Fussball

Danny da Costa im Interview: "Ich nahm den Fußball zu locker"

Danny da Costa zählt zu den wichtigsten Leistungsträgern von Eintracht Frankfurt.

Laufwunder, Teilzeit-Torjäger, Spaßkanone: Viel wird über die Traum-Offensive um Ante Rebic und Luka Jovic geredet, doch auch Danny da Costa sticht aus der Überflieger-Mannschaft von Eintracht Frankfurt hervor. So gut wie dieser Tage lief es für den 25 Jahre alten Rechtsverteidiger aber nicht immer.

Da Costa hat einen steinigen Weg hinter sich. Körperliche Probleme, aber auch zu viel Lob und zu große jugendliche Unbekümmertheit hinderten ihn einst am Durchbruch bei Bayer Leverkusen. Im exklusiven Interview mit SPOX und DAZN liefert da Costa ehrliche Gründe für seine Schwierigkeiten als Jungprofi. Der ehemalige U21-Nationalspieler äußert sich außerdem zu seiner Zukunft. Dabei kommen ein möglicher Wechsel ins Ausland und das DFB-Team zur Sprache.

SPOX/DAZN: Herr da Costa, möchten Sie sich nicht selber interviewen?

Danny da Costa: Nein, das lassen wir (lacht).

SPOX/DAZN: Dann erklären Sie doch mal, warum Sie das im November nach dem Europa-League-Spiel gegen Apollon Limassol getan haben.

Da Costa: Ich wollte schnell weg, um mit der Mannschaft zu feiern. Wir hatten Großes erreicht und ich hatte ehrlich gesagt nicht so große Lust, noch vier, fünf Fragen zu beantworten. Also dachte ich mir, ich führe das Interview einfach selber und bin schnell wieder weg.

SPOX/DAZN: Finden Sie die Fragen der Journalisten zu vorhersehbar?

Da Costa: Nach Spielen ist es oft schon so, dass man weiß, welche Fragen kommen. Ich habe mir in dem Moment aber nichts dabei gedacht. Ich wollte damit keine Kritik an den Medien äußern, sondern einfach schnell zu meinen Kollegen und den Sieg genießen.

SPOX/DAZN: Es war nicht der einzige Sieg in der Europa League. Die Eintracht hat als erste deutsche Mannschaft überhaupt alle sechs Gruppenspiele gewonnen. Auch in der Bundesliga läuft es gut. Warum?

Da Costa: Man muss erst einmal sagen, dass wir einen schwierigen Saisonstart hatten. Das, was wir uns vornahmen, klappte einfach nicht. Trotzdem haben wir weiter an einem Strang gezogen, hart gearbeitet. Das war entscheidend. Wir leben von unserer Geschlossenheit. Jeder legt eine riesige Laufbereitschaft an den Tag, opfert sich in beeindruckender Art und Weise für den Nebenmann auf und will dessen Fehler ausbügeln.

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Danny da Costa: "Mir macht alles Spaß, was Erfolg bringt"

SPOX/DAZN: Sie sprechen den schwierigen Saisonstart an. Gab es Zweifel, dass das Projekt Adi Hütter scheitern könnte?

Da Costa: Nein. Uns war bewusst, dass von jetzt auf gleich nicht alles funktionieren kann. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass wir im Pokal weiterkommen und der Super Cup nicht ganz so in die Hose geht. Zweifel waren aber nie da. Wir haben kühlen Kopf bewahrt und sind nach den ersten Siegen auch selbstbewusster und gelassener aufgetreten.

SPOX/DAZN: Was unterscheidet Hütter von seinem Vorgänger Niko Kovac?

Da Costa: Beide gehen sehr ins Detail, sind ehrgeizig und haben ständig das Ziel vor Augen, das Optimum aus ihrer Mannschaft herauszuholen. Vergleicht man die Statistiken wie geschossene oder kassierte Tore in dieser und in der vergangenen Saison, sieht man unterschiedliche Ansätze. Der eine Trainer sagt, dass man lieber 4:1 gewinnt, also viele Tore macht und das Risiko eingeht, hinten das eine oder andere zu kassieren. Der andere sagt, dass man 1:0 gewinnt, also trifft und erst einmal nichts anbrennen lässt.

SPOX/DAZN: Macht Ihnen Hütters spektakulärer Offensivfußball mehr Spaß als der kontrollierte Fußball von Kovac?

Da Costa: Mir macht alles Spaß, was Erfolg bringt. Wenn du vorne ein Feuerwerk abbrennst, aber am Ende doch mehr Gegentore fängst als du schießt, vergeht dir der Spaß. Genauso, wenn du auf zu Null spielst und trotzdem verlierst. Es gibt viele unterschiedliche Ansätze im Fußball. Jeder hat Vor- und Nachteile.

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