VAR in der Bundesliga: Auch nächste Saison mit Videoassistent?

Von SPOX
Montag, 16.07.2018 | 23:33 Uhr
Pitana setzte auch im WM-Finale auf den Video-Assistenten.
© getty

Dass der VAR-Einsatz durchaus lohnenswert sein kann, konnte man in den meisten Fällen bei der WM 2018 in Russland beobachten. In der Bundesliga war das Feedback bisher zwiegespalten. Wie geht es jetzt mit dem Video-Assistenten weiter?

Die Antwort ist eindeutig: Nach einer zweijährigen Testphase hat die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) entschieden, dass der Video-Assistent auch bei allen Bundesligaspielen der Spielzeit 2018/2019 zum Einsatz kommen soll.

2016/2017 war der Videobeweis noch offline getestet worden, vergangene Spielzeit wurde der Assistent dann erstmals aus Köln zugeschaltet.

Bilanz: VAR bei der WM 2018

Die Bilanz fällt überwiegend positiv aus. Vor allem in der Gruppenphase wurden einige Entscheidungen richtigerweise korrigiert und auch der Einsatz nahm kein Übermaß. Bei vielen Zuschauern wurde der Einsatz wohlwollender zur Kenntnis genommen als in der Bundesliga.

WM-Rekordschiedsrichter Markus Merk glaubt, dass dies vor allem an der größeren Transparenz lag: "Die Transparenz hat beim Videobeweis die letzten Jahre gefehlt. Der Zuschauer im Stadion war allein gelassen", sagte Merk.

Kritik am Videobeweis

Ausgerechnet das WM-Finale lieferte aber wieder genug Gesprächsstoff. Für Merk war es "ein in Unsicherheit entschiedener Elfmeter", den Pitana gepfiffen hatte.

Erst entschied er auf Abstoß für Kroatien. Dann schaute er sich die Szene auf Hinweis seines Video-Schiedsrichters noch einmal an, verließ die Überprüfungszone und kehrte dann doch zum Monitor zurück, um anschließend Elfmeter zu geben. Laut Merk solle man für einen Elfmeter, gerade in einem WM-Finale, keine Gründe suchen.

Die Zukunft des Video-Assistenten

Der ehemalige Schweizer Top-Schiedsrichter Urs Meier will der VAR-Technik weiterhin Zeit geben, sich aber keinesfalls darauf verlassen: "Der Videobeweis ist immer noch ein Produkt im Entwicklungsstadium. Man muss hinterfragen, warum oder vor allem von wem die falschen Entscheidungen getroffen wurden. Der Videobeweis ist wie ein Airbag, der aufgehen soll, wenn es richtig crasht, wenn ein klarer Fehler vorliegt".

Zudem ist Merk der Meinung, dass es der Videobeweis auch je nach Wettbewerb einfacher oder schwerer hat: "Es ist im internationalen Fußball etwas einfacher als in den Ligen, in denen es noch eine höhere Emotionalität gibt."

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