Fussball

Bundesliga-Saisonstart-Diskussion: "Der BVB braucht keinen Mittelmaßstürmer!"

Braucht der BVB einen neuen Stürmer, um Christian Pulisic, Maximilian Philipp und Marco Reus zu entlasten?
© getty

Braucht der BVB noch einen Stürmer?

Jochen Tittmar: Zweifelsfrei. Ohne echten Neuner in die Saison zu gehen, wäre ein Risiko, auch ohne mögliche Verletzungen der aktuellen Kandidaten. Der Transfermarkt ist auf dieser Position schwierig, was ja neben den sich wiederholenden Aussagen der BVB-Verantwortlichen schon allein die Tatsache zeigt, dass derzeit noch kein Angreifer verpflichtet wurde. Am Ende wird der BVB aber noch eine Lösung präsentieren, da bin ich mir sicher.

Nino Duit: Maximilian Philipp und Marco Reus sind zwar gute Besetzungen für das Sturmzentrum, Dortmund braucht aber trotzdem mindestens einen hochkarätigen gelernten Mittelstürmer. Sollte sich nur eine der beiden Aushilfslösungen verletzten, stünde der BVB vor einer für einen Klub dieser Größe nicht verantwortbaren Personalarmut im Angriff. Also: Dortmund muss unbedingt noch einen Stürmer holen.

Stefan Petri: Ich bin gespannt auf den Fußball, den der BVB unter Favre spielen wird und glaube eigentlich - den Pokalauftakt mal ausgeklammert - an attraktiven Fußball mit vielen erspielten Chancen. Aber die muss eben auch einer kaltschnäuzig reinmachen. Dieser Typ Spieler fehlt. Zumal man ja auf drei Hochzeiten tanzen will. Ich warne aber vor einem Schnellschuss: Ein Divock Origi für kolportierte 30 Millionen würde das Problem nicht lösen. Eher wartet man wie letztes Jahr darauf, dass sich in der Premier League im Winter wieder das Transferrad dreht und Knipser dann billiger zu haben sind.

Jochen Rabe: Ich stimme Stefan in dem Punkt zu, dass es nicht damit getan ist, einfach irgendeinen Angreifer zu holen. Wenn die Qualität nicht stimmt, ist eine Variante mit Philipp, Reus oder Götze vornedrin allemal effizienter. Da ich diese Qualität mit Ausnahme von Paco Alcacer (und wie realistisch ist das wirklich?) auf dem Markt nicht sehe, würde ich auf einen Verzweiflungs-Origi verzichten. Der BVB braucht keinen Mittelmaßstürmer! Die Unabhängigkeit von einem Aubameyang kann - gerade unter Favre - eine Chance sein. Wenn Reus fit bleibt, wird er 15 mindestens Scorerpunkte haben, ähnlich können Philipp, Wolf und Pulisic einlaufen. Das klassische Verteilen auf mehrere Schultern halte ich nicht für so abwegig.

Jonas Rütten: Absolut. Das hat gerade das Pokalspiel gegen Greuther Fürth gezeigt, in dem nicht zuletzt die Chancenverwertung ein entscheidender Faktor dafür gewesen ist, dass der BVB beinahe die Segel streichen musste. Klar, war das auch spielerisch nicht unbedingt überzeugend. Aber ich glaube, dass Dortmund mit einem echten Stürmer dieses Spiel ohne großes Zittern überstanden hätte. Maximilian Philipp ist sicherlich eine Option vorne drin, aber ein Knipser würde den BVB viel unberechenbarer und variabler (System) machen. In Gladbach hat das zwar ohne echte Sturmspitze geklappt, wodurch viele meinen, dass Favre sowieso tendenziell ohne Stürmer auskommt. Aber in Nizza war nicht zuletzt Balotelli als eiskalter Vollstrecker ein immens wichtiger Baustein für ihn.

Stefan Zieglmayer: Das Fehlen einer echten Neun verleiht dem BVB bisher zwar eine zuvor so nicht dagewesene Flexibilität, einen Anker im Sturmzentrum wird die Borussia dennoch brauchen. Schon alleine, um gegen entsprechende Gegner eine körperliche Komponente ins Spiel bringen zu können. Spätestens im Winter muss etwas passieren.

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