Fussball

RB Leipzig trickste offenbar bei Transfer von U16-Talent - Verein dementiert

Von SPOX
Nicolas Kühn spielt für Deutschlands Juniorennationalmannschaft.
© getty

RB Leipzig hat sich laut Football Leaks beim Transfer des Jugendspielers Nicolas Kühn 2015 über bestehende Transfer-Regularien hinweggesetzt. An die Öffentlichkeit geratene E-Mails legen eine sträflichen Umgang mit Richtlinien des DFB nahe.

Der NDR und der Spiegel berichten über die ihnen zugespielten E-Mails zwischen RB Leipzig, den Beratern des damals 15-Jährigen sowie dessen Eltern. Kühn spielte für Hannover 96 und galt als eines der größeren Talente seines Jahrgangs. Neben Leipzig war demach auch der FC Bayern München interessiert.

Die Roten Bullen setzten sich allerdings gegen die Konkurrenz durch und verpflichteten den jungen Stürmer. Leipzig habe die Agentur "Spielerrat" mit dem Transfer beauftragt, obwohl es Beratern laut DFB-Vorgaben nicht erlaubt ist, mit Transfers von unter 16-Jährigen Geld zu verdienen.

RB Leipzig versprach Agentur wohl zukünftige Zahlungen

Der Agentur wurden allerdings zukünftige Zahlungen versprochen. 150.000 Euro hätten die Berater erhalten sollen, hätte das Talent mit 17 Jahren den Sprung in die erste Mannschaft vollzogen. Weitere 20.000 Euro wurden für "irgendwie & irgendwo" vereinbart.

Der Mutter des Spielers wurde darüber hinaus ein Job-Angebot in Höhe von 25.000 Euro im Jahr vorgelegt, für das sie keine tatsächliche Arbeit verrichten musste. "Wir nennen es mal Rückenschule", zitiert der NDR aus einer der vorliegenden Text-Nachrichten. Im Sommer 2018 wechselte Kühn von Leipzig zu Ajax Amsterdam.

RB Leipzig dementiert verbotenes Vorgehen

RB Leipzig und die Agentur haben auf NDR-Nachfrage ein verbotenes Vorgehen dementiert. "Wir möchten ausdrücklich betonen, dass es im Zusammenhang mit dem Spielerwechsel von Nicolas Kühn zu keinem Zeitpunkt eine Zahlung oder sonstige Leistungen an die Spielervermittleragentur 'Spielerrat' (oder eine andere Spielervermittler-Gesellschaft) gegeben hat", teilte Leipzig mit.

Der DFB gab derweil an, bei derartigem Vorgehen machtlos zu sein. "Der DFB sitzt nicht am Tisch, wenn ein Verein mit Spielern über Verträge spricht. Der DFB ist halt nicht das FBI und die Bundespolizei", ließ Markus Hirte als Leiter der DFB-Talentförderung verlauten.

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