Pechvogel der besonderen Art

Von Victor Adolf
Montag, 17.10.2016 | 10:39 Uhr
Caglar Söyüncü steht beim SC Freiburg schon unerwartet früh in der Verantwortung
Advertisement
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Bundesliga
SoJetzt
Schau dir jetzt die Nordderby-Highlights an!
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Leicester -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Swansea -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Slaven Belupo
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Crotone
Serie A
Udinese -
Florenz
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Serie A
Chievo Verona -
Sassuolo
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Ligue 1
Montpellier -
Lyon
Superliga
Brøndby -
Odense BK
Primera División
Real Sociedad -
Alaves
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas
Championship
Leeds -
Wolverhampton

Auch am 7. Spieltag der Bundesliga kann der SC Freiburg auf gegnerischem Platz einfach nicht punkten. Nicht ganz unschuldig daran war ein junger Mann, der bei den Breisgauern jetzt schon eine Rolle spielt, die für ihn zumindest zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht vorgesehen war. Für seine Leistung gegen die TSG Hoffenheim bekam Caglar Söyüncü die Note 5.

Etwas mehr als drei Monate ist er nun in Deutschland und lebt seinen Traum. Das Schild "Bundesligaspieler" trägt Söyüncü gerade einmal 108 Tage um den Hals, anfühlen dürfte es sich für ihn aber schon wie eine halbe Ewigkeit.

Nach gerade einmal sechs Bundesligaspielen hat der junge Türke schon so einiges erleben dürfen - beziehungsweise müssen. Dabei zeigte Söyüncü in Sinsheim eigentlich einmal mehr, warum der SC Freiburg im Sommer 2,5 Millionen Euro für die Dienste des Innenverteidigers an den türkischen Zweitligisten Altinordu überwies.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN! Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Der 20-Jährige übernimmt mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit den Großteil des Freiburger Aufbauspiel und hat im Kraichgau die meisten Ballaktionen aller Akteure auf dem Platz (28). Nicht einen einzigen Zweikampf verliert er.

Von der Hölle in den Himmel und wieder zurück

Nach 34 Minuten ist es dann allerdings vorbei mit der Herrlichkeit: Sein Rückpass zu Keeper Schwolow ist haarsträubend - Sandro Wagner sagt artig "Danke" und schiebt ein. Nun könnte man meinen, einen jungen Spieler wirft ein derartiger Fauxpas schnell aus der Bahn, doch der Türke rafft sich auf. Gegen Demirbay klärt er in höchster Not bravourös, danach inszeniert er mit seinem ersten Bundesliga-Assist sogar den Ausgleich der Badener. Fehler wieder wettgemacht? Denkste...

180 Sekunden nachdem der Youngster die Breisgauer Welt in Ordnung gebracht hat, reißt er sie auch schon wieder ein. Im Strafraum geht er zu ungestüm zu Werke, "bespringt" Nationalspieler Sebastian Rudy ohne Not - Elfmeter! Der Pfiff ist hart, aber vertretbar. Kramaric lupft die Kugel frech in die Tormitte, Freiburg ist geschlagen.

Zwei Söyüncü-Böcke bringen den Sportclub ins Hintertreffen - wer es gut mit dem SC meint, dem kommt das zumindest nicht mehr gänzlich unbekannt vor.

Nach einem mehr als akzeptablen Bundesligadebüt gegen die Hertha und einer bärenstarken Performance beim Heimsieg über Borussia Mönchengladbach unterläuft dem Neuzgang in Köln sein erster kapitaler Aussetzer, der den Geißböcken die 2:0-Führung auf dem Silbertablett serviert. Auch beim Modeste-Treffer zum 3:0-Endstand macht er alles andere als eine glückliche Figur.

Mailand? Söyüncu wählt Freiburg

Wo andernorts sofort hitzige Diskussionen ausbrechen und Kritik laut wird, bleibt man im Schwarzwald gelassen. Bedingungslose Unterstützung erhält der Neuzugang von allen Seiten. Sein größter Fan ist sein Trainer, der bekannt dafür ist, ein Händchen für junge Spieler zu haben und den SC nicht nur besser kennt als seine Westentasche, sondern sie in gewisser Weise auch gleich selbst mitgenäht hat.

Wie mit einer solchen Situation im Breisgau umgegangen wird ist bemerkenswert, aber sicher nicht verwunderlich. Warum Söyüncü den Weg zum Sportclub ging und Vereinen wie beispielsweise Inter Mailand einen Korb gab, wird deshalb auch schnell klar und ist Beweis dafür, dass der Türke sich nicht blenden lässt und - ungeachtet seines zarten Alters - einen klaren Kopf auf den Schultern trägt.

"Er macht gerade Unglaubliches durch, da macht man halt auch Fehler. Wir können das tragen, wir sind in Freiburg. Wenn das irgendwo geht, dann hier", sagte Christian Streich über seinen Abwehrmann. Was er damit meint?

Söyüncü spricht kein Deutsch, auch Englisch hat er in der Schule nie gelernt. Die Verständigung mit Teamkollegen und Trainerteam läuft über einen Dolmetscher oder Landsmann Onur Bulut. 2590 Kilometer trennen ihn seit jenen 108 Tagen vom heimischen Izmir. Leichtere Aufgaben für einen 20-Jährigen gibt es mit Sicherheit.

Alles läuft - nur nicht so wie geplant

Ein Stammplatz war für das Defensivjuwel ursprünglich nicht vorgesehen, behutsam sollte er sich an die neue Situation gewöhnen. Eilig hatte man es mit Söyüncü nicht, daran änderte auch die für Freiburger Verhältnisse hohe Ablösesumme nichts. Die Verletzungen der Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf, Manuel Gulde und Marc Torrejon spielten Streich einen Streich - hinfällig waren die langfristigen Planungen.

Dass man in Freiburg in solchen Momenten aus der Not eine Tugend macht, ist bekannt. Rückschläge wird es, ja soll es vielleicht sogar geben, denn so lernt man bekanntlich am schnellsten. "Ich wollte ihn über Monate aufbauen und heranführen. Aufgrund der Verletzungssituation ist er jetzt reingekommen und wir sind sehr glücklich darüber, dass er bei uns ist. Caglar ist wahnsinnig talentiert. Er sammelt jetzt Erfahrungen und dann geht es vorwärts. Die Mannschaft kann das alles tragen bei uns. Das ist kein Problem. Wir sind keine Wölfe, die aufeinander losgehen", sagte der Coach nach der Partie gegen Köln.

Auch nach den Schnitzern gegen die TSG vertraut die Mannschaft Söyüncü blind. "Wir motivieren Caglar jetzt natürlich. So was passiert. Er ist ein unglaubliches Talent", lobt Vincenzo Grifo seinen jungen Teamkollegen.

In Freiburg gibt man ihm alle Zeit der Welt, denn: Sicherer als sein nächster Klops, ist nur, dass man sich mit Söyüncu eine absolute Bereicherung ins Team geholt hat, an dem der SC über kurz oder lang noch eine Menge Freude haben wird.

Caglar Söyüncü im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung