"Schiri-Streit" spitzt sich zu

SID
Mittwoch, 18.10.2017 | 14:30 Uhr
Gräfe legt im Schiedsrichter-Disput noch einmal nach
© getty
Advertisement
International Champions Cup
Sa21.07.
Topspiele im Livestream: FCB - PSG und BVB - Liverpool
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
Club Friendlies
Inter Mailand -
Zenit
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County

Nach einem Krisentreffen beim DFB hat Schiedsrichter Manuel Gräfe in einer persönlichen Erklärung nochmals nachgelegt und vorhandene Defizite angeprangert.

Die E-Mail, die den "Friedensgipfel" der Bundesliga-Schiedsrichter endgültig scheitern ließ, kam um 20.47 Uhr. Hatten die Verantwortlichen beim DFB bis dahin noch die Hoffnung, den verfahrenen Streit zwischen Manuel Gräfe und den früheren Schiri-Bossen Hellmut Krug und Herbert Fandel irgendwie einzufangen zu können, war diese spätestens mit Gräfes nächstem öffentlichen Aufstand dahin.

"Der Einfluss von Herbert Fandel und Hellmut Krug" sorge "immer noch" dafür, dass im Schiedsrichterwesen von Gerechtigkeit und Transparenz keine Spur sei, teilte der 44-Jährige mit. Nachdem er "diese gesamte Problematik seit 2015 immer wieder intern" und bis in die höchsten DFB-Ebenen angesprochen habe, "obliegt es nun dem DFB, für Veränderungen zu sorgen". Heißt: Krug und Fandel sollen gehen - oder gegangen werden.

Harte Kritik von Gräfe

Gräfe wirft den beiden einflussreichen Funktionären schlechten Führungsstil und Vetternwirtschaft vor: "Wo dieses hinführt, haben wir zum Beispiel leider an den Leistungen der Saison 2015/16 sehen müssen und sehen es nun auch bei der unzulänglichen Behandlung des Themas Videobeweis."

Für die neue Technik ist Krug als DFB-Projektleiter verantwortlich, Fandel ist Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses. Der eigentliche Chef von Gräfe und den anderen "Elite"-Schiedsrichtern ist Lutz Michael Fröhlich, der 2016 diesen Posten von Fandel übernommen hatte.

"Es ist nicht unbedingt etwas Neues, was Manuel Gräfe anführt, es ist ein schwelender Prozess", sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter und heutige Sky-Experte Markus Merk: "Die Kommunikationsebene zwischen der Führung und den Aktiven - diese war in den letzten Jahrzehnten nie stimmig. Es war immer eine Unzufriedenheit da."

Der Einfluss von Fandel und Krug scheint nach wie vor (zu?) groß. Der DFB teilte nach dem vierstündigen Gespräch in Frankfurt/Main zunächst nur mit, dass "die verschiedenen Sichtweisen und Vorwürfe in aller Offenheit angesprochen" worden seien. "Die Eindrücke aus dieser Unterredung werden wir im nächsten Schritt analysieren", sagte der zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.

Merk kritisierte, dass der DFB nicht rechtzeitig gehandelt habe. "Es gab auch ganz andere Probleme, die man versucht hat, auszusitzen", sagte er: "Die muss man angehen, da kann man nicht abwarten. Sonst gibt es viele Verlierer."

Unterschiedliche Auffassungen im Schiri-Streit

Die Darstellung des Verbandes und von Gräfe unterscheiden sich seit Tagen. Der DFB hatte betont, dass das Gesprächsangebot aus Frankfurt gekommen sei. Gräfe erwiderte, es sei gar nicht nur um ihn gegangen. "Ich war in erster Linie beim DFB, um den Ausführungen von Felix Brych beizuwohnen, der seine ähnlichen persönlichen Erfahrungen in den letzten Jahren mit Hellmut Krug und Herbert Fandel sowie als Sprecher der Bundesliga-Schiedsrichter den Eindruck etlicher Schiedsrichter geschildert hat", sagte der Unparteiische.

Brych, der im Sommer das Finale der Champions League geleitet hatte, äußerte sich zunächst nicht öffentlich. Wessen Version stimmt, ist offen. Gräfe betonte: "Der durchschaubare Versuch, die von uns aufgezeigten Fehlentwicklungen auf persönliche Empfindlichkeiten von mir oder anderen abzustellen, geht fehl."

Merk vermutete dennoch, dass Gräfe einen sehr persönlichen Aufstand probe. "Manuel hat auch eine Position erreicht, bei der er jetzt nicht mehr weiterkommt als Schiedsrichter. Im Ranking der FIFA ist er reduziert worden und andere Schiedsrichter sind an ihm vorbeigezogen", sagte der dreimalige Weltschiedsrichter: "Das tut ihm besonders weh. Das ist der bittere Beigeschmack, dass genau zu diesem Zeitpunkt seine unglaublich öffentliche Kritik kommt. Da ist auf jeden Fall Frust dabei."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung