BVB gegen RB Leipzig: Polizei will bei Hochrisikospiel hart durchgreifen

BVB gegen RB wird zum Hochsicherheitsspiel

SID
Freitag, 13.10.2017 | 12:07 Uhr
Bereits im Februar kam es in Dortmund am Rande des Spiels gegen Leipzig zu Gewalt
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Das erneute Duell zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig wird nach den Jagdszenen vor dem Stadion im Februar zum Hochsicherheitsspiel. Der BVB hofft auf friedliche Proteste, die Polizei will hart durchgreifen.

Deeskalation klingt anders. "Verpisst Euch!", steht auf dem Plakat, mit dem die Ultras von Borussia Dortmund zum Fan-Protestmarsch gegen das verhasste Konstrukt RB Leipzig aufrufen. Und: "Der Fußball gehört uns!"

Die Ultras machen mobil, die Polizei rüstet auf - acht Monate nach den Angriffen Dortmunder Randalierer auf Leipziger Gästefans wird das erneute Duell am Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER) zum Hochsicherheitsspiel. Doch böse Überraschungen will die massiv verstärkte Polizei um jeden Preis verhindern - ihre Warnung klingt außergewöhnlich scharf.

"Wer Gäste anpöbeln oder angreifen will, wird uns sehr aktiv erleben", sagte Einsatzleiter Edzard Freyhoff vor dem Großeinsatz rund um das Spiel des Bundesliga-Tabellenführers gegen den Vize-Meister: "Die Schwelle, ab der wir einschreiten, ist extrem niedrig."

Polizeipräsident Gregor Lange kündigte an, "Fans aus Leipzig und Dortmund davor zu schützen, von Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel Fan nicht verdienen, belästigt und angegriffen zu werden". Straftäter würden "mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgt".

BVB gegen Leipzig: Gewalt vor dem Stadion

Aus gutem Grunde: Im Vorjahr blieb es nicht bei zahllosen beleidigenden Plakaten und Gewaltaufrufen wie "Bullen schlachten" auf der Südtribüne, sondern ein Mob jagte die Leipziger vor dem Stadion. Sechs Gästefans und vier Polizisten wurden verletzt, im Nachgang gab es 168 Strafverfahren, von denen bis dato elf mit Strafbefehlen endeten. Die Südtribüne wurde vom DFB für ein Spiel geschlossen.

Ein Teil der heterogenen Dortmunder Fan-Szene scheint dennoch nicht auf Deeskalation zu setzen. "Dietrich Mateschitz' Projekt ist heute genauso abzulehnen wie damals. Wir dürfen es niemals hinnehmen, dass ein Konzern den Fußball als Werbeplattform für sein Produkt missbraucht, allen Hofierungen und Anbiederungsversuchen zum Trotz", teilte die Ultra-Gruppe The Unity in einem gemeinsamen Aufruf mit dem Fanclub-Zusammenschluss "Südtribüne Dortmund" mit: "Alles, woraus unser Sport seine Faszination zieht, wird von RasenBallsport mit Füßen getreten."

Mit einem Fanmarsch solle "ein starkes Zeichen" gesetzt werden: "Im Westfalenstadion und auf der Südtribüne gilt dieselbe Devise wie in der letzten Saison: Zeigen wir, was den Fußball für uns ausmacht! Zeigen wir, dass man Fanatismus, Treue und eine freie und mündige Fankultur mit keinem Geld der Welt kaufen kann!"

BVB: Watzke hofft auf friedlichen Protest

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hofft inständig, dass der Protest diesmal friedlich bleibt. Sicher ist er sich nicht. "Grundsätzlich glaube ich, dass alle gelernt haben aus der Situation. Insofern bin ich verhalten optimistisch, dass wir das ordentlich über die Bühne kriegen", sagte er den Zeitungen der Funke-Gruppe. Die Polizei wandte sich mit "dringenden Anreiseempfehlungen" an die Gäste.

Watzke setzt sein Vertrauen ohnehin in die Staatsmacht. "Die Polizei überwacht das Spiel mit deutlich größerer Präsenz als beim letzten Mal", sagte er. "Damals waren deutlich zu wenig Polizisten im Einsatz." Eine genaue Zahl wird nicht genannt, rund 1000 Beamte sollen es im Vergleich zu 237 im Februar sein. Eine eigens engagierte Sicherheitsfirma soll die RB-Mannschaft beschützen.

Eines haben die Randalierer von damals jedenfalls erreicht - sehr viele RB-Fans wollen sich die Reise nach Dortmund nicht mehr antun. 8000 Karten hat der BVB den Leipzigern zur Abnahme angeboten, etwa 3000 wurden in Anspruch genommen. Einige von ihnen haben einen Termin mit dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau: Der SPD-Politiker hat Leipziger Fans eingeladen, die im Februar Anzeige erstattet hatten. Es geht ins DFB-Museum.

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