Trotz PR-Desaster zum Start: Florian Kohfeldt will Werder Bremens Dauerlösung sein

SID
Dienstag, 19.12.2017 | 13:09 Uhr
Kohfeldt wird Werders Langzeitlösung auf der Trainerbank
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Dreimal ist Bremer Recht: Zum dritten Mal binnen drei Jahren rückt mit Florian Kohfeldt ein Coach aus dem eigenen Nachwuchsbereich auf die Position des Cheftrainers von Werder Bremen. Dauerhaften Erfolg hatte Werder mit dieser Lösung nur mit Thomas Schaaf.

Falscher Name, falsches Timing: Florian Kohfeldts kurzfristigen Einstieg bei Werder Bremen prägte ein leichter sportlicher Aufschwung, die Art und Weise seiner mittelfristigen Verpflichtung als neuer Cheftrainer geriet zum mittelschweren PR-Desaster. Da kann es für den Jungcoach beim Tabellen-16. in der Rückrunde ja eigentlich nur noch aufwärts gehen.

Die Mitteilung über die Einigung der Hanseaten mit "Kohfeld" über einen neuen Vertrag verschwand nach wenigen Minuten wieder von der Werder-Homepage und tauchte erst Stunden später wieder auf. Vereinssprecher Michael Rudolph musste sich bei Kohfeldt und Sport-Geschäftsführer Frank Baumann für den Fauxpas entschuldigen.

Das unangenehme Malheur soll aber kein schlechtes Omen für eine gute Zusammenarbeit sein. "Wir sehen die gewünschte Weiterentwicklung der Mannschaft und möchten Florian die Möglichkeit geben, seine Arbeit dauerhaft fortzusetzen", erklärte Baumann. Und auch der 35-Jährige gab sich zuversichtlich: "In der Mannschaft steckt das Potenzial für die erste Liga. Das wollen wir in der zweiten Saisonhälfte konstant auf dem Platz zeigen."

Muss sie aber auch, wenn Kohfeldt nicht über kurz oder lang das Schicksal seiner Vorgänger Viktor Skripnik und Alexander Nouri ereilen soll: Nach einem brauchbaren Start, Klassenerhalt inklusive, ging es in der Spielzeit danach zurück in die Abstiegszone der Liga, die beiden ebenfalls von Werders U23 "hochgezogenen" Trainer mussten vorzeitig gehen.

Werder Bremen: Thomas Schaaf lobt Florian Kohfeldt

Einer, der nicht gleich wieder gehen musste und sogar mehr als 14 Jahre blieb, ist Thomas Schaaf. Der einstige Erfolgstrainer, der 2004 das Double an die Weser holte und die Norddeutschen zu Stammgästen in der Champions League machte, sieht die Arbeit von Kohfeldt aktuell positiv.

"Mein erster Eindruck ist: Er macht das gut, Leistungen und Ergebnisse passen", erklärte die Klublegende, schränkte aber auch leicht ein: "Für ein echtes Urteil über ihn braucht es noch Zeit." Und seine Meinung wird sicherlich Gehör finden, zumal Schaaf möglicherweise als Technischer Direktor wieder näher an die Werder-Familie heranrücken wird.

Wieviel Zeit die Klubspitze dem neuen Mann auf der Trainerbank derzeit zu geben bereit ist, darüber schweigt man sich bei den Grün-Weißen aus, wie mittlerweile gängige Praxis in der Hansestadt. Als wahrscheinlich gilt, dass Kohfeldts zunächst bis Jahresende geschlossene Vertrag bis Mitte 2019 verlängert und natürlich auch finanziell angepasst wurde.

Rechtfertigen möchte Kohfeldt diesen Gehaltssprung aber nicht nur durch den Bundesliga-Klassenerhalt, bereits im DFB-Pokal am Mittwoch (18.30 Uhr im LIVETICKER) gegen den SC Freiburg soll seine Handschrift im Auftreten seiner Schützlinge erkennbar sein: "Mit einem Sieg möchten wir uns Rückenwind für unsere konzentrierte Arbeit in der Vorbereitung holen."

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