Fussball

FC Bayern lässt Robert Lewandowski nicht gehen: Die ewige Frage nach der Weltklasse

Robert Lewandowski hat mit Polen nach zwei Spielen schon keine Chance mehr aufs Achtelfinale.
© getty

Robert Lewandowski ist bei der WM 2018 mit Polen vorzeitig ausgeschieden, jetzt kehrt er früher als erwartet zum FC Bayern München zurück. Die Verantwortlichen wollen ihn auch nicht gegen Real Madrids Karim Benzema tauschen.

Auf Häme braucht man bei Misserfolgen heutzutage nicht mehr lange warten, dazu gibt es schließlich Social Media. Und so war das auch am Sonntagabend, als Robert Lewandowski mit Polen schon am 2. Spieltag der Gruppenphase aus der WM ausschied.

Wie Lewandowski überhaupt darauf komme, den FC Bayern verlassen zu wollen. Er könne vielleicht noch zum HSV wechseln, aber nicht zu Real Madrid. Eigentlich müsse er froh sein, wenn die Bayern ihn überhaupt noch behalten wollen.

Suchen muss man solche Kommentare nicht, sie werden einem automatisch in die Timeline gespült. Sie passen auch gut ins Bild, das in den letzten Wochen und Monaten von Lewandowski gezeichnet wird.

Verdient Robert Lewandowski das Prädikat Weltklasse?

Verdient Robert Lewandowski das Prädikat Weltklasse? Diese Frage stand schon über den Halbfinalspielen des FC Bayern in der Champions League gegen Real Madrid. Und es gibt sie ja tatsächlich, diese Stürmer, die bei dieser WM in Russland nach Belieben knipsen.

Harry Kane hat nach zwei Spieltagen in der Vorrunde schon so viele Tore geschossen wie Lewandowski in der gesamten abgelaufenen CL-Saison (5). Auch Romelo Lukaku und Cristiano Ronaldo sind mit vier Treffern gut ins Turnier gekommen.

Auf der anderen Seite haben Kane und Lukaku gegen Tunesien und Panama gespielt. Außerdem haben Angreifer wie Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar ebenfalls hochkarätige Möglichkeiten kläglich vergeben und blieben ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Lewandowski ist also in Weltklasse-Gesellschaft.

FC Bayern will Lewandowski nicht gegen Benzema tauschen

Auch wenn die Diskussion in großen Teilen zu undifferenziert verläuft, sind Zweifel am 29-jährigen Mittelstürmer nicht komplett aus der Luft gegriffen. Gerade sein Abschluss in Eins-gegen-eins-Duellen mit dem Torwart genügt nicht immer höchsten Ansprüchen. Hätte Lewandowski so eiskalt abgeschlossen wie Falcao beim 2:0 für Kolumbien?

Diese Frage muss man sich bei der Auseinandersetzung mit Lewandowskis Qualitäten stellen. Man muss aber auch die Frage stellen, ob Falcao einen 60-Meter-Pass mit links in vollem Lauf verarbeiten kann und dann noch zum Abschluss kommt, wie es Lewandowski bei seiner größten Chance im Turnier bisher gemacht hat.

Beim FC Bayern sind sie jedenfalls der Meinung, dass ihnen die Qualitäten des Stürmers Lewandowski noch immer so gut gefallen, dass sie ihn auf gar keinen Fall in diesem Sommer gehen lassen werden. Auch nicht im Tausch mit Karim Benzema, der den Münchnern laut kicker von Real Madrid angeboten worden sein soll, und der sicherlich das Prädikat Weltklasse verdient.

Folgt Timo Werner auf Robert Lewandowski beim FC Bayern?

Die Verantwortlichen um Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic sind von Lewandowski weiter überzeugt beziehungsweise sehen sie noch keine zukunftsfähige Alternative, die schon in diesem Sommer realistisch wäre.

Benzema wäre sicherlich qualitativ kein Abstieg gewesen, aber der Franzose ist noch einmal ein paar Monate älter als Lewandowski, der auch schon auf die Zielgerade seiner Karriere einbiegt. Viel interessanter wäre da schon eine Lösung mit der größten deutschen Sturmhoffnung Timo Werner, der sich für nächste Saison aber schon RB Leipzig versprochen hat und dort noch bis 2020 gebunden ist.

2019 könnte Leipzig also noch eine stattliche Ablöse kassieren. Und sind die Bayern irgendwann mal bereit, den Wechsel im Sturmzentrum einzuleiten, zählen keine Sentimentalitäten. Das haben in den letzten Jahren auch Giovane Elber, Roy Makaay, Luca Toni oder Mario Gomez erfahren müssen.

Über letzteren sagte Uli Hoeneß nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2012: "Mario Gomez ist gut, aber nicht sehr gut. Wenn er sehr gut wäre, wären wir jetzt Champions-League-Sieger." Lewandowski hat in diesem Bereich auch noch Nachholbedarf.

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