Kommentar zu Aubameyangs Wechsel vom BVB zum FC Arsenal: Schlimmer als Dembele

Mittwoch, 31.01.2018 | 12:22 Uhr
Verließen den BVB auf unwürdige Weise: Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang.
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Nach über vier Jahren verlässt Pierre-Emerick Aubameyang den BVB. Die Art und Weise des Abgangs war charakterlich unwürdig - und schlimmer als die des streikenden Ousmane Dembele im Sommer. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur Jochen Tittmar.

Das Theater hat ein Ende, Pierre-Emerick Aubameyang ist beim BVB Geschichte. Das ist nach den unruhigen letzten Wochen für alle Parteien die einzig sinnvolle Lösung.

Die Mittel, mit denen der Stürmer seinen Abgang letztlich erzwang, waren charakterlich unwürdig und sind schlimmer als jene, die Ousmane Dembele im Sommer wählte - weil Aubameyang trotz seiner Verdienste dem BVB und seinen Anhängern kaltblütig den Stinkefinger zeigte.

Der Gabuner und die Borussia, sie hatten sich in den letzten viereinhalb Jahren nämlich einiges gegenseitig zu verdanken.

Aubameyang reifte in Dortmund zu Afrikas Fußballer des Jahres 2015, zum Torschützenkönig und Siegtorschützen im DFB-Pokalfinale 2017. Mit 98 Treffern in 144 Bundesligapartien weist Auba eine Quote auf, die in der 108 Jahre langen Historie des BVB nur von Timo Konietzka (53 Spiele, 42 Tore) überboten wird.

Aubameyang-Zirkus der letzten Wochen war unseriös

Aubameyang ist in seiner Zeit zu einem verdienten Spieler der Borussia und dank ihr zu einem europäischen Star geworden. Dass er im Sommer gerne den Verein gewechselt hätte, im mit den Verantwortlichen abgesprochenen Zeitfenster aber kein ausreichendes Angebot einging und der Klub daher auf einen Verbleib pochte, wurde von beiden Seiten seriös gehandhabt.

Der Zirkus der letzten Wochen jedoch war unseriös, allerdings einzig von Aubameyang. Die zweifelhafte Absage des Pokalspiels gegen die Bayern, Familienmitglieder im Mannschaftshotel, das Schwänzen einer Teamsitzung, der Auftritt in der Soccerhalle im Dembele-Trikot, die permanenten Social-Media-Provokationen - all dies sind in einem Mannschaftssport Grenzüberschreitungen unterster Schublade.

Aubameyang hat es sich damit in Rekordzeit mit den eigenen Anhängern und endgültig mit seinen Teamkollegen verscherzt sowie den BVB in eine in jeder Hinsicht gefährliche Situation gebracht. Diese Dreistigkeit wiegt schwerer als jene seines Kumpels Dembele, der zwar das Mittel des Streiks wählte, nach seinen starken Leistungen im ersten Jahr aber immerhin einen monströsen Batzen Geld einbrachte.

Dass Aubameyang nur sechs Monate später nach all den gemeinsamen Erfolgen und während der laufenden Saison diesem abschreckenden Beispiel folgt und sich einer ähnlichen Methodik bedient, stellt den Charakter des Gabuners in ein mehr als zweifelhaftes Licht. Dieses Vorgehen hat seinem Ruf - nicht nur in Dortmund - definitiv geschadet.

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