Fussball

Eintracht Frankfurt: Sebastien Haller im Interview - "Spiele nicht, um ein Star zu sein"

Adi Hütter folgte bei Eintracht Frankfurt auf Niko Kovac.

In der Bundesliga ist er längst kein Unbekannter mehr, auch in Europa sorgt er mittlerweile regelmäßig für Furore: Sebastien Haller hat sich nach einer Debüt-Saison mit Licht und Schatten bei Eintracht Frankfurt zum Fixpunkt der hessischen Torfabrik um Ante Rebic und Luka Jovic entwickelt.

Im exklusiven Interview mit SPOX und DAZN spricht der 24-Jährige über seinen eher ungewöhnlichen Aufstieg zum Fußballprofi und erklärt, warum er kein Star sein möchte. Außerdem beschreibt er seine Liebe zu Frankfurt und äußert sich zu seinem Traum von der französischen Nationalmannschaft sowie seiner persönlichen Zukunft.

SPOX/DAZN: Herr Haller, Sie sind aktuell einer der treffsichersten Angreifer Europas. Wie fühlt es sich an, in einem Atemzug mit Spielern wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Kylian Mbappe genannt zu werden?

Sebastien Haller: Es ist schön und gut, effizient zu sein. Gerade für einen Stürmer. Deshalb spiele ich Fußball. Ich will aber nicht jetzt, sondern am Ende der Saison dort stehen. Man darf nicht vergessen, dass die Saison noch lang ist. Das ist nur der Anfang.

SPOX/DAZN: Trotzdem sprechen gerade viele Leute über Sie. Wie gehen Sie mit dem Hype um?

Haller: Das ist Teil des Jobs. Wichtig ist, dass man sich immer wieder in Erinnerung ruft, dass es auch schlechte Zeiten gab, dass es nicht immer so gut lief. Ganz ehrlich: Ich blende es aus, wenn man über mich spricht. Ich will Fußball spielen und Tore schießen. Alles andere ist nicht wichtig.

Sebastien Haller: "Glücklich, Fußballer zu sein"

SPOX/DAZN: Sie haben einmal gesagt, Sie wollen kein Star sein. Warum?

Haller: Weil ich nicht Fußball spiele, um ein Star zu sein. Ich spiele Fußball, weil ich Fußball liebe. Mir ist klar, dass mich manche als Star sehen, wenn ich ein paar Tore schieße. Das ist kein Problem für mich. Aber es ist nicht das, was ich will. Ich will mit meinem Team erfolgreich sein.

SPOX/DAZN: Sie kommen als sehr ruhiger und bodenständiger Typ herüber, zeigen kaum Emotionen. Würden Sie sich selbst auch so beschreiben?

Haller: Man muss natürlich immer unterscheiden zwischen dem, was auf dem Platz passiert und dem, was neben dem Platz passiert. Es stimmt schon, dass ich auf dem Platz keine großen Emotionen zeige. So bin ich einfach. Daneben bin ich aber ein ganz normaler Kerl, mache gerne Späße mit meinen Kollegen. Wir haben eine tolle Truppe beisammen, lachen viel. Wir dürfen bei all der harten Arbeit nicht vergessen, dass wir uns glücklich schätzen dürfen, Fußballer zu sein.

SPOX/DAZN: Sie sind mit 24 bereits Familienvater. Was machen Sie, wenn Sie nicht Fußball spielen?

Haller: Ich hole meine Tochter gerne vom Kindergarten ab und spiele mit ihr. Ich führe ein ganz normales Leben mit ihr und meiner Frau.

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Wie Sebastien Haller fast Torhüter geworden wäre

SPOX/DAZN: Sprechen wir über Ihre eigene Kindheit. Bevor Sie Fußball spielten, waren Sie beim Judo. Wie kamen Sie zum Fußball?

Haller: Fußball war schon immer meine Nummer eins. Meine Mutter wollte aber, dass ich ins Judo gehe. Es war keine schlechte Erfahrung, aber nach drei Jahren hatte ich einfach keine Lust mehr, ich war auch nicht gut genug. Ich hatte immer den Fußball in meiner Nähe, ging vor, während und nach der Schule auf den Bolzplatz. Das war das, was ich wirklich wollte.

SPOX/DAZN: Stimmt es eigentlich, dass Sie in der Jugend im Tor standen?

Haller: Ab und zu (lacht). Ich war eigentlich Stürmer, aber wenn es bei Turnieren zu Elfmeterschießen kam, ging ich meistens ins Tor. Ich war schon damals einer der größten Spieler im Team und hatte sehr gute Reflexe. Wir gewannen einige Turniere dank meiner Paraden. Ich war aber immer glücklicher, wenn ich im Feld spielen durfte. Zum Glück schoss ich genug Tore, sonst wäre ich vielleicht öfter ins Tor gegangen.

SPOX/DAZN: Ihr Talent als Stürmer machte sich schon früh bemerkbar, sie durchliefen alle französischen Jugendnationalmannschaften und gaben mit 18 Ihr Debüt bei Zweitligist AJ Auxerre. Trotzdem mussten Sie Ihre Heimat verlassen, um den Durchbruch zu schaffen. Warum?

Haller: Es kamen viele Dinge zusammen. Ich war jung und einfach noch nicht so weit, um jedes Wochenende mein Maximum abzurufen. Ich hatte auch ein paar Meinungsverschiedenheiten mit meinem Trainer bei Auxerre. Das Beste war, sich nach etwas anderem umzuschauen. Auxerre wollte mich zu keinem anderen Verein in der zweiten Liga abgeben. Ich wollte aber nicht in die dritte Liga wechseln. Das wäre ein Rückschritt gewesen.

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