Fussball

BVB gegen FC Bayern: Stimmen und Reaktionen zum Topspiel der Bundesliga

Von SPOX
James Rodriguez kam gegen den BVB nicht zum Einsatz.

Niko Kovac ist trotz der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. James Rodriguez sei aus "sportlichen Gründen" nicht zum Einsatz gekommen. Mats Hummels spielte nach eigenen Aussagen erkältet und begründete so seine Fehler im Abwehrverhalten. BVB-Kapitän Marco Reus warnte vor Überheblichkeit.

Die Stimmen und Reaktionen zum Spiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München von Sky und aus der Mixed Zone.

BVB - FCB 2:3: Die Stimmen aus dem Lager des FC Bayern München

Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern) ...

... über die Niederlage: "Ich bin heute weniger niedergeschlagen als bei der Niederlage gegen Gladbach. Unsere Mannschaft ist in einem sehr guten Zustand. Die Mannschaft spielt nicht für den Trainer, sondern für Bayern München und das hat sie eindrucksvoll gemacht. Der Trainer steht bei uns sowieso nicht in Frage."

... über die Nicht-Berücksichtigung von James Rodriguez: "Tatsache ist, dass der Trainer ein Mannschaftsgespräch hatte und die gleiche Elf, wie gegen Athen, wieder spielen lassen wollte. Das hat klare sportliche Gründe."

... über Mats Hummels' Erkältung: "Ich war nur am Rande über Hummels informiert. Hummels wollte unbedingt spielen und wurde in keiner Weise gedrängt. Man kann da niemandem einen Vorwurf machen, auch Mats nicht."

Niko Kovac (Trainer FC Bayern) ...

... über das Spiel: "Wir haben heute ein fantastisches Spiel von beiden Mannschaften gesehen. Wir hatten in der ersten Halbzeit das Spiel in der Hand, Dortmund in der zweiten Halbzeit. Wir haben es geschafft, nach dem 1:1 wiederzukommen, wir lassen uns dann zweimal auskontern. In Halbzeit eins haben wir es in der Mitte gut gemacht und den Gegner nach außen getrieben. In der zweiten Halbzeit nicht mehr."

... über die Fehler der Bayern: "Der BVB hat sehr schnelle Spieler, die in die Tiefe gehen. Wenn du dann einmal nicht mitläufst und in Unterzahl gerätst, wird es schwierig. Das darf nicht passieren. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viel in das Pressing des Gegners reingespielt."

... über die Leistung seiner Mannschaft: "Mit dieser Leistung können wir zufrieden sein. Es war unser bestes Spiel seit Schalke, spielerisch, kämpferisch und taktisch. Darauf werden wir aufbauen müssen. Sieben Punkte sieht nach viel aus, es fühlt sich auch so an. Aber die Saison ist noch lang."

  • Manuel Neuer (FC Bayern) ...

... über das Spiel: "Wir sind mit 1:0 in Führung und gehen mit einer guten Leistung in die Halbzeit. Das Problem waren die Fehler. Dortmund hat im eigenen Stadion gekontert und aus fünf, sechs Situationen drei Tore gemacht. Wir haben das leider zugelassen. Wenn sie den Ball hinter die Kette spielen und mit Tempo in meine Richtung laufen, ist es immer schwer. Da haben wir Probleme bekommen, weil sie sehr schnell sind."

... über den Elfmeterpfiff gegen ihn: "Vom Gefühl her spielt er den Ball in Richtung Bande, ich ziehe komplett die Hände weg. Natürlich sucht er den Kontakt, dann kann man auch pfeifen. Aber er tritt mich sozusagen in den Bauch."

... über die sieben Punkte Rückstand auf Dortmund: "Wir können alle die Tabelle gut lesen. Es war keine schlechte Leistung von uns, die Cleverness hat gefehlt, um etwas oder sogar drei Punkte mitzunehmen, was auf jeden Fall möglich war heute."

  • Mats Hummels (FC Bayern) ...

... über seinen Gesundheitszustand: "Ich bin heute krank geworden, ein solches Spiel war schwer mit einer schweren Erkältung. So hat alles ein bisschen länger gedauert, das hat man auch zweimal gesehen, als ich eklatant den Ball verliere. Es war zu riskant, deshalb bin ich rausgegangen. Vor dem Spiel war es 50/50, der Trainer wusste natürlich Bescheid. Ich ärgere mich, dass ich nicht spätestens zur Halbzeit gesagt habe, dass es keinen Sinn macht."

... zum Spiel: "Wir haben lange Zeit ein gutes Spiel gemacht. Das 2:2 hat das Spiel komplett geöffnet. Wir haben die Konter nicht so gut unterbunden, da hatten sie noch ein paar große Chancen. Da haben wir die Kontrolle über das Spiel abgegeben. Sie haben auf Konter gesetzt. Ihr enormes Tempo und ihre Qualität im Umschaltspiel haben den Unterschied gemacht."

  • Oliver Kahn (ZDF-Experte) ...

... über den Einbruch der Bayern: "Es ist immer die Frage: Ist das etwas Körperliches oder etwas Mentales? Das 2:2 war für den FC Bayern der Genickbruch in diesem Spiel. Aber auch beim 2:3 hat es etwas mit Absprache, mit Einteilung zu tun, mit etwas Taktischem: Was haben die Spieler bei Ballverlust zu tun? Ob das etwas mit der körperlichen Fitness zu tun hat, wage ich zu bezweifeln."

BVB - FCB 2:3: Die Stimmen aus dem Lager von Borussia Dortmund

  • Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...

... zum Spiel: "Es war ein total verrücktes Spiel. Bayern war sehr stark. Am Anfang haben sie uns klar dominiert. Wir konnten nicht den Ball erobern. Wenn doch, haben wir den Ball sofort wieder verloren. Es war sehr schwer, aber ich hatte eine Intuition, dass sie das Tempo nicht weiter so hoch halten können. Zum Glück stand es nur 1:0 zu Halbzeit."
... zur Leistung von Marco Reus: "Super. Er hätte das 2:2 schon früher machen können. Aber er hat weitergemacht und dann auch das Tor. Da haben wir gespürt, wir können heute gewinnen. Das haben wir auch geschafft. Fantastisch war auch die Moral, die Mentalität."
... zum Kampf um die Meisterschaft: "Wir müssen noch viele Sachen korrigieren bei Kontern, bei Flanken. Es gibt viel zu verbessern, enorm viel."

  • Marco Reus (Borussia Dortmund) ...

... über den 3:2-Sieg: "In der ersten Halbzeit sind wir nicht gut reingekommen. Bayern hatte viel Ballbesitz und am Anfang viel Druck gemacht. Wir haben uns nicht so viel zugetraut und haben zu selten gepresst, was wir uns vorgenommen hatten. Das haben wir erste in der zweiten Halbzeit gemacht, haben Vertrauen bekommen in die eigenen Aktionen. Es war ein geiles Spiel, muss ich sagen. Es hat Spaß gemacht, auf dem Platz zu stehen."

... über seine Rolle beim BVB: "Ich fühle mich wohl, ich spiele auf meiner Lieblingsposition. Da kann ich der Mannschaft am meisten helfen."

... zum Elfmeter: "Bei Manu [Manuel Neuer, d. Red.] weiß man nie, ein Elfmeter ist immer 50/50. Ich hatte ein gutes Gefühl und wollte die Fans aufwecken. Das zweite Tor war alles oder nichts: Entweder geht der Ball in die Südtribüne oder rein. Nach dem 2:2 hatte man das Gefühl, dass wir mehr Luft haben."

... über Paco Alcacer: "Der Trainer hat ein tolles Händchen, aber die Spieler, die kommen, hauen alles rein. Meistens ist der Gegner dann ein bisschen platt, das hilft uns dann aus der Patsche."

... zum Vorsprung vor den Bayern: "Wir haben enorm viel Selbstvertrauen. Die Bayern sind auf lange Sicht einfach stark. Wir tun gut daran, uns auf uns zu fokussieren.

... den möglichen Meistertitel: "Natürlich wollen wir da oben sein und sind sehr stolz auf die momentane Situation. Aber die Bundesliga ist so eng. Jetzt darüber zu sprechen, ob wir Meister werden, ist viel zu früh. Wir sind absolut die Gejagten, von daher wird es von Spiel zu Spiel immer schwieriger."

  • Jacob Bruun Larsen (Borussia Dortmund) ...

... über die Feier im Anschluss: "Für mich gibt es kein Bierchen. Lust hätte ich schon, aber ich habe morgen Training."

  • Marwin Hitz (Torwart Borussia Dortmund) ...

... über den Verein: "Ich wusste schon, dass vieles größer ist. Aber wenn man das miterlebt, ist es nochmal etwas anderes. Der Wahnsinn, wenn man sieht, wie die Gegentribüne und der VIP-Bereich mitgehen."

  • Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) ...

... zu den Emotionen während des Spiels: "Es war sehr intensiv. Man hat auch gesehen, beide Bänke sind mitgegangen. Es war sehr emotional."
... zum Spiel: "Wir haben uns immer wieder Chancen herausgespielt und am Ende auch aufgrund der klareren Möglichkeiten verdient gewonnen."
... zur Frage, was die Einwechslung von Mahmoud Dahoud gebracht hat: "Wir waren die ersten 25 Minuten unterlegen, Bayern hat sehr stark nominiert, hat ein brutales Pressung gespielt. Wir haben zu schnell die Bälle verloren und sind dann folgerichtig in Rückstand geraten. Mit Dahoud sind wir dann offensiver geworden, konnten uns besser aus der Pressing-Situation befreien und konnten dann auch das Spielfeld verlagern. Dann musste Bayern hinterherlaufen, das tun sie nicht so gerne. Das war sicherlich die richtige Entscheidung vom Trainer."
... zu Paco Alcacer: "Paco ist extremst torgefährlich. Er kann aufgrund seiner kleinen Verletzungen, die er immer wieder hatte, nicht immer 90 Minuten spielen. Das müssen wir dosieren. Wenn er dann wie heute, reinkommt und das entscheidende Tor macht, ist alles gut. Tolles Spiel."
... zur Frage, ob Dortmund jetzt Favorit auf die Meisterschaft ist: "Wir haben den 11. Spieltag, wir sind eine sehr junge Truppe. Das war heute wieder ein enormer Schritt für uns. Wir müssen weiter wachsen und lernen und gehen Schritt für Schritt."

  • Sebastian Kehl (Leiter der Lizenzspielerabteilung BVB) ...

... über den Vorsprung in der Tabelle: "Das heißt noch gar nichts. Wir haben November. Wenn das das Rückspiel gewesen wäre, hätten wir eine andere Ausgangsposition. So ist noch ein langer Weg zu gehen. Es ist doch schön für die Fans, dass die Bundesliga interessanter wird."

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