Borussia Dortmund und das Montagsspiel: Schweigen von der grauen Wand

Montag, 26.02.2018 | 12:38 Uhr
Wie schon gegen Wolfsburg im vergangenen Jahr wird die Südtribüne leer bleiben.
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Nicht schön, aber erfolgreich: Borussia Dortmund ist drauf und dran, eine verkorkste Saison dank knallhartem Ergebnisfußball zu retten. Im Montagsspiel gegen den FC Augsburg (20.30 Uhr im LIVETICKER) muss der BVB allerdings ohne seine treusten Anhänger auskommen - die haben einen Protest angekündigt.

Trillerpfeifen, Tennisbälle, Toilettenpapier. Als am vergangenen Montag in der Bundesligageschichte das erste offzielle Montagsspiel angepfiffen wurde, entlud sich der Zorn der Fans in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Schrill und laut und wütend.

Vor anderthalb Jahren verkündete die DFL, dass mindestens bis 2021 auch am Montag in der Bundesliga Fußball gespielt werde. Jetzt, da es tatsächlich soweit ist, machten die Fans die erste Welle des Protests deutlich hör- und sehbar. Das F-Wort war auf den Transparenten der Eintracht-Fans nicht nur einmal zu lesen. Dazwischen: 'Wir lassen uns nicht verarschen!' Und: 'Fußball am Montag ist wie Urlaub in Offenbach.'

Wenn am Montagabend in Dortmund das zweite Spiel zur ungeliebten Zeit angepfiffen wird, wird es nicht schrill und laut und wütend. Ganz im Gegenteil.

BVB: Fan-Clubs und Ultras kündigen Boykott des Montagsspiels an

"Demonstrieren wir durch unser Fernbleiben, dass der Fußball einen entscheidenden Teil seiner Faszination verliert, wenn die Verbände und Vereine, ohne Rücksicht auf die Fans im Stadion, weiterhin alles dem finanziellen Profit unterordnen!", heißt es in einem Statement des Fan-Bündnisses Südtribüne Dortmund.

350 Fan-Klubs und die Ultras stehen diesem unter, sie alle wollen das Spiel am Montag boykottieren und ihre Karten verfallen lassen. "Schweren Herzens", wie es weiter heißt.

Dortmunds legendäre gelbe Wand wird also zu einer grauen. Wie vergangenes Jahr schon einmal, als die Südtribüne wegen Ausschreitungen beim Spiel gegen Leipzig gesperrt blieb. Diesmal will ein Großteil der treusten Borussia-Anhänger freiwillig zuhause bleiben.

Es droht wohl eine beklemmende Stimmung: Es werden keine 70.000 Zuschauer erwartet in einem Stadion, das über 81.000 Platz bietet. Für den Augsburger Gästeblock wurden bislang keine 300 Karten verkauft. Augsburg nach Dortmund, das sind fast 600 Kilometer, sechs Stunden Autofahrt.

Es sei der Punkt erreicht, heißt es von Seiten des Fan-Bündnisses, "an dem die Grenze des Hinnehmbaren endgültig überschritten ist und wir die irrwitzige Entwicklung der Anstoßzeiten nicht mehr mitmachen". Montagsspiele seien eine "Bankrotterklärung": "Wenn Begegnungen an Terminen stattfinden, an denen eigentlich niemand Zeit hat, ins Stadion zu gehen, offenbart das eine haarsträubende Gleichgültigkeit gegenüber dem gesellschaftlichen Stellenwert des Fußballs und den Fans, die den Sport erst zu dem machen, was er ist."

Dortmund kann sich dank der Patzer der Konkurrenz absetzen

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der schon vor einiger Zeit in der FAZ angekündigt hatte, man müsse sich über die Weiterführung der Montagsspiele unterhalten, sagt, der BVB "respektiert den Protest". Auch, wenn dieser in geordneten Bahnen ablaufen müsse; in Frankfurt konnte das Spiel wegen eines Regens an Klopapier und Tennisbällen erst verspätet angepfiffen werden.

Abseits aller Proteste und Kontroversen steht schließlich ein Fußballspiel an. Und das ist vor allem für den BVB, der sich am Donnerstag mit einem 1:1 bei Atalanta Bergamo in der Europa League schmeichelhaft weiterquälte, kein unwichtiges.

Auch in der Liga kann der BVB einen gewaltigen Schritt machen, die eigentlich so verkorkste Saison noch zu retten und sicher in die Königsklasse einzuziehen. Denn das Verfolgerfeld des FC Bayern - sofern man es als solches betiteln kann - hat an diesem Wochenende eindrucksvoll gezeigt, warum im Meisterschaftskampf schon wieder gähnende Öde herrscht.

Einzig Schalke, das nach Punkten mit dem schwarzgelben Rivalen gleichgezogen ist, konnte einen Dreier einfahren. Gegen Leverkusen, die genauso verloren wie der Vierte Frankfurt (0:1 in Stuttgart) und der Sechste Leipzig (1:2 gegen den Letzten Köln). Ein Dreier gegen den FCA und Dortmund würde aus dem dichten Feld der Champions-League-Anwärter ausbrechen können.

BVB-Trainer Peter Stöger froh über Termin am Montagabend

Und somit Peter Stögers imposante Serie weiterführen, zumindest auf dem Papier. Sechs Siege, vier Unentschieden, eine Pleite stehen da, im Kalenderjahr 2018 ist der BVB noch unbesiegt. Und das, obwohl der BVB weit, weit entfernt ist vom spektakulären Zauberfußball vom Saisonbeginn. Die Ergebnisse stimmen aber wieder, und das auf beinahe brutal effiziente Weise.

Und der Österreicher Stöger scheint auch einer der ganz Wenigen in schwarzgelb zu sein, der mit der Terminierung der Partie etwas anfangen kann. "Ich bin froh, nicht schon am Sonntag spielen zu müssen", sagte der vor dem Spiel. Die lange nächtliche Heimreise aus Bergamo, mehr Regenerationszeit für die seinen - und außerdem seien die Partien am Montagabend mit den Kölnern, damals noch in Liga zwei, "immer coole Spiele" gewesen.

Deswegen hatte Stöger auch noch einen Appell an die, die am Montag tatsächlich den Weg ins Stadion finden werden: "Wir hoffen auf die Unterstützung, es ist ein wichtiges Spiel für uns." Die wird es wohl auch geben, aus dem Norden, Osten und Westen des Signal Iduna Parks. Nur der Süden, die gelbe Wand, die wird grau bleiben. Grau und leer und still.

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