HSV kapituliert zu früh und zu spät - Kommentar zur Bruchhagen-Entlassung

Donnerstag, 08.03.2018 | 13:35 Uhr
Der Bundesliga-Dino tritt wohl bald den Weg in die 2. Liga an.
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Der Hamburger SV hat mit der Entlassung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt den Kahlschlag eingeleitet, der die Grundlage der Neuausrichtung in der kommenden Saison sein soll. Einerseits ist das ein rationaler Schritt, den sich viele beim HSV seit langem wünschen. Andererseits gleicht der Zeitpunkt einer Kapitulation vor dem Abstieg. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur David Kreisl.

Die heftigen Reaktionen auf alles, was an Meldungen vom Hamburger HSV kommt, hat neben der Tradition des Klubs sicherlich mit dem Image des HSV zu tun, der seit Jahren den Klassenclown der Bundesliga gibt, der die Versetzung auf wundersame Weise aber doch immer wieder schafft. Viermal landeten die Rothosen in den vergangenen sechs Jahren unter den letzten fünf der Liga, mogelten sich zweimal in fast schon unverschämter Weise durch die Relegation.

Jetzt, da es um den Dino so miserabel steht wie noch nie in seiner 130-jährigen Geschichte, hat der neue starke Mann Bernd Hoffmann zum Kahlschlag angesetzt: Vorstandschef weg, Sportdirektor weg.

Ein typisches HSV-Chaos, möchte man im ersten Moment denken, doch sind die Vorgänge im Norden die Schritte, die sich viele, viele Anhänger schon lange gewünscht haben. Dass es eine grundlegende Umstrukturierung braucht beim HSV, das ist seit Jahren offensichtlich. Dass ein derartiger Neuanfang mit drastischen Aktionen einhergeht, ebenso.

Diese Maßnahmen treffen nun die größten Köpfe im Klub, auch das ist nichts Ungewöhnliches. Zumal Bruchhagen und Todt, während sich der HSV im Sturzflug befand, fachlich und in der Außendarstellung keine herausragende Figur abgegeben haben. Beide sind weder die Autoritätspersonen, die mit ihrer kurzen, aber erfolglosen Historie einen Aufbruch glaubhaft moderieren und gestalten können; noch sind beide Typen, die mit ihrer Rhetorik die frische Dynamik auslösen können, die der HSV jetzt braucht. Die Dynamik, die Hoffmann radikal, ja fast schon aktionistisch, vorleben möchte.

Für den Verein darf es wohl als positivste Nachricht seit langem angesehen werden, dass sich unter dem 55-Jährigen endlich so etwas wie Konsequenz anbahnt. Eine klare Linie, nach der gehandelt wird.

HSV: Abstiegskapitulation vor dem Spiel gegen den FC Bayern

Zweifelhaft ist allenfalls der frühe Zeitpunkt der Vorgänge, der einerseits aus planerischer Sicht logisch gewählt ist, andererseits aber einer Kapitulation gleichkommt; einem Signal, dass dem Team auch die letzten Reste Selbstvertrauen und Hoffnung entziehen könnte. Denn sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz bei neun ausstehenden Spielen sind im Normalfall kein Grund, mit erhobenen Händen von Dannen zu ziehen.

Doch muss man auch fragen, was diesem Verein mit dieser Truppe anderes übrig bleibt als eine Kapitulation. Zu heftig haben die vergangenen Wochen gezeigt, dass der HSV sportlich bundesligauntauglich ist. Eine verunsicherte, qualitativ heruntergewirtschaftete und gehaltstechisch vollkommen überteuerte Truppe.

HSV-Abschneiden der vergangenen sechs Jahre

SaisonTabellenplatzPunkteTorverhältnis
2016/171438-28
2015/161041-6
2014/151635-25
2013/141627-24
2012/13748-11
2011/121536-22

Und die große Gefahr liegt auch darin, den Abstieg samt Neuanfang zu romantisieren, so grotesk das auch klingen mag. Denn: Der sofortige Wiederaufstieg, der bei allen von der Führungsetage bis zu den Fans, als selbstverständliche Konsequenz der Stunde null miteingerechnet wird, ist keines Falls sicher. Die Mannschaft droht - ganz im Gegensatz zu anderen Klubs, die sofort wieder ins Oberhaus aufgestiegen sind - in alle Einzelteile zu zerfallen. Stamm- und Führungsspieler wie Papadopoulos, Kostic, Walace, Diekmeier und Müller werden nicht mit in die 2. Liga gehen, der MOPO zufolge hat bislang lediglich Sakai signalisiert, den Gang ins Unterhaus mitantreten zu wollen.

Die Zukunft vom größten Klubjuwel Arp steht in den Sternen - genauso wie die Zukunft des ganzen Vereins. Der hat sich für den eingeleiteten Umbruch übrigens die Woche vor dem Gastspiel beim FC Bayern München ausgesucht. Einige Wettanbieter locken schon mit Spezialwetten auf einen zweistelligen Sieg der Bayern.

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