Fussball

Bundesliga, 2. Liga, 3. Liga: Fans planen Stimmungsboykott in der englischen Woche

Von SPOX
Die Fans protestieren mit einem Stimmungsboykott.
© getty

Während der englischen Woche werden die Fans in der Bundesliga, der 2. Liga und der 3. Liga mit einem Stimmungsboykott gegen den DFB und die DFL protestieren. Was die Hintergründe sind, erfahrt Ihr hier.

Die Fans der deutschen Profiklubs in der Bundesliga, der 2. Liga und der 3. Liga werden am Dienstag und Mittwoch im Rahmen eines bundesweiten Aktionsspieltags die ersten 20 Minuten des Spiels schweigen. Der Protest kommt für den DFB aufgrund der Bewerbung für die Europameisterschaft 2024 zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga: Warum protestieren die Fans?

Der Grund für den Protest sind die Entwicklungen im deutschen Fußball. Eine zentrale Forderung ist, "dass der Fußball wieder die Interessen der Fans in den Mittelpunkt rückt und nicht die Interessen von Investoren oder Stakeholdern." Die Fans fühlen sich vom DFB und der DFL zudem nicht richtig verstanden.

Deshalb hat der Zusammenschluss der Fanszenen im August die Gespräche mit dem DFB und der DFL aufgekündigt. "Wir haben in einem Jahr Dialog gesehen, dass nicht viel dabei rauskommt", sagte der Sprecher der Interessenvertretung Pro Fans, Sig Zelt, gegenüber der dpa. Für Zelt ist der Boykott alternativlos: "Was bleibt uns denn anderes übrig?"

Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga: Wer ruft zum Stimmungsboykott auf?

Zu dem Stimmungsboykott hat ein Zusammenschluss der Fanszenen nach unbefriedigenden Gesprächen mit dem DFB und der DFL aufgerufen. Die Interessenvertretung Pro Fans ist an der Organisation des Protests nicht direkt beteiligt, allerdings sind viele ihrer Mitglieder im Zusammenschluss der Fußball-Fanszene involviert.

DFB, DFL und Fans: Welche Themen gab es in den Gesprächen?

In den Gesprächen zwischen DFB, DFL und dem Zusammenschluss der Fanszenen wurde bereits mehrere Maßnahmen wie beispielsweise eine einheitliche Regelung von Fan-Utensilien in den Stadien, die Abkehr von Kollektivstrafen bei Fan-Verstößen oder die Beibehaltung von Stehplätzen auf den Weg gebracht.

Außerdem wurde das Kontingent an Montagsspielen auf maximal fünf pro Saison begrenzt und Pflichtspiele auf ausländischen Boden abgelehnt. "Diese Ergebnisse sind der beste Grund, den Austausch zwischen Fan-Organisationen und Verbänden fortzusetzen", meint DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Den Fans gehen diese Regelungen jedoch nicht weit genug.

Die Bundesliga-Partien am 5. Spieltag

DatumBegegnungUhrzeit
Di., 25. September 2018Werder Bremen - Hertha BSC18.30 Uhr
Di., 25. September 2018FC Bayern München - FC Augsburg20.30 Uhr
Di., 25. September 2018SC Freiburg - FC Schalke 0420.30 Uhr
Di., 25. September 2018Hannover 96 - TSG 1899 Hoffenheim20.30 Uhr
Mi., 26. September 2018Fortuna Düsseldorf - Bayer 04 Leverkusen18.30 Uhr
Mi., 26. September 2018Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg20.30 Uhr
Mi., 26. September 2018RB Leipzig - VfB Stuttgart20.30 Uhr
Mi., 26. September 2018Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt20.30 Uhr
Mi., 26. September 20181. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg20.30 Uhr

Nach dem Ende der Gespräche: Was werfen die Fans dem DFB vor?

Das Fanbündnis begründete den Abbruch der Gespräche damit, "dass der Fußballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen". Gründe für den Missmut der Fans sind unter anderem die Einführung der Montagsspiele in der 3. Liga, die - nach Meinung der Fans - Willkür des Strafenkatalogs des DFB sowie die mangelnde Transparenz bei der Aufarbeitung der WM-Affäre 2006.

DFB und DFL: Der Stimmungsboykott kommt zu einer ungünstigen Zeit

Am Donnerstag entscheidet das Exekutivkomitee der UEFA in Nyon, wer Ausrichter der Fußball-EM 2024 werden wird. Im Rennen sind Deutschland und die Türkei. Laut Zelt habe der Boykott zwar keinen Einfluss auf die Wahl, dennoch werden Negativschlagzeilen dem DFB nicht gerade in die Karten spielen. Am Wochenende hatten sich bereits einige Fans mit Spruchbändern gegen die Bewerbung ausgesprochen.

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