BVB-Sportdirektor Zorc über Meisterrennen: "Keine Chancengleichheit in Deutschland"

Von SPOX
Donnerstag, 23.08.2018 | 08:48 Uhr
Michael Zorc sieht den BVB im Vergleich zu Bayern nicht konkurrenzfähig.
© getty

Michael Zorc von Borussia Dortmund hat den enormen Kräfteunterschied in der Bundesliga im Vergleich zu den anderen Topligen betont. Der FC Bayern München sei auch dem BVB meilenweit enteilt, führte der Sportdirektor im kicker an.

"In England gibt es fünf Klubs in einer ähnlichen Größenordnung, in Spanien mindestens zwei. Das ist Chancengleichheit, die wir in Deutschland nicht haben", sagte Zorc in Bezug auf den Jahresumsatz des FC Bayern, der rund 200 Millionen Euro höher liegt als bei den Dortmundern.

Dementsprechend ging der BVB-Funktionär dem direkten Vergleich aus dem Weg: "Unser Selbstverständnis beruht nicht auf einem Vergleich mit Bayern München. Wir wollen unser eigenes Ding - und das Beste aus unseren Möglichkeiten machen. Die wirtschaftlichen Unterschiede sind einfach zu groß, um mit den Bayern mitzuhalten."

Der Rückstand des BVB auf die Bayern in den letzten Jahren

SaisonPunktzahl BayernPunktzahl BVBDifferenz
2017/18845529
2016/17826418
2015/16887810
2014/15794633
2013/14907119
2012/13916625

Zorc: BVB-Ziel ist die Champions League

Entsprechend sei die Meisterschaft in der Bundesliga aktuell auch weit entfernt für die Borussia. Er vermeide es, "zu hohe Ziele zu formulieren oder unrealistische Erwartungshaltungen zu wecken." Ziel des Klubs sei es vorerst, sich für die Champions League zu qualifizieren. Weitere Ziele wären "falsch und verfrüht."

Dies liegt nicht zuletzt an der verbesserungswürdigen Kadersituation. Zorc merkte an, dass der ohnehin schon sehr ereignisreiche Transfer-Sommer beim BVB noch nicht den kompletten Umbruch bedeutet habe: "Der Neustart wird sicher zwei Sommer-Transferperioden benötigen."

Zorc: Kein Kommentar zu Origi oder Alcacer

Noch immer wird ein Stürmer gesucht. Gerüchte um Divock Origi vom FC Liverpool oder Paco Alcacer vom FC Barcelona wollte Zorc nicht kommentieren - betonte aber, an finanzielle Grenzen gebunden zu sein. Und: "Es geht aber auch darum, keinen Alibitransfer zu tätigen und jemanden zu holen, obwohl du eigentlich Restzweifel hegst."

Zumal die Verhandlungen für den BVB nicht immer einfach liefen. "Machen wir uns nichts vor. Das Gros der Spieler geht am Ende zu den Vereinen, die die höchsten Ablösesummen zahlen können und die attraktivsten Gehälter bieten", sagte Zorc in Bezug auf die Premier League oder Klubs wie Paris Saint-Germain.

BVB-Berater: Zorc reagiert auf Hoeneß-Stichelei

Die kürzlich von Bayern-Präsident Uli Hoeneß geäußerte Kritik wies Zorc von sich. Hoeneß hatte scherzhaft bemerkt, der BVB brauche bald einen Gelenkbus für all seine externen Berater. Zorc konterte: "Ihm fehlt in dieser Angelegenheit der Durchblick. Wir haben genau einen Berater. Der heißt Matthias Sammer, und aufgrund seiner körperlichen Konstitution reicht ein Smart, um ihn zu transportieren."

Auch auf den Wunsch von Münchner Karl-Heinz Rummenigge nach mehr Konkurrenz in der Bundesliga hatte Zorc eine Antwort parat: "Zumindest 2013 und 2014, als er wichtige BVB-Spieler verpflichtet hat, hätte ich stark über diese Aussage schmunzeln können. Damals waren wir schließlich konkurrenzfähig."

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