die Botschaft des FC Bayern zu verkünden.

"Wir haben hier schon sehr viele Fans von uns gesehen und das ist immer etwas Besonderes. Weit weg von zu Hause zu sein und trotzdem so viele Fans zu haben, ist etwas Schönes", sagte Philipp Lahm bei der ersten Pressekonferenz der US-Reise über die Nähe zu den Anhängern.

Thiago und Vidal baden in der Menge

Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) standen Thiago und Arturo Vidal für eine Autogramm- und Fotostunde in einem T-Mobile-Store in Chicago zur Verfügung.

Schon eine halbe Stunde, bevor das Duo angekündigt war, hatte sich trotz strömenden Regens eine lange Schlange vor dem Laden gebildet. Die Menschen redeten englisch, spanisch, japanisch, deutsch und andere Sprachen. Und sie trugen Trikots des FC Bayern.

Die Begeisterung war den Fans, die darauf warteten, Fotos mit Thiago und Vidal zu schießen und sich ihr Trikot unterschreiben zu lassen, anzumerken. "Ich bin seit 2014 Fan, als Robert Lewandowski zu den Bayern gewechselt ist. Er ist mein Lieblingsspieler. Seit er bei Bayern spielt, verfolge ich so viele Spiele wie möglich", sagte der 17-jährige Matt aus Chicago zu SPOX.

Im Spiel gegen Milan habe er die Mannschaft erstmals live gesehen und sei "begeistert von der genialen Stimmung" gewesen.

Über 100 Fanklubs

Die vor Jahren intensivierten Bemühungen um eine Internationalisierung des Klubs tragen in den USA Früchte. Seitdem der FCB im Jahr 2014 erstmals in die Staaten reiste und im Zuge dessen seinen Standort in New York eröffnete, stieg die Zahl der Bayern-Fanklubs von neun auf 102.

Der Fanklub in Chicago zählt über 700 Mitglieder. "Der Enthusiasmus für Bayern steigt seit Jahren immer weiter", sagte das Mitglied Anthony im Gespräch mit SPOX: "Unser Fanklub hier in Chicago ist riesig und er wird immer größer. Wir treffen uns jeden Samstag, um die Spiele zu schauen. 8.30 Uhr am Morgen ist zwar ziemlich früh, um mit dem Biertrinken anzufangen. Aber wir machen es. Und wenn die Spiele gut laufen, darf es auch mal ein Jägermeister sein. Besonders hier in Chicago ist die Fanbase für Bayern groß, weil es auch viele Deutsche gibt."

Aufmerksamkeit größer als beim ersten US-Trip

Auch wenn Anthony im Jahr 2003 einmal im Olympiastadion zum Derby gegen 1860 München war, freut er sich besonders darüber, den deutschen Branchenprimus in den USA zu sehen: "Ich war 2014 bei dem Spiel gegen die MLS-Auswahl, direkt nach der Weltmeisterschaft. Aber in den letzten zwei Jahren hat sich hier noch mal einiges getan. Die Atmosphäre beim Spiel gegen Milan war hervorragend. Ich denke, die US-Fans nehmen Soccer mittlerweile richtig ernst. Deswegen bin ich auch froh, dass Bayern zurückgekommen ist. Man merkt schon, dass sie jetzt beim zweiten Mal deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen."

Die Eindrücke von der Marketingveranstaltung decken sich mit denen vom Spieltag. Zwar hatte auch der AC Milan viele Unterstützer dabei, das Stimmungsbarometer unter den 44.826 Zuschauern im Soldier Field schlug jedoch ganz eindeutig zugunsten der Bayern aus.

Das etwas andere Fußball-Erlebnis

Dabei gab es nicht wenige deutsche Fans, die die Atmosphäre im Soldier Field während des unbedeutenden Audi Football Summit zwischen dem FC Bayern und dem AC Milan belächelten. Verständlicherweise: Ein Spiel zweier großer europäischer Klubs in den USA zu schauen, ist das etwas andere Fußball-Erlebnis.

Schließlich ist es in Deutschland nicht unbedingt üblich, dass bei einem zwar unterhaltsamen, aber nicht hochbrisanten oder intensiven Spiel bereits nach zehn Minuten die LaOla durch das weite Rund schwappt. Und zwar minutenlang.

Julian Green: Gefragt wie selten

Auch die völlige Fixierung auf die größten Stars war bemerkenswert. Jedes Mal, wenn beispielsweise David Alaba am Ball war, ging ein freudiges Raunen durch das Stadion, ganz zu schweigen vom US-Amerikaner Julian Green.

Marketingmaschine läuft auf allen Zylindern

Dazu kam die komplette Inszenierung der Partie. In den meisten deutschen Stadien ist man Schnickschnack wie Torwandschießen, Stadionquiz und gesponserte Eckenstatistiken zwar auch schon gewohnt.

In den USA - und das liegt in der Natur des Systems über dem Teich - ist die Marketingmaschine nicht nur angeschmissen, da läuft sie auf allen Zylindern.

Der Bart des Tages auf der Anzeigetafel ist nur eine von vielen Ausprägungen. Zwischendurch bekommt das Publikum über die Videowand auch klare Anweisungen wie "Make Noise".

Drumherum im Mittelpunkt

Eine Sportveranstaltung ist in den USA deutlich mehr Event als in Deutschland. Sicher nicht für alle, aber für viele ist beispielsweise bei einem Baseball-Spiel das Tailgating, also das Barbecue und Bier davor auf dem Parkplatz, deutlich wichtiger als der Sport an sich. Das Drumherum steht im Mittelpunkt.

Dem Fußball-Romantiker stößt diese Entwicklung sauer auf.

Den Bayern-Verantwortlichen schmeckt die gestiegene Aufmerksamkeit dagegen süß. Gründung von Fanklubs, Zugriffe auf soziale Medien, Nachfrage nach Tickets und Fanartikeln - aus Klubsicht scheint das Kalkül aufzugehen.

Für die Spieler heißt das für die Zukunft: Die Marketingtermine samt Vollkontakt mit den Fans und Lächeln für die Kamera werden nicht weniger werden.

Der FC Bayern München in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung