Fussball

Sebastian Kehl exklusiv: So haben wir beim BVB für die Wende gesorgt

Sebastian Kehl spricht über die Gründe für den Dortmunder Erfolg.

Im Gespräch mit SPOX und Goal berichtet Sebastian Kehl über die Gründe für seine Rückkehr zu Borussia Dortmund und den Höhenflug in dieser Saison.

Düsseldorf - Es wirkt, als wäre er nie weggewesen. Dabei ist Sebastian Kehl erst ein halbes Jahr zurück bei Borussia Dortmund.

Drei Jahre Auszeit hatte sich der langjährige Kapitän nach dem Ende seiner Profilaufbahn gegönnt, doch seine Rückkehr ins Geschäft war für diese Saison fest eingeplant.

Der Wiedereinstieg bei den Schwarz-Gelben, mit denen er zwischen 2002 und 2015 dreimal Meister und einmal DFB-Pokalsieger wurde, sei dennoch eine Herausforderung gewesen, berichtet Kehl im Gespräch mit SPOX und Goal:

"Es ist wahnsinnig intensiv, weil ich mich in dieses neue Berufsfeld ja auch noch ein Stück weit einarbeite und den Verein nochmal auf einer anderen Ebene als Verbindungsglied zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand kennenlerne. Viele Herausforderungen, aber es macht sehr viel Freude - gerade dann, wenn man auch erfolgreich ist."

Auch Angebote anderer Klubs

Dabei hätte ihn auch ein Trainerjob wie bei seinem Kumpel Jens Lehmann gereizt und es gab auch Angebote anderer Klubs, doch als der BVB anrief, überlegte Kehl nicht lange.

"Ich musste für mich die Frage beantworten, in welchem Bereich ich wieder ins Geschäft will. Das Management finde ich superspannend, strategisch die Entwicklung eines Vereins voranzutreiben und meine Erfahrungen einzubringen", sagt der 38-Jährige am Rande der Sportbusinessmesse SPOBIS in Düsseldorf:

"Da gibt es nicht so viele Positionen, in denen man das tun kann. Von daher bin ich sehr glücklich, dass ich mich für diesen Weg entschieden und beim BVB die Chance bekommen habe."

Mit Kehl kehrt der Erfolg zum BVB zurück

Zumal mit der Identifikationsfigur Kehl nach einer durchwachsenen Vorsaison auch der Erfolg nach Dortmund zurückgekehrt ist. Nicht wenige Beobachter sehen den neuen Leiter der Lizenzspielerabteilung maßgeblich daran beteiligt, dass der Herbstmeister vom ersten Meistertitel seit 2012 träumen darf.

"Natürlich war es ein sehr erfolgreiches Halbjahr, die Entwicklung des Vereins und der Mannschaft war so nicht zu erwarten", gibt der Ex-Nationalspieler zu. Entscheidend dafür sei aber nicht er alleine gewesen, sondern die Arbeit der gesamten Führung um die Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc.

"Wir sind im Sommer viele Dinge angegangen: Mit internen Umstrukturierungen, mit neuem Personal, mit meiner Person, aber auch mit Matthias Sammer als externem Berater. Ich glaube, das waren viele gute Entscheidungen", meint Kehl:

"Aber natürlich war eine der wichtigsten Entscheidungen die für Lucien Favre als Trainer und die Kaderzusammenstellung. Wir haben es geschafft, dieser Mannschaft eine neue Mentalität zu vermitteln und eine neue Leistungskultur zu kreieren."

Keine Kampfansage Richtung Bayern

Mit dem Ergebnis - Bundesliga-Tabellenführung mit sechs Punkten Vorsprung auf den FC Bayern und Gruppensieg in der Champions-League-Vorrunde - sei man natürlich hochzufrieden. Jegliche Kampfansage Richtung München oder gar Europa verkneift sich der gewohnt smarte Kehl aber:

"Wir wissen, dass es weitere Herausforderungen gibt und dass wir weiter auch hart arbeiten müssen, um erfolgreich zu bleiben."

Neben den nächsten sportlichen Herausforderungen in der Liga sowie im Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur muss der BVB auch den relativ großen Kader managen. So soll Dauerreservist Shinji Kagawa wohl bis Saisonende ausgeliehen werden, während Julian Weigl trotz konkreten Interesses von Paris St. Germain bleiben muss.

Bayern und Leverkusen an U-19-Juwel Raschl interessiert

Zudem will sich Kehl dafür einsetzen, dass der vom FC Bayern und Bayer Leverkusen umworbene U-19-Kapitän Tobias Raschl in Dortmund bleibt: "Wir werden mit dem Jungen darüber reden. Er wird genau überlegen, wohin er geht. Es wäre schön, mal wieder einen Spieler aus den eigenen Reihen in die Profimannschaft zu bringen."

Generell wolle man wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen, aus dem unter anderem Mario Götze, Marcel Schmelzer und Marco Reus stammen. "Ich bin mir mit Michael Zorc und Aki Watzke einig, dass es immer unser Anspruch sein muss, deutsche Spieler zu verpflichten", erklärte Kehl:

"Viele junge Spieler aus Frankreich, aus England sind extrem gut ausgebildet und auch körperlich einen Schritt weiter als unsere. Wir müssen uns Gedanken machen und unsere Nachwuchsarbeit und Ausbildung verbessern."

Es bleibt also genug zu tun für den erfolgreichen Berufseinsteiger.

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