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Dan-Axel Zagadou vom BVB und die Wechselgerüchte um Arsenal: Geht’s auch mal normal?

Dan-Axel Zagadou steht beim BVB seit 2017 unter Vertrag.

Dan-Axel Zagadou ist kürzlich 20 Jahre jung geworden und geht in seine dritte Saison bei Borussia Dortmund. Seine bisherige BVB-Zeit gleicht einer Achterbahnfahrt - der Transfer von Mats Hummels erhöht seine Chancen auf einen Stammplatz nicht.

Es sollte einfach nur ein simpler Querpass zu seinem Innenverteidiger-Kollegen werden. Als Ergebnis stand aber ein Abspiel, bei dem man dachte, Dan-Axel Zagadou sei von allen guten Geistern verlassen. Anfang April war das, beim Gastspiel von Borussia Dortmund beim FC Bayern.

Mit seinem Blackout legte Zagadou Robert Lewandowski das 2:0 für den FCB auf, nach 17 Minuten schien das Duell um den Spitzenplatz in der Bundesliga bereits entschieden. Zagadou erholte sich von diesem Klops nicht mehr, weder in diesem Spiel, bei dem er vollkommen überfordert und nervös zur Pause erlöst wurde, noch im weiteren Saisonverlauf.

Zwölf Minuten lang durfte Zagadou im anschließenden Heimspiel gegen Mainz noch einen schmeichelhaften 2:1-Sieg nach Hause mitverteidigen, danach fiel er für den Rest der Saison aufgrund einer Knieverletzung aus. Sehr gut möglich, dass ihn BVB-Trainer Lucien Favre ohnehin nicht mehr in die Startelf gestellt hätte.

Zagadous Patzer versinnbildlichte Dortmunds defensive Naivität

Dabei war Zagadou in der abgelaufenen Spielzeit statistisch gesehen Dortmunds bester Abwehrspieler. Mit einer Zweikampfquote von 67 Prozent gewonnener Duelle liegt er weit vor Manuel Akanji, dem nächsten Innenverteidiger in dieser Liste (56 Prozent). Auch in der Luft war kein Borusse besser als der 20-Jährige (74,7 Prozent), Akanji kann hier nur eine Quote von 58,2 Prozent vorweisen.

Auch Mats Hummels, in wenigen Tagen Zagadous neuer Teamkollege, reicht im Luftzweikampf mit 68,4 Prozent nicht an die Werte des Franzosen heran. Dass die Dortmunder bei Hummels aber die Chance am Schopfe ergriffen und einen gestandenen Mann für die Abwehrzentrale verpflichteten, hat gewissermaßen auch mit Zagadou zu tun.

Dessen grober Patzer in München versinnbildlichte nämlich die defensive Anfälligkeit, Naivität und die zahlreichen individuellen Fehler, die zu Gegentoren führten und der Borussia im Kampf um die Meisterschale das Genick brachen. Es überrascht daher nicht, wenn der kicker behauptet, Zagadous Standing bei Favre habe gelitten.

Zagadou beim BVB: Eine Achterbahnfahrt

Dass einem in einer Top-Liga unbedarften Spieler wie Zagadou, physisch ein Schrank wie Bayerns Niklas Süle und technisch ähnlich begabt, in seiner Entwicklung Fehler zugestanden werden müssen, weiß natürlich auch Favre. Zumal man, wenn man auf das große Ganze blickt, Zagadou zugutehalten muss, dass seine bisherigen zwei Spielzeiten beim BVB einer Achterbahnfahrt glichen.

Deren Verlauf ist schnell erzählt: Zagadou kam nach seinem Wechsel zu den Westfalen unter Peter Bosz anfangs aushilfsmäßig als Linksverteidiger zum Zug, dann immer seltener und unter Peter Stöger auch verletzungsbedingt gar nicht mehr. Beim erfolgreichen Saisonstart im Vorjahr unter Favre dauerte es bis zum 5. Spieltag, ehe das Verletzungspech Zagadou wieder in die Startelf spülte - und er in einem überzeugenden Team überzeugend spielte. Es folgte eine weitere Verletzung, daraufhin die nächsten Spielanteile, doch nach der Bayern-Partie war der Ofen wieder aus.

All dies sind wertvolle Erfahrungen für ein vielversprechendes Talent, das Zagadou zweifelsohne ist. Nicht nur in direkten Duellen, sondern auch in Sachen Ruhe am Ball und in der Spieleröffnung unterstrich er immer wieder sein Potential. Jedoch handelt es sich hier um einen blutjungen Spieler, der sich nicht nur an ein neues sportliches, sondern auch privates Umfeld gewöhnen und mit einer Sprachbarriere klarkommen musste.

Zorc: BVB hat Überangebot an Abwehrspielern

Es wäre daher unsinnig, würde der BVB über einen Verkauf des Franzosen nachdenken. In diesen Tagen sind Spekulationen aufgekommen, der FC Arsenal werfe nach Informationen der französischen Fußball-Zeitschrift France Football ein Auge auf den bis 2022 gebundenen Zagadou. Allerdings wisse man bei den Gunners, dass ein permanenter Wechsel des Dortmunders das eigene Transferbudget sprengen könnte.

"Uns ist bewusst, dass wir ein Überangebot an Abwehrspielern haben", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc kürzlich den Ruhr Nachrichten und betonte, momentan sei "alles ruhig" auf dem Transfermarkt.

Genau deshalb steht derzeit auch fest, dass durch die Hummels-Rückkehr und den noch nicht offiziell verkündeten Transfer von Barcelona-Talent Mateu Morey satte 13 Verteidiger beim BVB unter Vertrag stehen werden. Es wird sich auf Abgabenseite also einiges tun müssen, um dieses Wirrwarr zu entflechten.

Zagadou und Diallo Verkaufskandidaten?

Zagadou soll wie Abdou Diallo, erst im Vorjahr für stolze 28 Millionen Euro aus Mainz gekommen, Informationen des kicker zufolge möglicher Verkaufskandidat sein. Klar ist, dass sich beide fürs Erste hintenanstellen müssten, da neben Hummels der bereits in der Vorsaison als Ersatzkapitän aufgetretene Akanji als gesetzt gilt.

Im Falle von Zagadou wäre dieser Umstand weder etwas Neues, noch bedenklich. So ging es für ihn schließlich bislang in jede Saison in schwarzgelb. Man möchte nicht unken, doch in beider dieser Spielzeiten plagten die Borussia beinahe durchgehend Verletzungsprobleme im Abwehrbereich, sodass Zagadou auch im kommenden Jahr sicherlich auf seine Einsätze käme. Schließlich hat er unter Favre zweifelsohne noch einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Regelmäßige Spielpraxis und das Gefühl, dauerhaft wichtig zu sein, wären zum jetzigen Zeitpunkt für seine Entwicklung allerdings der Idealfall. Der wird in Dortmund wie für ihn gehabt weiterhin nicht eintreten. Ein Leihgeschäft, bei dem diese Faktoren dagegen gegeben wären, könnte für Dortmund womöglich eher eine Option darstellen.

Egal, wie es kommen mag: Einen ganz "normalen", geradlinigen Saisonverlauf würde Zagadou wohl am ehesten für sich unterschreiben.

Dan-Axel Zagadou: Seine BVB-Bilanz in der Saison 2018/19

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