Werder Bremens Milot Rashica: Fin Bartels' Ersatz und Unterstützung für Max Kruse

Von Nicolai Lehnort
Donnerstag, 01.02.2018 | 18:51 Uhr
Milot Rashica wechselt von Vitesse Arnheim zu Werder Bremen.

Werder Bremen hat mit Milot Rashica einen Ersatz für den langzeitverletzten Fin Bartels gefunden. Der Neuzugang von Vitesse Arnheim soll das Offensiv-Spiel beleben und Max Kruse unterstützen, der zuletzt auf sich alleine gestellt war. Wer ist der Neue? Wie soll das Zusammenspiel mit Kruse funktionieren? Zudem hat sich auch in der Defensive einiges getan.

"Du bist mit deinem Talent in der Lage, im Champions-League-Finale zu spielen", sagte Altin Lala, ehemaliges Hannover-96-Urgestein und jetziger Spielerberater, zu seinem Klienten Milot Rashica. Die Champions League ist es mit Werder erst einmal noch nicht, aber "eine der besten Ligen der Welt", so Rashica.

Milot Rashica - ein neuer Name für die Bundesliga. Der 21-jährige kosovarische Nationalspieler kommt für 7,5 Millionen Euro von Vitesse Arnheim aus der niederländischen Eredivisie zu Werder Bremen und unterschreibt einen Vertrag bis 2022. Als Flügelspieler ist der Rechtsfuß sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite einsetzbar.

Milot Rashica: Aus dem Kosovo zu Vitesse Arnheim

Vitesse hatte Rashica 2015 für 300.000 Euro aus seiner Heimat in die Eredivisie geholt. Mit Erfolg: Bei seiner ersten Profi-Station wurde er umgehend zum Stammspieler und lief in insgesamt 101 Spielen auf. Bilanz: 15 Tore, 24 Assists. Außerdem absolvierte er elf Länderspiele für die neuformierte Nationalmannschaft des Kosovo, nachdem er zuvor sämtliche albanische Juniorenteams durchlaufen hatte. In der laufenden Spielzeit gelangen Rashica in 19 Einsätzen für Arnheim drei Treffer und drei Vorlagen.

"Unglaublich schnell, dribbelstark und dadurch sehr gefährlich", beschreibt Journalist Jeroen Kapteijns von De Telegraaf den 1,78m-Mann in der Bild. Mit seinem Tempo setzt er oft zu Flankenläufen an, bei denen er die Verteidiger überläuft und den Ball von der Grundlinie in den Sechzehner bringt. Auch das Zurücklegen in den Rücken der Abwehr oder der Haken nach innen, um selbst den Abschluss zu suchen, sind häufig gewählte Optionen.

Auf werder.de sagt Rashica zu seinen Stärken: "Ich suche liebend gerne das Eins-gegen-Eins und spiele meine Schnelligkeit aus." Größtes Defizit ist sein Torabschluss. Oftmals lässt er die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen.

Werder Bremen: Fin-Bartels-Ersatz

Den Achillessehnenriss von Fin Bartels im Dezember bezeichnete Werder-Trainer Florian Kohfeldt damals als "großen Verlust für uns als Mannschaft", und tatsächlich: Bremen ist seit der Begegnung mit Borussia Dortmund - dem Zeitpunkt von Bartels' Verletzung - sieglos.

"Nach dem Ausfall von Fin Bartels haben wir nach einem Spieler geschaut, der eine gewisse Geschwindigkeit und ähnliche Spielanlagen in der Offensive mitbringt. Milot ist ein Spieler, der genau in dieses Anforderungsprofil passt", beschreibt Frank Baumann den Neuzugang. Er freut sich über mehr Möglichkeiten in seinem Kader.

Unterstützung für Max Kruse und Variabilität in der Offensive

Laut Andreas Herzogs Deichstuben-Kolumne kann "vor allem Max Kruse von ihm [Rashica] profitieren." Eben jener Kruse war in den letzten Begegnungen als einzige Spitze auf sich alleine gestellt. Er interpretierte seine Rolle sehr frei und war überall auf dem Platz zu finden, versuchte sich als Initiator und Vollstrecker zugleich.

Mit der Verpflichtung von Milot Rashica hat Kohfeldt wieder eine Option mehr in der lahmenden Offensive (nur 16 Tore). Nachdem Werder zuletzt stur im 4-1-4-1 auflief, kann mit Rashica auf dem Flügel wieder zum 4-3-3 umgestellt werden. Oder, mit ihm im Sturm neben Kruse - wie Bartels es spielte -, auf 3-5-2. Mit seinem Tempo könnte er obendrein gerade im Konterspiel gefährlich werden. Jedoch sollte man dem Kosovaren in der Bundesliga eine gewisse Eingewöhnungszeit gewähren.

Den Transfer bezeichnet Frank Baumann als "ein gewisses Risiko, aber ein überschaubares." Mit 7,5 Millionen ist Rashica für Bremer Verhältnisse eine ordentliche Investition, aber: "Wir können uns das leisten." Sollte das Talent so einschlagen wie erhofft, könnte es mit einem dicken Plus weiterverkauft werden.

Sebastian Langkamp kommt für die Defensive - Lamine Sane soll gehen

Ebenfalls am letzten Tag der Transferperiode finalisierten die Bremer den Transfer von Herthas Sebastian Langkamp. Der Innenverteidiger soll 2,5 Millionen Euro gekostet haben und ist ein alter Bekannter im Oberhaus, hat er doch bereits 153 Bundesliga-Partien auf dem Buckel.

Langkamp soll vor allem den streikenden Lamine Sane ersetzen. Dessen angepeilter Transfer zum FC Metz zerschlug sich, er soll aber noch in der laufenden Transferperiode abgegeben werden. "Das Transferfenster schließt ja nicht einheitlich. Da müssen wir die nächsten Tage und Stunden abwarten", bat Baumann um Geduld. Eine Versöhnung scheint ausgeschlossen.

Im anstehenden Auswärtsspiel bei Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr im LIVETICKER) wird der Ex-Berliner laut Kohfeldt wohl noch auf der Bank Platz nehmen müssen, dennoch sieht sein Trainer ihn "nicht als einen Backup." Milot Rashica hingegen "ist sicher im Kader und eine gute Option für die Startelf", sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Wer dafür auf die Bank rücken müsste, wollte er aber noch nicht verraten.

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