Fussball

Danny da Costa im Interview: "Ich nahm den Fußball zu locker"

Danny da Costa zählt zu den wichtigsten Leistungsträgern von Eintracht Frankfurt.

SPOX/DAZN: Wie sehr half es Ihnen, sich zum FC Ingolstadt ausleihen zu lassen?

Da Costa: Ich sah nach meiner Verletzung kaum Chancen, mich bei Bayer durchzusetzen. Also habe ich gesagt: "Okay, ich gehe nach Ingolstadt und versuche so viele Spielminuten wie möglich zu sammeln." Es war der richtige Schritt, um mich als Spieler und als Mensch weiterzuentwickeln. Ich war auch zum ersten Mal von zuhause weg. Das tat mir sehr gut. Man kann schon von einem Reifeprozess sprechen. Ich wusste irgendwann endlich, was für ein Glück ich hatte, diesen Beruf ausüben zu dürfen.

SPOX/DAZN: In Frankfurt haben Sie sich innerhalb von eineinhalb Jahren zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt. Sie sind jetzt 25. Welche Träume haben Sie noch?

Da Costa: Ich habe die bisher schönste sportliche Zeit hier erlebt, mit dem DFB-Pokal den ersten Titel meiner Karriere gewonnen. Natürlich will man als Profi so viele Titel wie möglich holen. Da sage ich aber ganz ehrlich: Wir haben es einmal geschafft, warum sollten wir es nicht noch einmal schaffen? Ich habe ja noch vier Jahre Vertrag hier. Das noch einmal zu erleben, ist schon so eine Art Traum. Für die meisten von uns gab es nichts Größeres als der Sieg gegen die Bayern in Berlin.

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Danny da Costa: "Ausland? Das ist mir alles zu weit weg"

SPOX/DAZN: Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages ins Ausland zu wechseln?

Da Costa: Ich bin nicht der Typ, den das Ausland besonders reizt. Ich bin zu heimatverbunden, das ist mir alles zu weit weg. Ich hoffe einfach, dass ich noch viele solche Jahre wie meine bisherigen bei der Eintracht erlebe. Jahre, in denen es sportlich gut läuft, in denen man fit ist, mit einem Lächeln zum Training fährt und kein Spiel verpassen will. Wenn meine restlichen Jahre als Profi so verlaufen wie die letzten eineinhalb, kann ich mich am Ende meiner Karriere hinstellen und sagen: "Ich habe echt einen schönen Weg gehabt."

SPOX/DAZN: Würde die Nationalmannschaft diesen Weg schöner machen?

Da Costa: Im Hinterkopf ist die Nationalmannschaft schon ein kleiner Traum. Für einen Profi gibt es kaum etwas Größeres, als sein Land zu vertreten. Ich setze mich mit diesem Thema aber nicht auseinander.

SPOX/DAZN: Haben Sie denn Kontakt zu Joachim Löw?

Da Costa: Nein, ich habe ihn nur einmal kurz in einer Hotel-Lobby gesehen und gesprochen, als ich Bernd Leno besucht habe.

SPOX/DAZN: Was fehlt Ihnen zur Nationalmannschaft?

Da Costa: Schwer zu sagen. Ich weiß nicht, ob man sich mit mir beschäftigt. Klar, ich bin gerade in einer guten Phase und merke, dass viel darüber geredet wird. Es wäre aber viel zu früh, zu sagen: "Ich muss auf jeden Fall in die Nationalmannschaft." Deshalb blende ich das weitestgehend aus. Ich konzentriere mich auf die Eintracht und versuche, hier das Beste aus mir herauszuholen. Wir haben noch viel vor.

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