Fussball

Bayer Leverkusens großes Problem: Die Abwehrschwäche bei Standardsituationen

Ein unfaires Duell: Wendell (M.) im Zweikampf mit Arturo Vidal und Niklas Süle

Der Rückrundenauftakt ging für Bayer Leverkusen verloren, ein 1:3 setzte es gegen den FC Bayern München. Dabei offenbarte sich erneut die Achillesferse der Werkself: Standardsituationen bekommt das Team von Trainer Heiko Herrlich einfach nicht verteidigt.

"Wir haben bei den Standards gepennt. Jetzt geht's weiter. Klar ist es schade drum", sagte Innenverteidiger Jonathan Tah nach der 1:3-Niederlage gegen die Bayern. "Wir müssen die Standard-Schwäche so schnell wie möglich abstellen, denn durch Standards verlierst du Spiele", stimmte ihm sein Torwart Bernd Leno zu.

Das Problem: Mit dem Abstellen dieser Schwachstelle hat es Bayer 04 nicht so. Die genannten Zitate sind nämlich schon fast fünf Monate alt - sie entstammen dem 1:3 gegen die Bayern im Hinspiel. Damals hatte es nach Freistoß, Eckball und Elfmeter geklingelt. Und trotz der bislang so überraschend starken Saison zieht sich die Abwehrschwäche bei Standards wie ein roter Faden durch die Auftritte der Herrlich-Elf.

Gut, vielleicht sind die Bayern nicht unbedingt der Maßstab. Jerome Boateng, Niklas Süle, Arturo Vidal, Javi Martinez - der Rekordmeister bietet einfach enorm gute Kopfballspieler auf. Und dann fehlten ja noch Mats Hummels und Robert Lewandowski. Auch bei Freistößen hat man mit Lewy und James echte Waffen, und das 3:1 des Kolumbianers war von Leno schlicht und ergreifend nicht zu halten. Das hat mit Standardschwäche nichts zu tun.

Bayer Leverkusen ist schwach in der Luft

Diese Werte dagegen schon: 15 von Leverkusenes bisher 26 Gegentreffern fielen nach Standards, das entspricht fast 58 Prozent und ist besorgniserregend. Selbst wenn man bedenkt, dass in der Liga so viele Tore nach Standards fallen wie noch nie: In der Hinrunde waren es fast 34 Prozent, Bestmarke seit Beginn der Datenerfassung.

Woran liegt es, dass Heiko Herrlich diese Schwäche nicht abstellen kann? "Wir müssen unser Bestes abrufen, vor allem bei Standards aufpassen", sagte er etwa vor dem 4:4 gegen Hannover. Die Niedersachsen trafen prompt nach Einwurf und per Elfmeter. Und nach dem 3:1 der Bayern konstatierte deren Trainer Jupp Heynckes: "Wir haben [aus der Standardschwäche] Kapital geschlagen."

Die Zahlen zeigen: Leverkusen ist generell schwach in der Luft. Die Zweikampfquote des Teams beträgt 49,7 Prozent, in der Luft sinkt dieser Wert jedoch auf 46,6 Prozent. Hat man zu wenige Kanten im Team, trotz eines Tah und den Bender-Zwillingen? Fordert das spielstarke Mittelfeld im eigenen Strafraum seinen Tribut? Fehlt es an Erfahrung?

Herrlich muss sich etwas einfallen lassen. Am kommenden Samstag geht es zur TSG 1899 Hoffenheim. Die trafen am 18. Spieltag gegen Bremen übrigens nach einer Ecke.

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