Fussball

Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl warnt vor "Scharlatanen" im Nachwuchs

SID
Donnerstag, 13.09.2018 | 20:28 Uhr
Max Eberl ist Manager bei Borussia Mönchengladbach.
© getty

Manager Max Eberl von Borussia Mönchengladbach warnt vor einem Verfall der Sitten im Nachwuchsbereich. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe führte Eberl einen entsprechenden Trend auf einen negativen Einfluss von profitgierigen und schlecht ausgebildeten Personen im Umfeld der Talente zurück.

"Wir müssen versuchen, unseren Talenten mehr Schutz vor Scharlatanen zu geben", sagte Eberl, der die "schwarzen Schafe" innerhalb der Berater-Branche frontal attackierte. Er glaube nicht, meinte der frühere Bundesliga-Profi weiter, "dass das Geld alleine versaut".

Durch ungünstige Einflüsse von außen würden laut Eberl vielversprechende Nachwuchsspieler in ihrer sportlichen wie persönlichen Entwicklung gehemmt: "Es werden in den kommenden Jahren Probleme auf uns zukommen, wenn nicht mehr diese gierigen, jungen Spieler kommen, sondern verwöhnte Jungs, die nicht mehr kritikfähig sind. Wenn das Leistungsprinzip nicht mehr Einzug hält bei uns, weil Kinder bei jedem kleinen Widerstand zu ihrem Berater rennen."

Max Eberl: "... dann gehen die Talente halt nach England"

Nach Meinung des 44-Jährigen sind unseriöse Vertreter der Berater-Sparte das Problem: "Im Jugendbereich treten Menschen auf - ich würde sie nicht Berater nennen -, die sich auch an Minderjährigen bereichern wollen. Man kann diese Menschen nicht von der Anlage verweisen, denn dann sprechen sie die Talente einfach im Internet an. Alle Vereine spüren, dass 12-, 13-, 14-Jährige kontaktiert werden, auch die Eltern werden kontaktiert. Ihnen werden Urlaube oder Autos versprochen."

Eine Gehaltsobergrenze für Talente taugt laut Eberl nicht zur Lösung der generellen Problematik: "Wenn ich über große Summen spreche, dann rede ich eher über Fußballer im Bereich der U17 oder U19. Da möchte ich als Verein entscheiden, was ich diesen Spielern bezahle. Außerdem, wenn wir in Deutschland keine hohen Summen mehr zahlen dürfen, dann gehen die Talente halt nach England."

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